Change ManagementRestrukturierungsbedarf bei Unternehmen steigt

Auf einen Blick

  • Geopolitische Unsicherheit, möglicher BREXIT, Flüchtlingskrise: deutsche Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen
  • Digitalisierung und Branchenkonsolidierung erhöhen den Druck: Restrukturierungsfälle werden komplexer
  • Besonders betroffen: Energiewirtschaft, Automobilbranche, Konsumgüterindustrie
  • Digitalisierungsstrategie als zwingende Voraussetzung für Turnaround
  • Ansteigender Restrukturierungsbedarf trifft auf eine Beratungs- und Bankenlandschaft, die sich zunehmenden Herausforderungen gegenüber sieht – Gefahr von Boomerang-Restrukturierungen

Nach Ansicht der für die neue „Restrukturierungsstudie 2016“ von Roland Berger befragten  Experten steigt darüber hinaus der Druck durch die zunehmende Digitalisierung (34%) und disruptive Innovationen sowie anhaltende Konsolidierungstrends (25%) in vielen Branchen.

Diese Entwicklungen  spiegeln sich auch in der Restrukturierungspraxis wider: Anzahl und
Komplexität der Restrukturierungsfälle werden weiter steigen, so das  Ergebnis der Studie. Befragt wurden über 1.000  Restrukturierungsexperten in Deutschland.

Wirtschaftliche und politische Unsicherheit erhöht Komplexität

Vor diesem Hintergrund erwartet die Mehrheit (67%) der Befragten in  den kommenden zwölf Monaten eine steigende Zahl von  Restrukturierungen. Über 60 Prozent glauben zudem, dass die  Komplexität der Restrukturierungsfälle zunehmen wird. „Viele  Unternehmen sind durch den schnellen Wandel aufgrund neuer  Wettbewerber, zunehmender Digitalisierung und politischer Unsicherheiten herausgefordert“, sagt Gerd Sievers, Senior-Partner  von Roland Berger und Autor der Studie. „Daher müssen sie zügig  handeln, sonst ist eine Krise vorprogrammiert.“

Digitalisierung als zwingende Voraussetzung für einen erfolgreichen Turnaround

Nachhaltige Restrukturierungskonzepte sind ohne Beachtung der in  allen Branchen anstehenden digitalen Transformation kaum noch  denkbar. Trotz der Herausforderungen kann eine umfassende  Digitalisierungsstrategie aber auch die Chance für einen  erfolgreichen Turnaround sein. „Entscheidend ist dabei allerdings,  dass in den Firmen das gesamte Geschäftsmodell auf den Prüfstand kommt“, sagt Sievers. Dementsprechend messen auch 39 Prozent der  Studienteilnehmer strategischen Restrukturierungsmaßnahmen die größte Bedeutung gegenüber operativen und finanziellen Maßnahmen bei.

Insbesondere in der Energiewirtschaft müssen Geschäftsmodelle grundlegend an die Herausforderungen der Energiewende sowie die  zunehmende Digitalisierung des Geschäfts mit Privat- und  Industriekunden angepasst werden, glauben 26 Prozent. Gleiches gilt
für die Automobilindustrie (22%), deren künftiger Erfolg maßgeblich  von der Umsetzung alternativer Antriebsmodelle und innovativer  Mobilitätskonzepte abhängen wird.

Auch die Konsumgüterindustrie muss handeln, denn sie kämpft weiterhin mit ständig steigenden Kundenanforderungen und neuen digitalen Wettbewerbern, erklären 12  Prozent der Befragten. Bei der Finanzdienstleistungsindustrie sehen  die Befragten dagegen weniger Handlungsbedarf als im Vorjahr, obwohl auch diese stark von neuen digitalen Geschäftsmodellen und  verschärften Regularien betroffen ist.


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