Marketing & Vertrieb

Wie nutzt man das Web 2.0 für sein Unternehmen?


Was verbirgt sich nun hinter dem Begriff Web 2.0?

Der Begriff Web 2.0 steht in erster Linie für eine veränderten Umgang mit dem Internet. Web 2.0 steht für neue Techniken, mit denen jedermann selbst Inhalte ins Internet stellen kann. Der Kunde ist nun nicht mehr Teil einer grauen Masse, die sich lediglich in Umsatzzahlen, Anfragen und Beschwerden bestimmen lässt. Mit der aktiven Beteiligung der gesamten Internetgemeinschaft hat sich das Netz zu einem florierenden Miteinander entwickelt – das auch Sie für Ihr Geschäft nutzen können und sollten!

Große Unternehmen und Konzerne haben den direkten Weg zum Kunden bereits erfolgreich beschritten, der Mittelstand zieht nun nach. Eine aktuelle Studie unter 100 kleinen und mittelständischen Firmen hat ergeben: Mehr als die Hälfte aller befragten Unternehmen will Instrumente des Web 2.0 in ihre eigenen Websites einbinden. Ganze 35 Prozent nutzen bereits Dienste wie Wikipedia, Xing, Flickr oder YouTube.

Was kann das neue Internet nun aber für Sie konkret leisten? Der Studie zufolge erwarten rund 67 Prozent der Befragten, dass sie durch die neuen Instrumente ihren Bekanntheitsgrad erhöhen. Rund 59 Prozent der Firmen gehen davon aus, Kunden dadurch stärker an sich zu binden oder das Image zu verbessern (58 Prozent). Fest steht, dass Web 2.0 Ihnen immer mehr Möglichkeiten bietet, Ihr Unternehmen kostengünstig voranzubringen – wenn Sie die Klaviatur der Instrumente kennen und beherrschen. Ich möchte Ihnen heute die wichtigsten vorstellen und zeigen, wie Sie Web 2.0-Aktivitäten gewinnbringend einsetzen können.

Der Nutzen von Web 2.0 Aktivitäten

  • Steigern Sie die Bekanntheit Ihres Unternehmens. Das Schlagwort der Mund-zu-Mund-Propaganda im Internet ist Virales Marketing.
  • Nutzen Sie das Internet für aktive Kundenkommunikation. Aktiv auf Veröffentlichungen über das eigene Unternehmen einzugehen,
  • Setzen Sie auf Wissensmanagement in Form von Wikis. Das Wissen des einzelnen Mitarbeiters kann zum Gemeinschaftsgut aller Mitarbeiter werden.
  • Finden Sie wichtige neue Geschäftskontakte und behalten Sie Ihr Netzwerk jederzeit und aktuell im Überblick!

Blogs: Der Promi unter den Web 2.0 – Diensten

Zweifellos gehören Blogs zu den populärsten Diensten des Web 2.0. Der Begriff ist eine Abkürzung von Weblog, ein im Web geführtes Logbuch bzw. Journal.

Blogs gibt es in den unterschiedlichsten Varianten, von pritaten Tagebüchern über themenspezifische Blogs bis hin zu den Corporate Blogs, in denen über aktuelle Entwicklungen eines Unternehmens berichtet wird.

Mit Blogs Kunden und Mitarbeiter an das Unternehmen binden

Immer mehr Verbraucher beziehen Informationen zu Produkten und Unternehmen aus dem Internet. Blogs und Verbraucher-Communities bieten ihnen dabei Erfahrungsberichte anderer Käufer und damit authentische und vertrauenswürdige Informationen für ihre Kaufentscheidung. Einen eigenen Blog in Ihre Kommunikationspolitik einzusetzen, bietet also viele Möglichkeiten, den Bekanntheitsgrad Ihres Unternehmens zu steigern.

Tipp: Verbreiten Sie über Ihr Blog auf keinen Fall Pressemitteilungen oder übliche Marketing-Phrasen. Auch wenn es banal klingt: Schreiben Sie in einem sehr persönlichen Stil! Unterhaltend und informativ – so verleihen Sie Ihrem Unternehmen ein Gesicht.

Das firmeneigene Blog kann als gemeinsam von allen Mitarbeitern oder auch nur vom Geschäftsführer gepflegt werden. Scheuen Sie sich nicht, die Verantwortung auf alle Mitarbeiter zu übertragen! Es kann unglaublich motivierend wirken, das öffentliche Unternehmensbild mitgestalten zu dürfen. Die Palette der Themen ist so vielseitig wie Ihr Unternehmen: Informieren Sie über Produktinnovationen und –weiterentwicklungen, über Hintergründe des Produktionsprozesses – oder einfach über das allgemeine Unternehmensgeschehen.

Wie wird Ihr Blog ein Genuss für den Leser?

