Arbeitsmarkt

Mehr Einstellungen im vierten Quartal – Asylbewerber könnten von Jobchancen profitieren

„Von diesen Jobchancen können auch Asylbewerber profitieren, wenn die Aussetzung der Vorrangprüfung und des Zeitarbeitsverbots zügig in Kraft treten“, so Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland.

Beschäftigungszuwachs ist vor allem aus Berlin zu erwarten, auch München hat größeren Personalbedarf laut Manpower Arbeitsmarktbarormeter für das vierte Quartal. Die Unternehmen in Frankfurt vermelden dagegen die geringste Einstellungsbereitschaft seit Ende 2009. In Europa bleiben die Aussichten mehrheitlich stabil. Negative Prognosen kommen allerdings aus Frankreich, Italien und Griechenland.

Die exportorientierte deutsche Wirtschaft trotzt der wirtschaftlichen Eintrübung in China und der Abwertung des Yuan. Vor allem große Unternehmen planen Neueinstellungen, laut dem Manpower Arbeitsmarktbarometer jedes Fünfte. Der Optimismus der Arbeitgeber zeigt sich branchenübergreifend: In acht von neun untersuchten Wirtschaftssektoren ist der saisonbereinigte Netto-Beschäftigungsausblick positiv. Die höchste Einstellungsbereitschaft zeigt mit +12 Prozent weiterhin der Sektor „Finanzdienstleitungen und unternehmensnahe Dienstleistungen“, der im Vergleich zum Vorquartal einen Punkt dazu gewinnt. „Nachdem die Arbeitslosenzahlen im Sommer wieder leicht gestiegen sind, zieht der Arbeitsmarkt zum Jahresende wieder an“, sagt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland.

Die derzeit hohe Einstellungsbereitschaft kann Brune zufolge auch zur Integration von Asylbewerbern in den Arbeitsmarkt beitragen, wenn die Lockerungen der Arbeitsverbote zügig in Kraft treten. „Die Aufhebung des Anstellungsverbots für Zeitarbeitsunternehmen, die wir seit Monaten fordern, ist ein wichtiger Schritt, durch den Asylbewerber zügig in den Arbeitsmarkt integriert werden können“, so Brune. Firmen wie die ManpowerGroup stellen Migranten entsprechend ihrer individuellen Kompetenzen fest ein und bereiten sie durch Sprachkurse auf ihren Einsatz bei Kundenunternehmen vor, die somit selbst weder Aufwand noch Risiken haben.

Detailergebnisse des Arbeitsmarktbarometers:

Berlin und München ziehen an, Frankfurt baut ab

Während die Aussichten im Branchenvergleich mehrheitlich positiv sind, zeigen sich regional deutliche Unterschiede. Berlin erlebt den bundesweit stärksten Anstieg im Vergleich zum Vorquartal. Hier plant größenunabhängig jedes fünfte Unternehmen, bis zum Jahresende Mitarbeiter aufzustocken. Ein Personalabbau ist bei keinem einzigen der befragten Arbeitgeber vorgesehen. Der saisonbereinigte Netto-Beschäftigungsausblick verdoppelt sich somit von +9 auf +18 Prozent.

„Berlin ist gerade für Start-Ups sehr attraktiv, das wirkt sich auf die Personalnachfrage aus. Ob dieser Trend anhält, hängt davon ab, wie sich die gestiegenen Immobilienpreise auswirken“, sagt der Deutschland-Chef der Workforce Solutions Company.

Auch in der bayerischen Landeshauptstadt zeigt der Trend nach oben: In München klettert der Saldo von +9 auf +14 Prozent. In der Hessen-Metropole Frankfurt kehrt dagegen Ernüchterung ein: Erstmals seit 2010 wollen am Finanzstandort wieder mehr Arbeitgeber Personal abbauen als neu einstellen. Der Beschäftigungssaldo sinkt auf -5 Prozent, das ist die geringste Einstellungsbereitschaft seit 2009. Verhalten sind die Jobaussichten auch im Osten Deutschlands sowie im Ruhrgebiet. Der Bergbau erholt sich langsam und steigt um sechs Prozentpunkte auf -2 Prozent.


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