FinanzenDie steuerliche Behandlung von Geschenken und Streuartikeln

Viele Großhändler bieten Streuartikel und personalisierte Geschenke für Geschäftskunden an. Die Idee dahinter ist, dass der potenzielle Kunde durch den häufigen Gebrauch solcher Artikel immer wieder an das Unternehmen erinnert wird. Und natürlich ist man jemandem gegenüber, der einen beschenkt, immer wohlgesonnen. Worauf also sollten Unternehmen und Selbstständige achten, bevor sie in Streuartikel und andere kleine Geschenke investieren?

Hier eine kleine Liste, die eigentlich jeder Großhändler seinen Kunden zur Verfügung stellen sollte:

  1. Bei der steuerlichen Absetzbarkeit von Werbeartikeln gilt eine Obergrenze von 35 Euro pro Empfänger. Hier sollte man einen Blick auf die Rechnung werfen, denn es gilt der Netto-Betrag.
  2. Für die Verbuchung von Werbeartikel muss ein separates Konto genutzt werden. Eine genaue Aufzeichnung stellt sicher, dann man diese Betriebskosten absetzen kann.
  3. Wer erhält die Werbeartikel? Eine genaue Aufzeichnung ist wichtig.
  4. Je geringer der Stückpreis, desto lockerer sieht das Finanzamt die Aufzeichnungspflichten. Hier gibt es jedoch leider keine verbindliche Wertgrenze. Steuerlich absetzbare Streuartikel bieten sich natürlich auf Grund des geringen Stückpreises als Werbegeschenke an.

Was, wenn Geschenke konfektioniert und geplant werden?

Wenn es um die Rechnungsstellung für Werbeartikel geht, dann ist es am sinnvollsten, man stellt zwei verschiedene Rechnungen aus. Das gilt besonders, wenn der Preis des Artikels sich der 35 Euro Grenze sehr nähert. Einmal verbucht man die Anschaffung der Werbeartikel selbst, die andere Rechnung stellt man aus für die Ideenfindung, Konzeption, Design, Grafik usw.

Begriffe wie Werbeartikel oder Streuartikel kennt das Steuerrecht eigentlich nicht. Da Werbeartikel in der Regel verschenkt werden, fallen sie unter die Definition eines betrieblich veranlassten Geschenks. Und so werden sie vom Finanzamt auch behandelt:

  • Die Obergrenze darf pro Person und Jahr nicht überschritten werden.
  • Die Aufzeichnungspflichten müssen unbedingt eingehalten werden.

Wird der Betrag überschritten, ist der gesamte Betrag steuerlich nicht absetzbar, nicht nur in Höhe der Differenz. Das liegt daran, dass die 35 Euro als Freigrenze gelten.

Wichtig ist zudem, dass alle Aufzeichnungen für das Finanzamt nachvollziehbar sind, sollte es einmal zu einer Prüfung kommen. Es gibt bei den Finanzbehörden leider keine allgemeingültige Verwaltungspraxis, jeder Sachbearbeiter entscheidet selbst, wie er dieses Thema handhaben will.

Bei einem Wert von 5-10 Euro pro Streuartikel verzichten die meisten Finanzämter auf eine Empfängerliste. Manche Sachbearbeiter finden jedoch auch bei 30 Euro Warenwert, dass es sich noch um einen Streuartikel handelt. Es ist also etwas schwierig, hier auf Nummer sicher zu gehen, man kann sich allerdings vorab vom Finanzamt eine verbindliche Auskunft einholen.


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