TrendsIndustrie-Roboter erobern die Welt

Das sind Ergebnisse der Roboter-Weltstatistik 2015, die von der International Federation of Robotics (IFR) veröffentlicht wurde. „Wichtigster Treiber der Entwicklung ist der weltweite Wettbewerb der industriellen Produktion. Die Automatisierung des Automobilsektors und der Elektro- und Elektronikindustrie stehen dabei mit einem Marktanteil von zusammen 64 Prozent an der Spitze“, sagt Arturo Baroncelli, Präsident der International Federation of Robotics (IFR).

Einzigartige Entwicklung in der Robotergeschichte

Vor diesem Hintergrund markiert die sprunghafte Automatisierung in China eine einzigartige Entwicklung in der Robotergeschichte. Um 56 Prozent stieg die Zahl der verkauften Industrie-Roboter allein im letzten Jahr gegenüber 2013. Das Reich der Mitte ist inzwischen der größte und am schnellsten wachsende Robotermarkt weltweit. Das Potential bleibt trotz der jüngsten Konjunkturschwäche enorm. Denn die chinesische Wirtschaft verzeichnet in der produzierenden Industrie erst eine Roboterdichte von 36 Einheiten pro 10.000 Arbeitnehmer. Zum Vergleich: Der Spitzenreiter Südkorea kommt auf 478 Industrie-Roboter je 10.000 Arbeitnehmer gefolgt von Japan (315 Units) und Deutschland (292 Units). Prognosen gehen davon aus, dass 2018 mehr als jeder dritte Industrie-Roboter des weltweiten Angebots in China installiert werden wird.

In Europa ist Deutschland vorne dabei

In Europa hat Deutschland mit großem Abstand die Nase vorn. Innerhalb eines Jahres (2014) stiegen die Verkaufszahlen um 10 Prozent auf rund 20.100 Einheiten – der größte bisher registrierte Absatz innerhalb von zwölf Monaten. Trotz der bereits sehr großen Roboterdichte ist der weltweit fünftgrößte Robotermarkt weiterhin auf Expansionskurs – in erster Linie angetrieben von der Automobilindustrie.

Die Statistik zur Roboter-Dichte zeigt gleichzeitig enorme Wachstumsmöglichkeiten in den USA. Hier kommen in der produzierenden Industrie aktuell erst 164 Industrie-Roboter auf 10.000 Arbeitnehmer. Die USA automatisieren ihre Wirtschaft derzeit mit rasantem Tempo. Ziel ist, den heimischen Industriestandort zu stärken und ausgelagerte Produktionen zurückzuholen. Die Zahl installierter Roboter stieg 2014 um 11 Prozent auf rund 26.000 Einheiten – Rang drei weltweit.

Die Investitionen der Automobilindustrie in Industrie-Roboter sind seit 2010 weltweit deutlich gestiegen. Mit rund 100.000 neu installierten Robotern war 2014 ein neues Rekordjahr – plus 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Neue Produktionskapazitäten in aufstrebenden Märken und eine Modernisierungswelle an den etablierten Standorten der autoproduzierenden Länder haben diesen Boom getragen. Ein Großteil der Robotertechnik wurde 2014 an Autozulieferer für elektronische Komponenten verkauft. Dazu zählen beispielsweise Batteriehersteller oder Car-IT-Firmen.

Mensch-Roboter-Kollaboration vor dem Durchbruch

Die Elektro- und Elektronikbranche verzeichnete 2014 ebenfalls einen neuen Rekord – der Absatz stieg um 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die starke Nachfrage für Industrie-Roboter in der Produktion von Consumer Electronics, Kommunikations-Equipment oder auch Computer- oder Medizintechnik summieren sich für dieses Segment auf einen weltweiten Marktanteil von insgesamt 21 Prozent.

Die digitale Transformations- und Automatisierungswelle wird den Siegeszug der Industrie-Roboter bis 2018 weiter vorantreiben. Im Zuge von „Industrie-4.0-Projekten“ steht beispielsweise die Mensch-Roboter-Kollaboration vor dem Durchbruch. Die vereinfachte Zusammenarbeit mit Robotern öffnet den Markt zusätzlich für neue Anwendungen. Das gilt für kleinere und mittlere Unternehmen ebenso wie für Konzerne aller Branchen. Neben der Automobil- und Elektronikindustrie erreicht diese Entwicklung zunehmend auch die metallverarbeitende Industrie, Kunststoffindustrie sowie Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie.


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