Finanzen

Das 1 x 1 der Aktien – Alles was Sie über Aktien wissen müssen

Was sind Aktien?

Eine Aktie ist eine Urkunde, die ihrem Eigentümer einen Anteil am Gesamtvermögen einer Aktiengesellschaft (AG) und bestimmte Unternehmensrechte verbrieft. Der Aktionär wird Teilhaber am Aktienkapital und damit Mitinhaber des Gesellschaftsvermögens. Wer im Besitz einer Aktie ist, übernimmt ein finanzielles Risiko und ist somit unmittelbar am Gewinn oder auch am Verlust einer AG beteiligt.

Als Aktionär verfügen Sie über bestimmte Rechte, welche sich nach der Rechtsordnung des jeweiligen Landes richten und die durch das Aktiengesetz geschützt werden. Bei einem Engagement in Aktien gibt es keine Laufzeitbegrenzung. Sie können Ihre Aktien an jedem Börsentag verkaufen. Die einzige Ausnahme wäre eine Pleite der Aktiengesellschaft, da diese ein unfreiwilliges Ende des Beteiligungsengagements zur Folge haben könnte.

Als Aktionär haben Sie sowohl kein Recht auf eine feste Verzinsung als auch kein Recht auf eine garantierte Rückzahlung Ihres eingesetzten Kapitals.

Die Aktie bietet dem Anleger die Chance auf 2 verschiedene Ertragsquellen:

  • Über eine Dividendenausschüttung
  • Über Kurssteigerungen der Aktie

Bei der Aktienanlage handelt es sich um ein Risikopapier, das weder Dividende noch Kurssteigerungen garantiert.

Auf der Hauptversammlung der Aktiengesellschaft wird einmal pro Jahr über die Gewinnverwendung entschieden. Entweder kommt der Gewinn dem Aktionär in Form einer Dividendenzahlung zugute, oder der Gewinn wird für die Bildung von Rücklagen genutzt. Eine Dividendenausschüttung sollte jedoch nicht allein im Interesse des Anlegers stehen, da somit die liquiden Mittel der Aktiengesellschaft für weitere Investitionen eingeschränkt werden, um langfristig den Gewinn der Unternehmung zu steigern und zu expandieren.

Unterscheidungsmerkmale von Aktien

An der Börse werden unterschiedliche Arten von Aktien gehandelt, die im Folgenden vorgestellt werden:

Stammaktien

Am Häufigsten wird an der Börse mit Stammaktien gehandelt. Eine Stammaktie garantiert neben dem Mitspracherecht auf der Hauptversammlung auch alle anderen Aktionärsrechte des Aktiengesetzes.

Vorzugsaktien

Daneben gibt es noch die Vorzugsaktie. Bei dieser Aktienform gibt es zwar kein Stimmrecht, jedoch erhält der Inhaber der Aktie als Gegenleistung entweder eine garantierte oder aber eine höhere Dividende. Diese typisch deutsche Aktienform wird es in naher Zukunft nicht mehr geben, da immer mehr Unternehmen dem amerikanischen Vorbild folgen und nur noch Stammaktien zum Handel anbieten.

Namensaktien

Bei einer Namensaktie handelt es sich um eine Aktie, bei der sich der Inhaber namentlich, mit Angabe seiner Adresse, seines Geburtsdatums und der genauen Stückzahl der Aktien, im Aktienregister eintragen muss. Nur auf diese Weise hat er die Möglichkeit seine entsprechende Aktionärsrechte wahrnehmen zu können. Der Vorteil der Namensaktie liegt darin, dass der Emittent zu jeder Zeit genau weiß, wem seine Aktien gehören.

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Nachteile für Emittent und Investoren bei Namensaktien sind die Aufwendungen, die mit der Einrichtung und Aktualisierung des Aktienregisters verbunden sind. Zudem geht man davon aus, dass insbesondere Privatinvestoren, die gerne anonym bleiben wollen, durch Namensaktien vom Kauf abgeschreckt werden.

