Mobile-BusinessAlles was Sie über die App-Indexierung wissen müssen

Wer die mobile Google-Suche verwendet, stößt in den Suchergebnissen immer häufiger auf Angebote, die gesuchten Inhalte direkt in einer App zu öffnen oder eine App herunterzuladen. Verantwortlich dafür ist die sogenannte App-Indexierung, die App-Inhalte für die Google-Suche verfügbar macht. Sie wurde für Android-Geräte schon 2013 eingeführt. Seit Mai 2015 bietet Google nun auch die Indexierung für iOS-Apps an. In diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie über die App Indexierung wissen müssen und wie Sie Ihre eigene App in die Google Suchergebnisse integrieren.

Was ist App Indexierung?

Durch die App Indexierung (engl. App Indexing) hat Google seinen Index neben Webseiteninhalten zusätzlich um App-Inhalte erweitert. Dabei können Nutzer Deeplinks zu bestimmten App-Angeboten in den Suchergebnissen direkt mit dem Smartphone anklicken. Sie verlassen dann den mobilen Browser und gelangen direkt auf die entsprechende App. Sollte diese App noch nicht auf dem Smartphone des Nutzers installiert sein, wird dem Nutzer direkt in den SERPs die Möglichkeit geboten, die App herunterzuladen. Über einen Button gelangt der Nutzer direkt in den Play-Store (Android) oder wird in den iTunes-Store (Apple) weitergeleitet.

Beispiel: Sie suchen auf Ihrem Smartphone mit Google nach Hintergrundinformationen zu einem Film und haben auch die App der IMDb (Internet Movie Database) auf Ihrem Handy installiert. Dann liefert Ihnen Google gleich ein Ergebnis aus der App in den SERPs. Klicken Sie das Ergebnis an, kommen Sie direkt zum App-Inhalt und nicht auf die entsprechende Webseite. Sollten Sie die App nicht installiert haben, wird Ihnen mit einem Button der Download empfohlen.

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Abbildung 1: Beispiel für einen Install-Button im mobilen Safari-Browser zur Suchanfrage „Nachrichten“.

Wer sich im Internet mit seiner Webseite präsentiert, sollte sein Angebot auch für mobile Endgeräte optimieren. Spätestens seit dem Google Update am 21. April sind mobile Webseiten und auch Apps wichtiger denn je. Die App-Indexierung spielt dabei eine zentrale Rolle und bietet zudem diverse Vorteile für Webmaster und Nutzer. Letztere profitieren durch Deep-Links zu App-Inhalten, weil sie nicht lange mit dem Smartphone nach anderem Content suchen müssen. Zugleich erhalten sie Tipps zu relevanten Apps, ohne dass sie dafür lange im App-Store suchen müssen.

Im Jahr 2014 gab es allein in Deutschland systemübergreifend geschätzte 3,4 Milliarden App-Downloads. Im Durchschnitt hat jeder Smartphone-Nutzer 25 Apps auf seinem Gerät installiert. Der große Ansporn besteht also darin, mit der eigenen App in den SERPs präsent zu sein. Wer beispielsweise nicht gut im Android- oder Apple-Store rankt, hat durch die App-Indexierung die Chance mehr Nutzer über die organische Suche auf seine Anwendung zu bringen. Wie weit App-Inhalte bereits im Suchindex von Google verankert sind, zeigt sich auch daran, dass Google bei mobilen Suchanfragen per Autocomplete bereits passende Ergebnisse aus der App-Suche anbietet.

Indem Nutzer verstärkt Ihre App verwenden, können Sie außerdem die Marken- oder Kunden-Bindung zu Ihrem Unternehmen stärken. Denn innerhalb der App gibt es keine Möglichkeit, zur Google-Suche zurückzukehren, um eine andere Webseite aufzurufen. Wenn Sie somit alle wichtigen Inhalte auf Ihrer App präsentieren, können Sie direkt von der App-Indexierung profitieren, da die Nutzer nur Ihr Angebot nutzen.

Wie kann ich meine App indexieren lassen?

Damit Google Ihre App-Inhalte überhaupt indexieren kann, müssen diese Inhalte mit den entsprechenden URLs Ihrer Webseite verknüpft sein. Diese Deeplinks werden von Google bei der App-Indexierung als „intent filters“ bezeichnet.

