Unternehmensführung

Portfolio-Analyse und Portfolio-Konzepte

Doch der meist aus risiko- und anlagepolitischen Gründen erfolgte Eintritt in neue Geschäftsfelder machte nur allzu rasch ein Umdenken in den Managementetagen der damaligen Konzerne notwendig; eine weitaus differenziertere Mittelzuteilung wurde erforderlich, um die verschiedenen Geschäftseinheiten im Sinne einer nachhaltigen Gesamtunternehmensstrategie zu steuern.

Dabei stehen immer die folgenden 3 Fragen im Mittelpunkt des Interesses:

  • Nach welchen Maßstäben sollen die knappen Ressourcen auf die einzelnen Geschäftseinheiten verteilt werden?
  • Anhand welcher Kriterien kann beurteilt werden, ob die bestehende Kombination von Geschäftseinheiten langfristig die Zukunft des Unternehmens sichert?
  • Welche Maßstäbe sind heranzuziehen, um eine Beurteilung über die Neuaufnahme von Geschäftsbereichen treffen zu können?

Die Portfolio-Technik ist jedoch kein Allheilmittel, sondern sie dient dazu, lediglich einen Bezugsrahmen darzustellen, der es erlaubt, alle Geschäftseinheiten – und auch Produktlinien – zu betrachten und auf Ausgewogenheit der Zusammenstellung hin zu untersuchen. Dabei ermöglicht es die Portfolio-Analyse, verschiedene, zum Teil divergente Geschäftseinheiten ihrer Situation angemessen zu analysieren und strategisch zu planen. Die Restriktionen des Gesamtunternehmens können so eingehalten und die Chancen der Märkte genutzt werden. Hinzu kommt, dass Portfolios ein geeignetes und beliebtes Instrument zur Kommunikation der Gesamtunternehmenssicht darstellen und oft die Basis für die kritische Diskussion der gegenwärtigen und zukünftigen Situation bilden.

Die Portfolio-Analyse als Instrument des Portfolio-Managements beschäftigt sich demnach mit dem wichtigsten Aspekt der Unternehmensführung: Sicherung der langfristigen Rentabilität unter Akzeptanz eines angemessenen Risikos.

Übersicht wichtiger Portfolio-Konzepte

Es gibt eine große Menge an unterschiedlichen Portfolio-Konzepten. Zu den wichtigsten gehören:

  1. Marktanteils- und Marktwachstums- Portfolio
  2. Marktattraktivitäts-Wettbewerbsstärken-Portfolio
  3. Lebenszyklus-Wettbewerbspositions-Portfolio
  4. Geschäftsfeld-Ressourcen-Portfolio
  5. Gewinn-Lebenszyklus-Portfolio
  6. Technologie-Portfolio
  7. Kunden-Portfolio
  8. Branchen-Portfolio-Matrix
  9. Betriebstypen-Portfolio (handelsspezifisch)

Quelle: Hermann Simon, Andreas von der Gathen – Das große Handbuch der Strategieinstrumente, ISBN: 3593369931

 


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