Inhaberaktien

Inhaberaktien lauten nicht auf einen bestimmten Namen, sondern verbriefen dem jeweiligen Inhaber sämtliche Aktionärsrechte. Inhaberaktien haben den großen Vorteil, dass Sie diese formlos kaufen oder verkaufen können.

Vinkulierte Namensaktien

Vinkulierte Namensaktien sind eine spezielle Unterform der Namensaktien. Hierbei sind Kauf oder Verkauf nur nach Zustimmung der AG möglich. Der Gesellschaft wird der Überblick über den Aktionärskreis gewährleistet. In der Bundesrepublik ist diese Aktienform äußerst selten.

Stückaktien

Stückaktien haben keinen Nennwert. Sie sind dadurch jedoch nicht wertlos, sondern repräsentieren einen prozentualen Anteil am Grundkapital. Im Vergleich zum obigen Beispiel haben Sie dann mit einer Aktie einen Anteil von einem Hunderttausendstel an der AG.

Aktionärsrechte

Beim Erwerb von Aktien werden Sie nicht nur Anteilseigner am Gesamtvermögen einer Aktiengesellschaft, sondern Sie erwerben gleichzeitig noch bestimmte Rechte, von denen Sie Gebrauch machen sollten. Die Aktionärsrechte ergeben sich zum einem aus dem Aktiengesetz vom 6. September 1965, zum anderen aus der Satzung der betreffenden Aktiengesellschaft, in der vor allem Vermögens- und Verwaltungsrechte angesprochen werden.

Recht auf Dividende

Die jährliche Gewinnausschüttung, sprich die Dividende, ist vom Bilanzgewinn des Unternehmens abhängig und wird in Euro pro Stück ausgezahlt. Von der beschlossenen Dividende werden allerdings 25% als Kapitalertragssteuer vom Staat einbehalten. Darüber hinaus wird von der Aktiengesellschaft eine Körperschaftssteuer an das Finanzamt überwiesen, die momentan 3/7 der Dividende entspricht.

Sollten Sie bei Ihrem Kreditinstitut einen Freistellungsauftrag vorgelegt haben, werden Ihnen bei einem ausreichendem Freibetrag sowohl Körperschafts- als auch Kapitalertragssteuer ausgezahlt.

Teilnahmerecht an der Hauptversammlung

Sie haben als Aktionär das Recht, auf der einmal jährlich stattfindenden Hauptversammlung teilzunehmen. Aufgabe der Hauptversammlung ist die Beschlußfassung in allen von Satzung und Gesetz bestimmten Fällen, wie z. B. Verwendung des Bilanzgewinnes oder ob eine Kapitalerhöhung erforderlich ist. Ihr Kreditinstitut informiert Sie, wann die Hauptversammlung stattfindet und welche Punkte auf der Tagesordnung stehen. Sie können auch darüber entscheiden, ob Sie selber von Ihrem Stimmrecht Gebrauch machen möchten, oder ob Sie Ihr Kreditinstitut damit beauftragen.

Stimmrecht auf der Hauptversammlung

Beim Stimmrecht gilt der Grundsatz, dass jeder Aktionär pro Stammaktie eine Stimme hat. Kein Stimmrecht oder ein nur in Ausnahmefällen beschränktes Stimmrecht haben die Eigentümer von Vorzugsaktien. Durch eine bessere Dividende soll dieser entstandene Nachteil wieder ausgeglichen werden.

Bezugsrecht auf junge Aktien

Junge Aktien stammen aus einer Kapitalerhöhung und sind für das laufende Jahr nicht oder nicht voll dividendenberechtigt. Allerdings werden Sie nach der nächsten Dividendenzahlung den schon länger auf dem Markt befindlichen »alten« Aktien gleichgestellt. Als Aktionär haben Sie ein Bezugsrecht an »jungen« Aktien, das Sie berechtigt, bei einer Kapitalerhöhung den Anteil zu zeichnen, der Ihrem Anteil am bisherigem Grundkapital entspricht. Für die Ausübung des Bezugsrechtes steht Ihnen als Aktionär eine Frist von zwei Wochen zur Verfügung.

