BenefitsMaterielle „Wohltaten“ und andere Zusatzleistungen für Mitarbeiter

In vielen Ausschreibungen machen Arbeitgeber potenziellen Mitarbeitern die entsprechenden Stellen in zunehmendem Maße und ganz gezielt schmackhaft: Sie weisen Interessenten auf freiwillige Zusatzleistungen, die sie bieten, hin, worauf Arbeitnehmer ansonsten keinen Rechtsanspruch haben. Nicht selten von den Firmen in verschiedene Kategorien eingeteilt, erleichtern diese Extra-Angebote unter anderem die im Berufsalltag oft erwartete Flexibilität und Mobilität.

Doch nicht nur die Angestellten profitieren von diesen zusätzlichen Aufwendungen, sondern auch die Geschäftsleitung selbst zieht trotz erhöhter Personalkosten ihren Nutzen daraus. Im Folgenden zeigen fünfzehn markante Beispiele, mit welchen sogenannten Benefits bzw. Fringe/Soft Benefits – von lateinisch beneficium = „Wohltat“ – und anderen freiwilligen Leistungen Geschäftsinhaber die Zufriedenheit sowie die Motivation der einzelnen Mitarbeiter und somit das Betriebsklima verbessern. Diese im Allgemeinen als Sachleistungen gedachten Löhne beeindrucken dabei oftmals mehr als etwa ein besonders hohes Gehalt.

1. Fahrtgeld

Als Alternative zu Gehaltserhöhungen, übernehmen oder beteiligen sich verschiedene Arbeitgeber an der Finanzierung der täglichen Fahrt ihrer Mitarbeiter mit dem eigenen Fahrzeug zur Arbeit. Für Letztere bedeutet diese Zusatzleistung eine mitunter spürbare Unterstützung.

2. Jobticket

Dieses Ticket ist bei Arbeitnehmern seit Langem beliebt, da sie damit großflächig und deutlich ermäßigt die öffentlichen Verkehrsmittel innerhalb des Verkehrsverbundes benutzen können.

3. Sondervergütungen

Diese tarifunabhängigen Sonderzahlungen wie Prämien, bedingt auch Urlaubs- und Weihnachtsgeld, gelten im weiteren Sinne – wenn die Geschäftsleitung diese freiwillig gewährt – als Benefits, im engeren Sinne nicht, da es sich bei ihnen um finanzielle Aufwendungen handelt.

4. Fortbildungen

Die Möglichkeit, die eigene Persönlichkeit zu entfalten, ist eine wesentliche Voraussetzung, damit sich Arbeitnehmer mit dem Unternehmen identifizieren und ihre Leistung optimieren. Um dies zu unterstützen, können Arbeitgeber Trainings, Seminare und andere Fortbildungsveranstaltungen und Aufstiegsmöglichkeiten anbieten.

5. Firmenwagen für Privatfahrten

Der Firmenwagen gilt seit Langem als prestigeträchtig, stellt aber bei Weitem nicht den wichtigsten Benefit dar. Bildquelle: @ Olichel pixabay.com – (CC0 1.0)

Der Firmenwagen gilt seit Langem als prestigeträchtig, stellt aber bei Weitem nicht den wichtigsten Benefit dar. Bildquelle: @ Olichel pixabay.com – (CC0 1.0)

Zu den freiwilligen Lohnnebenkosten, welche die Entscheidung der Arbeitsuchenden für oder auch gegen eine Stelle maßgeblich beeinflussen können, zählt auch eine Form, die lange Zeit als besonders prestigeträchtig galt: der Firmenwagen. Zurzeit zeichnet sich allerdings ein Trend ab, der besonders die sogenannte Work-Life-Balance in den Vordergrund stellt.

Damit ist der Ausgleich von Arbeits- und Privatleben gemeint, der maßgeblich auf die Vorstellungen der Arbeitnehmer von familiärer und/oder freizeitorientierter Lebenserfüllung und die Gesunderhaltung anspielt.

Rein materielle Zusatzdienste wie auch das Diensthandy oder der Dienst-Laptop haben eine große, aber nicht die größte Bedeutung unter den Benefits. Was den Firmenwagen und dessen Nutzung auch in der Freizeit betrifft, so haben, wie hier zu sehen ist, mehr als hundert Experten in Sachen Umwelt und Mobilität in einer Umfrage aus dem Jahr 2014 prognostiziert, welchen Stellenwert der eigene Firmenwagen in zehn Jahren haben wird.

