Kommunikation

Aktives Zuhören – So machen Sie es richtig

Merkmale aktiven Zuhörens

Um seinem Gesprächspartner ein aktives Zuhören zu demonstrieren, muss man:

  • zeigen, dass man zuhört,
  • sich so anhören, als ob man zuhört,
  • regelmäßig beweisen, dass man das Gesagte gehört hat,
  • und gegebenenfalls mitteilen, dass man versteht, wie es dem anderen geht.

Info

Aktives Zuhören ist eine Technik, mit der das Verständnis von Gesagtem erhöht wird, indem mit in Betracht gezogen wird, wie etwas gesagt wird und von welchen nicht-verbalen Zeichen und von welcher Körpersprache es begleitet wird. Die Technik erfordert ein aufnahmefähiges Bewusstsein und Reaktionsvermögen aufseiten des Zuhörers.

Man kann zeigen, dass man aktiv zuhört, indem man sich leicht nach vorne neigt, die Augen weit offen hält und dem Sprecher die meiste Zeit direkt ins Gesicht sieht.

Man kann sich so anhören, als ob man zuhört, indem man »Fortsetzungsgeräusche« macht, zum Beispiel »… ja … ja … ja … wirklich? … und dann? …« Besonders wichtig sind solche Geräusche bei Telefongesprächen, bei denen ja visuelle Signale entfallen.

Man kann auch das Gehörte überprüfen und damit beweisen, dass man zugehört hat, indem man von Zeit zu Zeit zusammenfasst: »Wenn ich Sie richtig verstehe, haben Sie den Bericht nicht pünktlich fertig bekommen, weil Sie so oft unterbrochen wurden.«

Zum aktiven Zuhören gehört, dass Sie Ihre Gedanken und Ansichten erst einmal unterdrücken, der Versuchung widerstehen, den anderen zu unterbrechen, und sich stattdessen darauf konzentrieren, ihn zu verstehen. Akzeptieren Sie die Möglichkeit, dass es mehr als eine Sicht der Realität gibt, und erforschen Sie mit objektiven, offenen Fragen die Gedanken Ihres Gegenübers. Sie haben eine Ansicht, ich habe eine andere: Können wir uns unsere Ansichten gegenseitig vermitteln, dann lernt eventuell einer von uns beiden etwas – vielleicht Sie.

Die meisten Menschen reden gerne, und durch aktives Zuhören erweist man ihnen Respekt. Man hilft ihnen auch, sich zu entspannen, wodurch sie klarer denken und sich exakter ausdrücken können. Zuhören trägt nicht nur zum Aufbau von Beziehungen bei, sondern liefert auch viele nützliche Informationen, an die man durch Sprechen nie kommen würde. Nutzen Sie also diese Möglichkeit, eine positive Grundstimmung für Ihre Gespräche zu schaffen!

Warum fällt uns das Zuhören so schwer?

Viele von uns haben in der Schule gelernt, dass wir immer stark sein und alles wissen sollten. Die Lehrer wussten auch immer alles – aber sie stellten selbst die Fragen, und zwar nur Fragen, deren Antworten sie schon kannten. Die Arbeitswelt sieht anders aus. Hier gibt es vieles, was wir nicht wissen, und wir sollten dies ohne Scham zugeben. Es ist sehr anstrengend, dauernd Recht zu haben und alles zu wissen, und vor allem hindert es uns in kolossaler Weise am Lernen.

Viele Manager möchten alles im Griff haben, und das Sprechen gibt ihnen dieses Gefühl der Kontrolle. In einem wirklichen Zwiegespräch fühlen sie sich bedroht. Zahlreiche Manager leiden auch unter »vorzeitiger Evaluation«: Sie bewerten und beurteilen alles, was sie hören, und reagieren sofort darauf – gedanklich oder indem sie sofort mit ihrer Bewertung herausplatzen. Man kann nicht gleichzeitig nachdenken und zuhören, aber da wir viel schneller denken als sprechen, sind die Gedanken oft interessanter als das Gehörte, sodass wir nicht mehr zuhören.

Tipps für das aktive Zuhören

Sollten Sie die Fertigkeit des aktiven Zuhörens bei sich verbessern wollen, dann bieten sich dafür zahllose Möglichkeiten. Sie können im geselligen privaten Rahmen genauso üben wie in Geschäftsbesprechungen. Hier ein paar einfache Richtlinien:

  • Planen Sie jede Interaktion. Notieren Sie sich Ihre Fragen, sodass Sie nicht während des Gesprächs darüber nachdenken müssen.
  • Nehmen Sie zu geschäftlichen Besprechungen einen Notizblock mit, auf dem Sie ablenkende Gedanken festhalten können, die Ihnen in den Sinn kommen: So verschaffen Sie sich eine klaren Kopf zum Zuhören. (Vielleicht sind diese Notizen manchmal interessanter als die Punkte, die Sie zur Besprechung festhalten– noch ein Pluspunkt.)
  • Konzentrieren Sie sich darauf, den anderen zu verstehen, ehe Sie urteilen. Besonders wichtig ist dies, wenn Sie dem Gesagten nicht zustimmen. Dazu müssen Sie Ihre Emotionen unterdrücken und die Ansichten und Logik des Gegenübers in den Mittelpunkt stellen, um mit Fragen nachzuhaken, die sehr viel enthüllen können: »Warum ist das passiert?«, »Sie scheinen sich darüber nicht so sicher zu sein«, »Und wann wird dies Ihrer Meinung nach sein?«.
  • Sind Sie ein Vielredner, dann versuchen Sie nur das zu sagen, was den anderen helfen wird. Überlegen Sie, ob die anderen dies hören möchten und ob es jetzt gesagt werden muss. Notieren Sie sich Ihre Gedanken und geben Sie anderen die Chance, zuerst zu sprechen.
  • Resümieren Sie, was Ihr Gesprächspartner gesagt hat, um zu kontrollieren, ob Sie ihn richtig verstanden haben – Sie werden ausnahmslos noch mehr erfahren. Beenden Sie die Besprechung, indem Sie den Standpunkt Ihres Gegenübers noch einmal zusammenfassen.
  • Machen Sie sich klar, dass es beträchtliches Selbstvertrauen erfordert, offen für die Ideen anderer zu sein. Sind Sie dem gewachsen? (Dies trifft vor allem dann zu, wenn wir eher unangenehme Dinge hören oder persönliches Feedback erhalten.)

Quelle: Martin Scott – Zeitgewinn durch Selbstmanagement ISBN: 3593366819


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