Auskunftsrecht durch den Vorstand

Durch das Auskunftsrecht stehen Ihnen als Aktionär Informationen über rechtliche und geschäftliche Angelegenheiten der AG zu. Diese Informationen müssen gewissenhaft sein und der Wahrheit entsprechen. Der Vorstand darf die Auskunft verweigern bei Fragen nach der Höhe einzelner Steuern, oder wenn die Auskunft dem Unternehmen einen erheblichen Nachteil zufügen kann.

Anteil am Liquidationserlös

Für den Konkursfall des Unternehmens steht Ihnen als Aktionär nach Begleichung aller Verbindlichkeiten das verbleibende Vermögen anteilsmäßig zu. Allerdings muss hierbei beachtet werden, dass die Aktionäre in den meisten Konkursfällen leer ausgehen, da das Restvermögen oft nicht einmal ausreicht, um ausstehende Schulden zu begleichen.

Spezielle Risiken der Aktienanlage

Ein Engagement in Aktien bedeutet nicht nur Chancen, sondern ist auch mit gewissen Risiken verbunden. Mit diesen sollten Sie von vornherein vertraut sein, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Insolvenzrisiko

Als Aktionär befinden Sie sich nicht in der Rolle des Gläubigers, sondern Sie sind als Eigenkapitalgeber Mitinhaber einer Aktiengesellschaft und somit unmittelbar an der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens beteiligt. Sie sind quasi ein Unternehmer, der sowohl mit Chancen aber auch mit Risiken in Form von Kursgewinnen bzw. Kursverlusten konfrontiert werden kann.

Das Risiko für Sie als Aktionär liegt darin, dass sich die wirtschaftliche Situation der Aktiengesellschaft anders entwickeln könnte, als ursprünglich erwartet. Im schlimmsten Fall hätte ein Insolvenzverfahren den Totalverlust Ihres eingesetzten Kapitals zur Folge. Im Insolvenzfall einer Aktiengesellschaft haben Sie als Aktionär erst Anspruch auf Liquidationserlös, nachdem alle Ansprüche der Gläubiger befriedigt worden sind.

Dividendenrisiko

Die Dividende, also die Gewinnausschüttung für den Aktionär, richtet sich größtenteils nach dem von der Aktiengesellschaft erzielten Gewinn. Steigt der Gewinn, so steigt auch meist die Dividende. Fällt der Gewinn in einem Geschäftsjahr geringer oder ganz aus, so kann die Gewinnausschüttung gekürzt oder sogar gestrichen werden. Eine jahrelange Dividendenausschüttung sollte kein Argument für den Kauf einer Aktie sein, denn sie ist noch lange kein Garant für eine fortschreitende Dividendenausschüttung in der Zukunft.

Psychologisches Risiko

Die Börse ist nicht immer mit rationalen Argumenten zu erklären, denn sie ist vielmehr ein Markt, der in großem Ausmaß von den Emotionen und der Psychologie des Börsenpublikums abhängig ist. In Zeiten stark steigender Aktienkurse neigen Börsianer zunehmend dazu, Vertrauen in diese Anlageform zu gewinnen und sind bereit getreu dem Motto »THE TREND IS YOUR FRIEND« weiterhin ihr Kapital in Aktien zu investieren. Kursrelevante Fakten, die der allgemeinen Börsenstimmung widersprechen, werden ignoriert und die ökonomische Wirklichkeit spielt nur noch eine zweitrangige Rolle. Entsprechend emotional, nur in umgekehrter Form, zeigt sich auch das Verhalten der Anleger bei einer schlechten Börsenstimmung, die auch als Baisse oder Bärenmarkt bezeichnet wird.

Das Risiko, das Sie als Anleger berücksichtigen sollten ist, dass es durch ein massenpsychologisches Verhalten des Börsenpublikums aufgrund von Hoffnungen, Ängsten oder Vermutungen zu übertriebenen Kursreaktionen kommen kann.

