EinzelhandelBis 50.000 Innenstadt-Läden droht das Ende

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund sieht angesichts des Booms des Online-Handels bis zu 50.000 Läden in Innenstädten in Gefahr. Innenstädte und Ortskerne sind ein wichtiger Schlüssel für eine positive Stadtentwicklung. Sie schaffen Identität und sind Wohn-, Arbeits- und Erlebnisraum. In vielen Kommunen droht durch den zunehmenden Leerstand von Einzelhandelsgeschäften eine Verödung der Innenstädte. Um diese zu bekämpfen sind gemeinsame Strategien von Kommunen, Einzelhandel und Unternehmen vor Ort notwendig. Mehr Aufmerksamkeit ist dabei auch dem Onlinehandel zu widmen. Auch der stationäre Einzelhandel muss die neuen Möglichkeiten des Internets nutzen, wie zum Beispiel über die Verfügbarkeit von Produkten im Laden zu informieren. Mit einer guten Innenstadtgestaltung, Erlebnischarakter sowie einem attraktiven ÖPNV- und Verkehrsangebot haben viele Städte in Deutschland in den vergangenen Jahren ihre Attraktivität bereits positiv beeinflusst. Der zunehmende Online-Handel ist allerdings eine große Herausforderung für unsere Innenstädte.

Einzelhandel verliert in den Bereichen Mode und Elektroartikel weiter an Bedeutung

Experten prognostizieren, dass im Jahr 2025 bis zu 25 Prozent des gesamten Einzelhandels über das Internet laufen wird. Dies wird nicht spurlos an unseren Innenstädten vorbeigehen. Insbesondere in den Bereichen Mode, Elektroartikel und Medien wird der stationäre Einzelhandel weiter an Bedeutung verlieren. Bis zu 50.000 Läden sind in Gefahr! Leere Schaufenster in unseren Innenstädten führen zu einer Abwärtsspirale, die Zentren verlieren an Attraktivität. Dieser Entwicklung muss aktiv gegengesteuert werden, denn die Innenstadt ist das „Gesicht einer Stadt“ und die Visitenkarte gegenüber Besuchern und Touristen. Sie steht für Identität, Kultur und Lebensqualität und gewährleistet Wirtschaftskraft sowie Arbeitsplätze. Städte und Handel müssen daher „an einem Strang ziehen, um unsere Innenstädte langfristig attraktiv zu erhalten.

Stationäre Handel muss sich auf seine Stärken konzentrieren

Nach Auffassung des DStGB muss sich insbesondere der stationäre Handel auf seine Stärken besinnen. Im Geschäft auf Kundschaft zu warten, reicht heute nicht mehr aus. Der Einkauf in der Innenstadt muss zum „Erlebniseinkauf“ werden, der zum Beispiel durch Angebote zur Kinderbetreuung, durch Ruhe- und Kommunikationsräume oder durch ausgefallene Verkaufsaktionen abgerundet wird. Zudem müssen der Service und die Kundenberatung weiter verbessert werden, denn kaum etwas wirkt stärker auf die Kundenbindung, als eine kompetente Beratung und ein guter Vor-Ort-Service. Lokale Online-Marktplätze des Handels können ebenfalls helfen, dem Bedeutungsverlust der Innenstädte wirksam entgegenzutreten, denn es gilt: Der Handel funktioniert nur mit, und nicht gegen das Internet.

Hinsichtlich der Ladenöffnungszeiten sollten die Länder den Kommunen zudem einen größeren Entscheidungsspielraum einräumen. Zwar schafft eine Verlängerung von Ladenöffnungszeiten allein noch keine Revitalisierung der Innenstädte, jedoch kann sie zusammen mit Einzelhandels- und Stadtmarketingkonzepten, die die Kommunen zusammen mit dem Handel aufstellen, ein wichtiger Mosaikstein sein. Eine Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten zugunsten des Handels ist aber abzulehnen.


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