Das Ergebnis:

  • 35 %: Stellenwert wird etwas niedriger
  • 32 %: Stellenwert wird deutlich niedriger
  • 28 %: Stellenwert bleibt unverändert
  • 3 %: Stellenwert wird deutlich höher
  • 2 %: Stellenwert wird etwas höher

Etwa zwei Drittel der Befragten gehen demnach davon aus, dass der Firmenwagen zumindest bis 2024 nicht mehr die Rolle spielen wird wie etwa in den 90er-Jahren.

6. Ergonomische Möbel

Die flächendeckende Nutzung von PCs im Arbeitsleben hat in den letzten Jahrzehnten dazu geführt, dass sich Rückenschmerzen, durch langes falsches Sitzen bedingt, ebenfalls rasant verbreitet haben. Allein aufgrund der besonders notwendig gewordenen Öffentlichkeitsarbeit sind davon auch Branchen in zunehmendem Maße betroffen, die bisher verhältnismäßig wenig mit Bürotätigkeiten zu tun gehabt haben.

Probleme mit dem Rücken sind zu einer regelrechten Volkskrankheit geworden, weshalb die Ausstattung der Büros mit ergonomischen – das heißt auf die Bedürfnisse des Menschen zugeschnittenen – Möbeln, vor allem also Tischen und Stühlen, zu einer bedeutsamen Aufgabe verantwortungsvoller Arbeitgeber oder Selbstständiger zählt.

Langes Sitzen belastet sowohl die Wirbelsäule – besonders die Bandscheiben – als auch die Rückenmuskulatur stärker als Gehen und Stehen. Es kann zu Verkrampfungen, Nacken- und Kopfschmerzen und zu verschiedensten langfristigen Erkrankungen führen, die auf die Fehlhaltung der Wirbelsäule zurückzuführen sind. Abgesehen davon, dass im Büro Tätige mit mehrmaliger und möglichst abwechslungsreicher Bewegung dafür sorgen können, dass ihr Rücken beweglich und schmerzfrei bleibt, trägt auch die Sitzhaltung entscheidend zur Gesunderhaltung der Angestellten bei.

Wie die Umfrage in Deutschland aus dem Jahr 2015 zeigt, nahmen etwa 15 Prozent der Befragten monatlich Schmerzmittel gegen Rückenschmerzen.

Wie die Umfrage in Deutschland aus dem Jahr 2015 zeigt, nahmen etwa 15 Prozent der Befragten monatlich Schmerzmittel gegen Rückenschmerzen.

Quelle: Statista GmbH

Laut diesem Beitrag sollten Bürostühle im idealen Fall, also in weitgehend ergonomischer – auf den Menschen zugeschnittener – Hinsicht folgende Merkmale und Funktionen aufweisen:

  • höhenverstellbarer Sitz
  • anpassbare Armstützen
  • Rückenlehne justierbar
  • Rückenlehne höhenverstellbar
  • Sitztiefe einstellbar
  • Neigungswinkel einstellbar
Viele Bürostühle sehen bequem aus, entsprechen des Öfteren aber dennoch nicht den individuellen Anforderungen des Berufstätigen. Bildquelle: © Jerrico Pixabay.com – (CC0 1.0)

Viele Bürostühle sehen bequem aus, entsprechen des Öfteren aber dennoch nicht den individuellen Anforderungen des Berufstätigen. Bildquelle: © Jerrico Pixabay.com – (CC0 1.0)

Die Deutsche Rentenversicherung Bund unterstützt sogar die Anschaffung eines orthopädischen Stuhls, um eine sich eventuell anbahnende Erwerbsunfähigkeit abzuwenden. Einfach einen Antrag einzureichen, hat dabei keine Aussicht auf Erfolg, wie dieser Ratgeber informiert: Es muss ein ärztlicher Befund vorliegen, der die nicht durch andere Maßnahmen kurierbaren bzw. ohne tiefer gehende medizinische Ursachen vorhandenen Rückenschmerzen bestätigt. In diesem Fall kann ein orthopädischer Bürostuhl als Therapie-Instrument die Rückkehr zum Arbeitsplatz genauso unterstützen wie auch bei Rheuma oder einem Bandscheibenvorfall.