Kursänderungsrisiko

Grundsätzlich lassen sich für den Anleger zwei Risikofaktoren unterscheiden, die Einfluß auf die Kursentwicklung nehmen können:

  • Das allgemeine Marktrisiko
  • Das unternehmensspezifische Risiko

Fundamentalanalyse

Die Fundamentalanalyse verfolgt das Ziel, den fairen oder angemessenen Wert einer Aktie zu ermitteln. Die Fundamentalanalyse befasst sich mit der Unternehmung, die der Aktie zugrunde liegt. Fundamentale Daten werden nach wie vor als wichtiger Bewertungsmaßstab für Aktiengesellschaften angesehen, da man aus aktuell verfügbaren Informationen Prognosen über die zukünftige Entwicklung ableiten kann.

Man unterscheidet in der Regel zwischen den internen und externen Daten eines Unternehmens.

Interne Daten: Liefern direkte Informationen aus dem Unternehmen, wie beispielsweise Bilanzen mit ihren Kennzahlen, Auftragseingänge oder die Vermögensstruktur. (betriebswirtschaftliche Daten)

Externe Daten: Geben dagegen Aufschluss über die erwartete konjunkturelle und branchenspezifische Entwicklung oder über allgemeine Zins- und Gewinnerwartungen, also Informationen, die nicht aus dem einzelnen Unternehmen resultieren, sondern die allgemeine Marktlage widerspiegeln. (volkswirtschaftliche Daten)

Geschäftsbericht

Wenn Sie ein Unternehmen ausgewählt haben, das für Sie erfolgversprechend klingt, sollten Sie sich den Geschäftsbericht des Unternehmens beschaffen, da dieser als wichtigste Informationsquelle für ein Unternehmen gilt. Der Geschäftsbericht enthält die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung, den Anhang und den Lagebericht und ist deshalb so bedeutsam für den Aktionär, da Vorschriften des Handelsgesetzbuches eine neutrale Betrachtung ermöglichen. Aus dem Geschäftsbericht lassen sich wichtige Kennzahlen herauslesen und errechnen. Geschäftsberichte erhalten Sie in der Regel auf den Internetseiten der Unternehmen.

Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) ist eine der wichtigsten Kennzahlen der fundamentalen Analyse. Die Kennzahl gibt an, in wie viel Jahren das Unternehmen bei gleich bleibendem Gewinn seinen Börsenwert verdoppelt hat. Das KGV bietet die Möglichkeit, die Aktie eines Unternehmens mit denen anderer Unternehmen zu vergleichen d. h., es lässt sich erkennen, ob eine Aktie über- oder unterbewertet ist. Allerdings sollten Sie dabei beachten, dass die KGV einzelner Branchen wie etwa der Technologie- oder der Internetbranche generell höher sind, als beispielsweise die aus der Automobilbranche. Deshalb ist es oft sinnvoller, nur Aktien innerhalb der selben Branche miteinander zu vergleichen. Die folgende Formel zeigt wie das KGV berechnet wird:

KGV = Aktueller Aktienkurs / Ergebnis pro Aktie

Beispiel: Liegt der Kurswert einer Aktie bei 100 Euro und der Gewinn des Unternehmens beträgt 10 Euro, so ergibt sich ein KGV von 10. Dabei gilt die Grundregel: Je niedriger das KGV, um so attraktiver ist die Aktie!

Die Zahlen für die Berechnung des KGV stammen aus der Vergangenheit, wobei an der Börse jedoch die Zukunft gehandelt wird. Deshalb nehmen viele Analysten zusätzlich den erwarteten Gewinn für das nächste Geschäftsjahr in ihre Schätzungen mit auf. Allerdings sollte man hierbei vorsichtig sein, da Gewinnerwartungen nicht immer eingehalten werden können, und eine Aktie dadurch ein höheres KGV erhalten könnte, als vorgesehen.

Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) gibt das Verhältnis des aktuellen Aktienkurses zum Buchwert je Aktientitel wieder. Ein niedriges Kurs-Buchwert-Verhältnis kann somit auf eine Unterbewertung der Aktiengesellschaft hindeuten.

