StudieSichere Unternehmensführung in unsicheren Zeiten

Wachstum und Effizienzsteigerung im Fokus

Vor dem Hintergrund des unsicheren wirtschaftlichen Umfelds fahren immer mehr Unternehmen dreigleisig und konzentrieren sich gleichzeitig auf Maßnahmen zur Wachstumsabsicherung, Effizienzsteigerung und Digitalisierung. Das Produktportfolio bleibt im Fokus, und so steht für rund 70 Prozent die Optimierung des Produktportfolios im kommenden Jahr weiterhin ganz oben auf der Agenda. Firmen versuchen zum Beispiel neues Umsatzpotenzial systematisch zu identifizieren und ihren Vertrieb effizienter zu gestalten.

Um die Effizienz zu steigern, setzen Unternehmen 2016 außerdem auf die Optimierung ihrer Produktionsprozesse. So wollen über 60 Prozent ihre Produktion nachfragegerechter planen und steuern. Die Hälfte der Studienteilnehmer setzt außerdem auf Maßnahmen im Einkauf wie kaufmännische (z. B. Preisvergleich, Bündelung) und technische Einkaufshebel (z. B. Wertanalyse, Materialsubstitution). Die Stärkung des Controllings verliert dagegen im Vergleich zu den genannten Aktivitäten 2016 an Bedeutung – ein problematisches Ergebnis, wie Thomas Rinn, Partner von Roland Berger, meint: „Gerade weil die Unternehmen schneller und flexibler auf Marktveränderungen reagieren müssen, sollten sie ihr Controlling weiter stärken, um ihre Kostenstruktur stets im Blick zu haben.“

Industrie 4.0 und Digitalisierung als Notwendigkeit erkannt

Die Themen Digitalisierung und Industrie 4.0 sind in den Unternehmen inzwischen angekommen: Sahen bei der letzjährigen Studie noch weniger als die Hälfte der Befragten diese Themen als Chance, sind es heute fast 60 Prozent. Allerdings hat auch die Zahl derer zugenommen, die der Entwicklung kritisch gegenüberstehen und in Digitalisierung und Industrie 4.0 eher ein Risiko für das eigene Geschäftsmodell sehen. Knapp ein Drittel der Befragten sieht das so. Angesichts der Unaufhaltsamkeit dieser Trends fordert Knapp hier mehr Offenheit: Für Firmen wird es immer schwieriger, die richtigen Prioritäten zu setzen, je mehr Baustellen sich auftun. Aber wer heute die digitale Transformation verpasst, wird morgen in Schwierigkeiten geraten. Die Kunden werden früher oder später ihre Lieferanten dazu zwingen, sich den Industrie 4.0-Prozessen zu öffnen, zum Beispiel weil sie innovative Lösungen einfordern oder erwarten, dass ihre Wünsche selbst bei kleineren Abnahmemengen besser berücksichtigt werden.

Immerhin wollen 41 Prozent der befragten Unternehmen den Transformationsprozess zu Industrie 4.0 im kommenden Jahr systematisch angehen – ein sattes Plus von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig ist aber die Zahl derer, die ihre Firma für diesen Weg gut gerüstet sehen, um fünf Prozentpunkte auf nur noch 28 Prozent der Befragten gesunken.


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