ArbeitsmarktbarometerEinstellungsbereitschaft deutscher Firmen geht zurück

„Mit 88 Prozent plant die Mehrheit der Unternehmen jedoch keine Personalveränderung, so dass die Aussichten insgesamt stabil sind“, sagt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland. Als Grund für die verhaltenen Aufstockungspläne sieht der Experte die gleichbleibend gute Beschäftigungslage über das Gesamtjahr 2015. Das Arbeitsmarktbarometer lag durchgehend bei +5 Prozentpunkten, trotz konjunktureller Schwankungen und politischen Unsicherheiten. „Die Unternehmen haben dazugelernt und gehen diesmal gut aufgestellt ins neue Jahr, so dass sie auf eine anziehende Konjunktur schnell reagieren können. Neue Bedarfe werden zum Jahresbeginn identifiziert“, so der Deutschland-Chef des Workforce Solutions Anbieters. Angesichts der Konjunkturflaute in China und anderen Schwellenländern bewerten die Experten der ManpowerGroup die aktuellen Beschäftigungsaussichten als positiv. Auch in Europa bleiben die Aussichten stabil. Griechenland zeigt eine deutliche Verbesserung um elf Prozentpunkte im Vergleich zum Vorquartal.

Mittelstand und Dienstleistungssektor sind Jobmotoren

Triebfeder der soliden Beschäftigungslage sind mittelgroße Firmen: Hier liegt der Netto-Beschäftigungsausblick unverändert bei +12 Prozentpunkten, jedes sechste Unternehmen dieser Größe plant Neueinstellungen. Nach Branchen differenziert zeigt sich der größte Personalbedarf weiterhin im Bereich der Finanzdienstleistungen und unternehmensnahen Dienstleistungen. Hier liegt der Netto-Beschäftigungsausblick bei guten +10 Punkten, 13 Prozent der Firmen planen Neueinstellungen. „Die Veränderung der Arbeitswelt kommt den Dienstleistern zugute, hier entstehen durch die Digitalisierung neue Geschäftsfelder und Jobprofile“, so Herwarth Brune. In sieben der neun untersuchten Wirtschaftssektoren ist der saisonbereinigte Netto-Beschäftigungsausblick positiv.

Beste Aussichten in München und Berlin, Frankfurt überwindet Einstellungsdelle

Im Regionalvergleich zeigt sich die größte Einstellungsbereitschaft in München. Hier wollen 13 Prozent der Firmen neue Mitarbeiter rekrutieren, der saisonbereinigte Netto-Beschäftigungsausblick erreicht somit +10 Prozent. In Berlin sinkt der Ausblick von einem enormen Hoch im Vorquartal (+18) auf gute +7 Prozent für das erste Quartal 2016. Frankfurt überwindet den Einbruch im vierten Quartal (-4) und erreicht +4 Punkte. „Der Stellenabbau im Banksektor hat in der Finanzmetropole Spuren hinterlassen und wird weiterhin spürbar sein. Ob Frankfurt wieder zweistellige Topwerte erreichen wird, hängt davon ab, ob andere Dienstleistungsbereiche das Gap ausgleichen können, wie zum Beispiel FinTechs“, so Brune.


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