Um das KBV mit folgender Formel zu ermitteln, benötigen Sie zunächst die aktuellen Bilanzzahlen der Geschäfts– oder Quartalsberichte der zu analysierenden Aktiengesellschaft.

Ausgewiesenes Eigenkapital
+ 50 % des Sonderposten
– Geschäftswert
– Dividendenausschüttung
– Anteile anderer Gesellschafter
= Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)

Als alleinige Bewertungskennziffer für die Aktienanalyse ist das KBV ungeeignet. Vielmehr sollten Sie auch ein Augenmerk auf andere Kennziffern wie beispielsweise den Cash-Flow oder die generellen Zukunftsaussichten des Unternehmens werfen.

Dividende

Die Dividende ist der auf eine einzelne Aktie entfallende Anteil des ausgeschütteten Gewinns einer Aktiengesellschaft. Die Ausschüttung findet in Deutschland in der Regel einmal jährlich, im Ausland häufig auch quartalsweise statt. Die Dividende ermöglicht ebenfalls einen Vergleich gegenüber anderen Unternehmen der gleichen Branche. Die Dividendenauszahlung pro Aktie lässt sich anhand der folgenden Formel ermitteln:

Dividendenrendite = ((Dividende pro Aktie + Steuerguthaben)*100) / Aktienkurs

Beispiel:
Beträgt der Gewinn pro Aktie 20 Euro, das Unternehmen zahlt aber nur eine Dividende von 15 Euro, so beträgt die Ausschüttungsquote 75 %. Es wurden also 25 % des Gewinns im Unternehmen einbehalten, z. B. für die Bildung von Rücklagen zur Eigenkapitalvermehrung.
Wenn ein Unternehmen also „nur“ 50 % seines Gewinns ausschüttet, muss das nicht unbedingt als negativ angesehen werden, wenn durch die herbeigeführte Vermehrung des Eigenkapitals das Firmenwachstum finanziert werden soll. Sie müssen als Aktionär immer die Gründe beachten, warum mehr oder weniger Gewinn ausgeschüttet wird!

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Bei der Auszahlung der Dividende sind bereits Unternehmenssteuern abgezogen worden, die das Unternehmen gezahlt hat. Ihnen steht deshalb zusätzlich noch ein Steuerguthaben in Höhe von 3/7 der ausgewiesenen Dividende zu.

Dividendenrendite

Die Dividendenrendite zeigt die Verzinsung des eingesetzten Kapitals in Aktien an und dient auch dazu, Aktienwerte mit einer Anlage in festverzinsliche Wertpapiere zu vergleichen.

Sie können diese berechnen, indem Sie die zu erwartende auszuschüttende Dividende zum aktuellen Kurs der Aktie setzen. Als Ergebnis erhalten Sie eine in Prozent angegebene Rendite.

Dividendenrendite = ((Dividende pro Aktie + Steuerguthaben)*100) / Aktienkurs

Das bedeutet in der Praxis: Wenn eine AG Gewinn macht, so wird auf der Hauptversammlung über dessen Verwendung entschieden. Oftmals wird ein Teil des Gewinns für die Bildung von Rücklagen genutzt, ein weiterer Teil wird an die Aktionäre als Dividende ausgezahlt.

Eigenkapitalquote

Die Eigenkapitalquote beschreibt den Anteil des Eigenkapitals eines Unternehmens an seiner Bilanzsumme. Diese Unternehmenskennzahl zeigt an, wie stabil die finanzielle und wirtschaftliche Situation des Unternehmens ist. Das Eigenkapital setzt sich aus mehreren Teilen zusammen, nämlich aus dem Grundkapital, dem Gewinnvortrag aus dem Vorjahr, den offenen Rücklagen und dem Jahresüberschuss.

