Prozessoptimierung

Potenzial im Supply Chain Management meist nicht ausgeschöpft

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Managementberatung Horváth & Partners. Die Studienteilnehmer geben selbstkritisch an, dass Supply-Chain-Strategien und eine dazu passende Organisationsstruktur zwar oft vorhanden sind, aber nicht gelebt werden. Zudem fehlen durchgängige Steuerungskonzepte, um das volle Potenzial ihrer Wertschöpfungsketten abzurufen.

„Kosteneffizienz bleibt das Topthema der Supply Chain Manager“, so Studienleiter Julian Golder. Genau wie in der ersten Durchführung der Studie vor vier Jahren geben zwei Drittel der Befragten an, dass dies der wichtigste Aspekt bei der Gestaltung von Wertschöpfungsketten ist. Daneben hält die Hälfte der Befragten das Kriterium Flexibilität für entscheidend. Neu auf die Agenda der Supply Chain Manager ist das Thema Nachhaltigkeit gerückt: Bereits ein Viertel der Befragten stuft das Thema als zukünftig bedeutend ein.

Potenzial bei Weitem nicht ausgeschöpft

Gemessen an diesen Erfolgskriterien ist das Supply Chain Management in vielen Unternehmen noch nicht zufriedenstellend. Viele haben bis dato nur eine begrenzte Kosteneffizienz erreicht. Bei der Flexibilität und Nachhaltigkeit ist der Handlungsbedarf sogar noch größer. Optimierungspotenzial sehen die Befragten in allen funktionalen Bereichen ihrer Wertschöpfungsketten. Insbesondere die Beschaffung und Lagerhaltung werden jeweils von rund drei Viertel der Befragten als Optimierungshebel gesehen. „Um das volle Potenzial zu heben, sind eine Supply-Chain-Strategie sowie aus dieser heraus abgeleitete Prozesse und eine geeignete Organisationsstruktur mit klaren Verantwortlichkeiten nötig“, erklärt Julian Golder. Über 45 Prozent der Unternehmen verfügen gemäß der Studie aber über keine oder eine nur ansatzweise definierte Supply-Chain-Strategie auf Standort- und Unternehmensebene. Auf Netzwerkebene, also unternehmensübergreifend, ist die Supply-Chain-Strategie nur in fünf Prozent der Fälle vollständig implementiert. Rollen und Verantwortlichkeiten sind zwar in fast der Hälfte der Unternehmen definiert, werden jedoch nur in jedem fünften Unternehmen auch verstanden und gelebt.

 


0Kommentare

Es wurde bisher noch kein Kommentar verfasst. Starten Sie die Diskussion!