Technische Voraussetzungen für die App Indexierung
Android: Die Apps müssen in einer minsdkVersion programmiert sein, die kleiner ist als Version 17. Deeplinks zu den Apps oder Installationsbuttons werden Nutzern angezeigt, welche die Google-App ab Version 2.8 und Chrome for Android ab Version 4.1 verwenden.
iOS: Die Apps müssen auf der Basis des Service Developer Kits für iOS8 programmiert sein. Indexierte Apps werden in der Google-App ab Version 5.3 und für eingeloggte Google-Nutzer angezeigt.

5 Schritte zur App-Indexierung

  1. Spezifizieren Sie intent filters, um Deeplinks zu Ihren App-Inhalten zu erstellen
  2. Fügen Sie Daten-Tags wie <action>, <data> und <category> hinzu, damit sich Ihre App-Inhalte direkt über den Browser oder andere Webseiten öffnen lassen.
  3. Testen Sie nun Ihre Deeplinks.
  4. Fügen Sie auf Ihrer Webseite den Tag rel=“alternate“ mit dem passenden Deeplink zu Ihrer Android- oder iOS-App ein. Fügen Sie den gleichen Tag auch in Ihre XML-Sitemap ein.
  5. Schalten Sie die App-Indexierung in Ihrer mobilen App an.

Tipps für Android Apps: Wenn Sie eine Android-App programmiert haben, können Sie Fehler bei der App-Indexierung mit Hilfe der Google Search Console aufdecken und analysieren. Hierfür müssen Sie Ihre App wie eine reguläre Webseite in der Search Console anmelden.

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Abbildung 2: Anmeldung einer Android-App über die Search Console

Wichtig ist, dass Ihre App im Play-Store registriert ist und Sie Zugriff darauf haben. Über die Search Console können Sie außerdem Ihre Webseite mit Ihrer App verknüpfen. Hierfür wird die entsprechende Seite der Search Console aufgerufen. Danach erscheint ein Menü, indem verschiedene Properties (Ihre Website sowie Ihre App) miteinander verknüpft werden können.

Wenn Sie Android-Apps anbieten, lohnt es sich zudem deren Performance mit Google Analytics zu tracken. So haben Sie tiefe Insights in Ihr System. Alle nötigen Infos dazu finden Sie hier: https://developers.google.com/analytics/devguides/collection/android/v4/

App-Indexierung und die Zukunft der Websuche

Im Mai hat Google auf der I/O-Entwicklerkonferenz mit Google Now on Tap ein wichtiges Feature seines neuen Android M vorgestellt. Darin spielt auch die App-Indexierung eine wichtige Rolle. Denn dem Nutzer werden über Google Now on Tap nach dem Drücken des Home-Buttons auf dem Android-Smartphone je nach Kontext seiner Anfrage auch passende Apps vorgeschlagen, die er installieren oder gleich nutzen kann. Google Now on Tap zeigt dabei, dass die Zukunft der Websuche nicht mehr unbedingt browserbasiert sein muss. Eine wichtige Rolle werden dabei auch mobile Apps spielen.

Die künftige Nutzung ist mobil. Aus diesem Grund sollten Sie jetzt schon alle Möglichkeiten nutzen, um in den mobilen SERPs so präsent wie möglich zu sein. Mit der App-Indexierung besteht nicht nur die Chance, mobile Rankings zu verbessern, sondern Sie können auch dafür sorgen, dass Nutzer ausschließlich bei Ihren Angeboten bleiben.

Die Voraussetzung dafür ist jedoch hervorragender Content, der den Bedürfnissen der Nutzer entspricht. Denn da der User den Browser über die App-Indexierung verlässt und die entsprechende App öffnet, wäre die Frustration umso größer, wenn er nicht die gewünschten Inhalte erhält.


Über den Autor Eva Wagner

Eva Wagner ist Superhero im Online Marketing Team von OnPage.orgdem Softwareanbieter von innovativen Tools für bessere Webseiten. Nach Ihrem Studium der Literatur-, Kunst- und Medienwissenschaften an der Universität Konstanz arbeitete Sie bereits zwei Jahre im Online Marketing bei der getmobile GmbH.

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