Dabei gilt die Regel: Je höher die Eigenkapitalquote ist, desto niedriger ist der Anteil der Schulden, die ein Unternehmen verzinsen und tilgen muss, was vor allem in Krisenzeiten von großer Bedeutung ist. Des weiteren wird ein vorhandenes Eigenkapital auch dafür verwendet, eventuell auftretende Verluste abzufangen. Die Formel zur Ermittlung der Eigenkapitalquote lautet:

Eigenkapitalquote = Eigenkapital / Gesamtkapital /Cash-Flow

Cash-Flow

Der Cash-Flow gibt an, welcher Liquiditätsüberschuss bei einem Unternehmen aus der laufenden Geschäftstätigkeit entstanden ist. Es verdeutlicht damit das Potential, aus eigener Kraft Schulden zu tilgen oder das Firmenwachstum finanzieren zu können.

Die Berechnung des Cash-Flows geht vom Betriebsergebnis des Unternehmens aus, zuzüglich die planmäßigen Abschreibungen und die Zuführung zu den langfristigen Rückstellungen.

Shareholder Value

Der Shareholder Value umfasst das Konzept der Unternehmensführung mit der Zielsetzung nachhaltig den Wert des Unternehmens zu steigern. Bezogen auf Aktiengesellschaften bedeutet dies, dass das Management alle Aktivitäten dahingehend ausrichten sollte, die Rendite des Anlegers zu maximieren. In Zeiten wirtschaftlich schwacher Phasen, die von einer hohen Arbeitslosenquote geprägt sind, wird das Konzept des Shareholder Values kontrovers diskutiert.

Zur Steigerung des Unternehmenswertes werden von den Befürwortern des Shareholder Value-Konzepts Personalentlassungen durchgeführt mit der Argumentation, dies führe zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens und somit zur Schaffung neuer Arbeitsplätze. Die Gegner sind hingegen der Auffassung, dass Entlassungen und der oft damit verbundene Aktienkursanstieg moralisch nicht vertretbar sei. Der Sharholder Value lässt sich anhand der folgenden Formel ermitteln:

Diskontierter Brutto-Cash-Flow
– Diskontierter Fremdkapitalzins
+ Restwertbetrachtung
= Shareholder Value

Ist der Shareholder Value z. B. im Jahre 2009 größer als im Jahr 2008, so hat sich der Marktwert des Eigenkapitals im Vergleich zum Vorjahr gesteigert. Ist der Shareholder Value z.B. im Jahr 2009 kleiner als im Jahr 2008, so hat sich der Marktwert des Eigenkapitals im Vergleich zum Vorjahr verringert. Für einen Aktionär ist es folglich positiv, wenn der Shareholder Value steigt.

Anlagestrategien

Sell on good news

Sell on good news ist eine Anlagestrategie bei der davon ausgegangen wird, dass die guten Nachrichten bereits in den aktuellen Börsenkursen mit eingepreist sind. Der Markt hat also die positiven Nachrichten bereits vorweggenommen.

Bevor die Nachricht an die Öffentlichkeit gelangt, gibt es Spekulanten und Insider, die diese Information vermutet bzw. gewusst haben und daraufhin die Aktie bereits kauften. Nachdem durch die Veröffentlichung der Nachricht die Spekulation vieler Anleger bestätigt wird, kommt es zu Gewinnmitnahmen und der Kurs der Aktie sinkt.

Buy on bad news

Buy on bad news ist eine Anlagestrategie, die der Annahme zugrunde liegt, dass ein Großteil der schlechten in- und externen Entwicklungen eines Unternehmens bereits im Aktienkurs mit eingepreist sind. Bevor die Nachricht an die Öffentlichkeit gelangt, gibt es Spekulanten und Insider, die diese Information vermutet bzw. gewusst haben und daraufhin die Aktie bereits verkauften.

Nachdem die Nachricht bekannt wurde, setzen dann die ersten Käufe der Marktteilnehmer ein, die im Vorfeld ihre Aktien verkauft hatten. Das Bekanntwerden einer Information kann jedoch auch so überraschend sein, dass es zunächst zu einem Ausverkauf des Aktienwertes kommt. Diese sogenannte »Sell-Out-Phase« kann jedoch wieder ein günstiger Einstiegspunkt zum Kauf der Aktie sein, jedoch nur dann, wenn die langfristige Unternehmensperspektive positiv bleibt.

