StudiePersonaler suchen verstärkt junge Akademiker

Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „JobTrends Deutschland“, die Staufenbiel Institut jährlich veröffentlicht. Die Benchmark-Studie gibt einen umfangreichen Einblick, wie sich der Berufseinstieg für junge Akademiker entwickelt.

Bachelor-Abschluss etabliert sich

Die diesjährigen Ergebnisse machen deutlich, dass Bewegung im Wettbewerb um akademische Nachwuchskräfte herrscht. Der Masterabschluss hat sich zum gefragtesten Abschluss für Firmen entwickelt. Aber auch der Bachelor konnte sich bei den Arbeitgebern als akademischer Abschluss etablieren: Viele Personaler bieten Bachelor-Absolventen inzwischen die gleichen Chancen wie Master-Absolventen.

In 87 Prozent der Unternehmen findet sich ein Bachelor im selben Einstiegsprogramm wieder wie ein Master-Absolvent. Immerhin mehr als die Hälfte der Arbeitgeber zahlt Bachelor- und Master-Absolventen heute dasselbe Einstiegsgehalt. Im Schnitt liegt der Gehaltsunterschied zwischen den Abschlüssen bei zwölf Prozent.

Der akademische Grad ist nicht mehr alles

Infographik: Einstiegsgehälter Absolventen im Vergleich. Bildquelle: Staufenbiel Institut

Infographik: Einstiegsgehälter Absolventen im Vergleich. Bildquelle: Staufenbiel Institut

„Hier macht sich bemerkbar, dass es in vielen Unternehmen zum Umdenken gekommen ist“, erläutert Herausgeberin Birgit Giesen, Geschäftsführerin von Staufenbiel Institut. „Früher galt die Regel, je höher der akademische Grad, umso höher das Einstiegsgehalt. Personaler setzen heute verstärkt auf persönliche Kompetenzen.“ Unter den gefragten Soft Skills führen Eigeninitiative, Kommunikations- und Teamfähigkeit deutlich vor analytischer und konzeptioneller Fähigkeit sowie Leistungsbereitschaft. Hier zeigen sich die veränderten Anforderungen an neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die diesjährige Studie beleuchtet außerdem Chancen, Voraussetzungen und Inhalte von Trainee-Programmen: 80 Prozent der Firmen erachten sie als wesentlichen Grundstein für die Karriere. Im Durchschnitt dauert ein Trainee-Programm 17 Monate und dabei hat fast jeder zweite Trainee die Chance auf einen Auslandsaufenthalt. Für viele Bewerber ist das klassische Praktikum heute noch immer der erste Schritt in das Berufsleben. Bei 40 Prozent der 17.000 angebotenen Einstiegsstellen handelt es sich um Praktika. Daran konnte weder die steigende Nachfrage nach Absolventen, noch die Neuregelung der Bundesregierung zum Mindestlohn etwas ändern.

Im Durchschnitt führen nur zwölf Prozent aller eingegangenen Bewerbungen zu einem Vorstellungsgespräch. Und etwa jeder fünfte Bewerber, der zu einem persönlichen Gespräch eingeladen wird, erhält danach einen Arbeitsvertrag.„Bewerber sollten also nicht so schnell aufgeben und beharrlich sein“, so Giesen.

Social Media gewinnt für Recruiting an Bedeutung

Für das Recruiting nutzen die Firmen Social Media intensiv: Mit 92 Prozent ist Xing für Personaler noch immer das mit Abstand wichtigste Netzwerk, verzeichnet im Vergleich zum Vorjahr aber leichte Einbußen. Facebook hingegen ist auf Aufholjagd und wird von 71 Prozent der befragten Unternehmen genutzt. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es noch 64 Prozent. Auch YouTube gewinnt an Bedeutung: 44 Prozent nutzen die Video-Plattform; hier gab es einen Anstieg um acht Prozentpunkte. Auf LinkedIn setzen für das Recruiting heute 56 Prozent. Digitale Bewerbungen sind heute bei drei von vier Unternehmen ein Muss. Fast 60 Prozent bieten dafür ein Online-Bewerbungsformular an. Nicht mal mehr ein Drittel der Firmen wünscht die vollständige Bewerbung auf dem Postweg.


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