7. Firmeninterner Sport

Eine andere wirksame Prävention von Rückenproblemen zum Beispiel im Dienstleistungssektor stellen betriebliche Sportangebote dar. Sie ermöglichen in speziellen Räumen oder auch bei externen Sportstudios Yoga- oder andere Fitnessangebote. Die Mitarbeiter können sie in der Pause oder nach der Arbeitszeit in Anspruch nehmen.

8. Geschenke

Besonders die Weihnachtszeit oder besondere Firmenanlässe nutzen Arbeitgeber als Anlässe, um verschiedene Geschenke an die Belegschaft zu verteilen. Sie sind bis zu einer bestimmten Freigrenze – momentan sind das 60 Euro brutto – steuerfrei und ein wichtiges Signal für die Wertschätzung der Geschäftsleitung gegenüber dem Kollegium.

9. Obst, Gemüse und andere Erfrischungen

Viele Unternehmen betonen mit diesem Gratis-Angebot, dass sie auf die gesunde Ernährung ihrer Mitarbeiter achten – ebenfalls ein Zeichen für Wertschätzung.

10. Kantinenessen

Vor allem Großunternehmen bieten Angestellten die Möglichkeit auf weitgehend geregelte Mahlzeiten. Die Gerichte sind verhältnismäßig kostengünstig, sollten zugleich aber abwechslungsreich gestaltet sein und verschiedene Bedürfnisse – zum Beispiel vegetarische oder kalorienarme Ernährungsweise – abdecken.

11. Vermögenswirksame Leistungen

Die betrieblich gewährten Sparzulagen sind Bestandteil des Lohns, gelten also als sozialversicherungsrechtliche Entgelte (Beispiel: Bausparvertrag), die auf ein spezielles Konto zu überweisen sind. Die Vermögenswirksamen Leistungen sind tariflich, laut Betrieb oder individuell im Arbeitsvertrag geregelt – können also durchaus eine freiwillige Zusatzleistung darstellen – und zielen auf die Vermögensbildung der Angestellten ab. Sie sind ein wirksames Instrument der gegenseitigen Vertrauensbildung zwischen der Arbeitgeber- und der Arbeitnehmerseite.

12. Betriebliche Unfallversicherung

Davon profitieren ebenfalls beide Seiten: Die Arbeitnehmer erhalten einen Rundumschutz, der auf die gesetzliche Unfallversicherung aufbaut, auch in Hinsicht auf etwaige Berufsunfähigkeit. Der betriebliche Unfallschutz unterstützt zudem den Wiedereinstieg in den Beruf, unter anderem mit Therapien und Fitnessangeboten.

13. Betriebliche Altersvorsorge

Versorgungsleistungen für das Rentenalter, im Fall von Berufsunfähigkeit oder Tod gewähren viele größere Firmen ihren Mitarbeitern. Die betriebliche Altersvorsorge ist der in Deutschland am meisten verbreitete Benefit – mit 96 Prozent. Sie verweist die Unfallversicherung, Mitarbeiterfortbildungen und den Dienstwagen auf die Plätze.

14. Home Office

Die Möglichkeit von zu Hause aus zu arbeiten, nehmen Mitarbeiter zunehmend in Anspruch. Laut einer Statistik glaubten von 96 befragten Internetexperten 28 Prozent der davon deutschen, dass zwischen 2015 bis 2019 mehr als 75 Prozent der Büroangestellten regelmäßig das Home- oder Mobile-Office nutzen werden, für die Jahre 2020 bis 2024 meinten dies 29 Prozent der deutschen Befragten. Von den interviewten Experten aus der EU waren sogar 29 bzw. 35 Prozent dieser Ansicht.

15. Flexible Arbeitszeiten

Bei der hier einzusehenden Meinungsumfrage belegte freie Arbeitszeitgestaltung den ersten Platz unter den beliebtesten Benefits. Gleitzeit oder Vereinbarungen zu wechselnden Wochenstunden sind für viele Arbeitnehmer von entscheidender Bedeutung, um Arbeit, Familie, Haushalt und Hobby miteinander vereinbaren zu können.


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