The trend is your friend

Bei dieser Strategie ist der Ausgangspunkt die langfristige Betrachtung des Aktienkurs. Hierbei ist zu unterscheiden zwischen Aufwärts-, Abwärts-, und Seitwärtstrend.

1. Aufwärtstrend: Bei einem intaktem Aufwärtstrend können Sie die Aktie kaufen. Halten Sie die Aktie langfristig, da sich dies in der Regel durch Kursgewinnen auszahlt.

2. Abwärtstrend: Bei einem intaktem Abwärtstrend sollten Sie die Finger vom Aktienkauf lassen!
Grundsätzlich gilt bei dieser Strategie: Handeln Sie nicht gegen den allgemeinen Trend. Alternativ könnten Sie jedoch durch eine Putspekulation von sinkenden Kursen profitieren.

3. Seitwärtstrend: Bei einem Seitwärtstrend zahlt sich für den Anleger meist eine abwartende Haltung aus. Sie sollten als Investor erst dann kaufen, wenn der Kurs nach obenhin aus dem Trendkanal ausbricht.

Um das Risiko von Kursverlusten zu vermindern, sollten Sie keine Aktien bei langfristig oder stark gefallenen Kursen kaufen. Gut beraten ist derjenige Börsianer, der den langfristigen Trend erkennt und seine Anlageentscheidung entsprechend nach diesem ausrichtet.

Big is Beautiful

Vertreter dieser Anlagestrategie sind der Meinung, dass ein langfristiger Börsenerfolg nur dann möglich ist, wenn man auf die „ganz Grossen“ einer Branche setzt, die sich über viele Jahre am Markt bewährt haben, profitabel arbeiten und einen uneinholbaren Vorsprung gegenüber ihrer Wettbewerber aufweisen.

Es wird weiter davon ausgegangen, dass der Einstiegspunkt zum Kauf einer solchen Aktie nicht entscheidend ist, da der langfristige Kursverlauf sich in einem intaktem Aufwärtstrend befindet.

Value-Investing

Bei dieser Strategie versuchen Investoren Gesellschaften ausfindig zu machen, die durch eine hohe Wertsubstanz gekennzeichnet sind.
Eine „echte Perle“ sind dann solche Gesellschaften, die beispielsweise ein niedriges KGV oder eine hohe Eigenkapitalrendite im Vergleich zu ähnlichen Unternehmen der selben Branche vorweisen können.

Die Theorie des „Value-Investings“ besagt, dass diese unterbewerteten Unternehmen derzeit nicht in der Gunst des breiten Anlegerpublikums stehen. Jedoch wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis die Aktiengesellschaft wieder in das Interesse der breiten Masse gelangt. Die Konsequenz ist dann in der Regel ein steigender Aktienkurs.

Ein weiterer Aspekt ist, dass unterbewertete Aktien in der Regel nicht mehr so stark fallen werden wie andere überbewertete Aktien, wenn der Gesamtmarkt nach unten geht.

Value Check

Der im folgenden vorgestellte Value Check ist angelehnt an die Erfolgsstrategie von Warren Buffett. Wenn Sie als Value-Investor erfolgreich investieren möchten, sollten Sie sich vor jedem Aktienkauf intensiv mit folgenden 10 Fragen auseinander setzen und prüfen, ob Ihr ausgesuchter Wert diesen Kriterien standhält:

  • Verstehe ich die Branche, verstehe ich das Unternehmen?
  • Überzeugt mich das Unternehmen?
  • Ist das Unternehmen Marktführer in seiner Branche?
  • Wie stark ist die Konkurrenz?
  • Wie aktionärsfreundlich ist das Management?
  • Weist das Unternehmen eine hohe Eigenkapitalrendite auf?
  • Weist das Unternehmen eine geringe Verschuldung auf?
  • Ist das aktuelle KGV für das Unternehmen gerechtfertigt?
  • Weist das Unternehmen einen hohen Cash Flow vor?
  • Welche Szenarien könnten die Stellung des Unternehmens gefährden?

Autor: Philip Fischer,  Onpulson.de, Das 1 x 1 der Aktien – Alles was Sie über Aktien wissen müssen



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