  • Erzählen Sie interessante Geschichten, keine Märchen! Leser reagieren empfindlich auf abgedroschene Werbefloskeln.
  • Die Schreiber müssen mit Freude und Engagement bei der Sache sein. Ein lieblos zusammengestückeltes Blog wird vielleicht einmal besucht, danach eher gemieden.
  • Ein Blog wird erst durch die aktive Teilnahme der Leser interessant. Laden Sie sie dazu ein, die Kommentarfunktion zu nutzen – und bleiben Sie über diese Funktion in Kontakt, indem Sie auf Kommantare reagieren.
  • Kritische Stimmen sind nicht etwa rufschädigend, sondern für Sie die Chance, der Kritik mit Offenheit und Ehrlichkeit zu begegnen. Antworten Sie darauf öffentlich und bleiben Sie freundlich, sachlich und besänftigend. Das wird nicht nur bei Ihrem Kritiker gut ankommen!
  • Ein Blog sollte auf jeden Fall ein Langzeitprojekt sein. Stecken Sie den Rahmen und die Inhalte so fest, dass es Ihnen nie an Themen mangelt. Schon deshalb kann die Einbindung aller Mitarbeiter sinnvoll sein.
  • Machen Sie Ihr Blog bekannt! Möglichkeiten dafür gibt es viele im Netz. Die erste ist ein Eintrag in diversen Blog-Verzeichnissen (z.B. www.technorati.com oder www.blogscout.de ). Oder machen Sie sich auf die Suche nach Berichten über Ihr Unternehmen und Ihre Produkte (z.B. über Suchmaschinen wie Google, Yahoo oder www.technorati.com) und kommentieren Sie diese! Haben Sie bloggende Geschäftspartner, Bekannte oder Mitarbeiter? Dann bitten Sie sie, Ihr Blog in deren Blogroll mit aufzunehmen.
  • Gestalten Sie Ihre Einträge mit eigenem Bild- und Filmmaterial! Nutzen Sie hierfür Dienste zur Veröffentlichung von Fotos und Videos wie Flickr, Youtube oder Myvideo, von wo aus Sie ganz einfach Inhalte in Ihren Blog einbinden können.

Social Networks: Nutzen Sie Online-Netzwerke für Ihr Marketing

Finden und gefunden werden: Das ist das einfache Prinzip von so genannten Social Network Sites. Der Dienst Xing (früher unter dem Namen OpenBC bekannt) richtet sich in erster Linie an berufliche Nutzer und ist mit weltweit über 4 Mio Nutzern die bedeutendste unter den Kontaktplattformen. Es handelt sich dabei um eine Gemeinschaft von Menschen, die ihr Wissen, ihre Erfahrungen und soziale Nähe online teilen.

Finden: Mit Xing können Sie ein Netzwerk Ihrer beruflichen und privaten Kontakte aufbauen. Sie können damit nicht nur Ihre vorhandenen Kontakte aufrecht erhalten – Sie können auch schnell und gezielt neue Kontakte knüpfen! So finden Sie schnell und einfach Experten und neue Geschäftspartner.

Gefunden werden: Ganz nebenbei können Sie die Plattform nutzen, um Ihre Qualifikationen, Ihre Dienstleistungen, Ihr Unternehmen publikumswirksam zu präsentieren! Erfolgreiche Vermarktung hört dabei aber nicht bei der bloßen Auflistung dessen, was Sie zu leisten vermögen. Zeigen Sie Know-How und Kompetenz in den Gruppen und Foren, indem Sie sich aktiv an Diskussionen beteiligen. Arbeiten Sie aktiv an Ihrem guten Ruf!

Die wichtigsten Web 2.0 – Begriffe im Überblick

Community: Gemeinschaft, von Menschen, die sich via Internet auf einer dafür eingerichteten Plattform begegnet und austauscht.

Del.icio.us: Webanwendung, mit der Benutzer persönliche Lesezeichen anlegen und mit Schlagwörtern versehen können. Die persönliche Sammlung ist im Allgemeinen auch öffentlich sichtbar.

Flickr: Fotoplattform, die die Veröffentlichung eigener Fotos ermöglicht, die – analog zu Videoportalen à la YouTube – in Websites, Blogs und E-Mails eingebunden werden können.

Podcast: Im Internet veröffentlichte Audiodatei.

RSS-Feed: Elektronisches Nachrichtenformat, das über aktualisierte Inhalte von Websites, Blogs und anderen Diensten unmittelbar nach deren Veröffentlichung informiert.

Technorati: Internet-Suchmaschine speziell für Weblogs.

Weblog: Im Web geführtes und damit öffentliches Journal oder Tagebuch, meist abgekürzt als Blog.

Wikipedia: Freie Enzyklopädie, die jedermann zugänglich ist und deren Inhalte jedermann einstellen und verändern kann.

Xing: Social Community, die sich vorrangig an Geschäftsleute richtet und den Aufbau eines beruflichen und privaten Kontakt-Netzwerks ermöglicht.

YouTube: Plattform, auf der jedermann Videoclips hochladen und ansehen oder über Websites, Blogs und E-Mails weitergeben kann.


Wolfgang  Lang

Über den Autor Wolfgang Lang

Wolfgang Lang zählt zu den führenden Großhandelsexperten. Er ist selbst gestandener Unternehmer und kennt die Herausforderungen des Großhandels aus seiner täglichen Praxis. Er weiß, wie man sich als Großhändler optimal auf die nächsten Jahre vorbereitet, um allen Herausforderungen gewachsen zu sein.

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