Finanzen

Erfolgsfaktoren beim Rating: Richtige Bilanz, vollständige Information und Vertrauenswürdigkeit

Im Rahmen der Bilanzanalyse, die Teil eines Ratings ist, beurteilen die Banken Ihr Unternehmen nach vier Aspekten: Erfolg, Vermögen, Finanzen und Liquidität. Das Rating beruht nicht auf einer einmaligen Analyse, sondern wird regelmäßig erneuert, um die aktuelle wirtschaftliche Lage Ihres Unternehmens besser beurteilen zu können.

Die Ertragskraft Ihres Unternehmens ist für das Kreditunternehmen der Maßstab für Ihre Zukunftsfähigkeit. Niedrige Ertragskraft gleich höheres Risiko heißt immer schlechteres Rating und damit, dass Sie für einen Kredit tiefer in die Tasche greifen müssen.

Erfolgskritische Kriterien in der Bewertung

Der Unternehmenserfolg wird von den Banken in der Regel nach folgenden Gesichtspunkten beurteilt:

  • Umsatzrentabilität = Betriebsergebnis x 100 : Gesamtumsatz
  • Cashflow-Rate = Cashflow x 100 : Gesamtumsatz
  • Gesamtkapitalrentabilität = Betriebsergebnis + Zinsaufwand x 100 : Bilanzsumme
  • Eigenkapitalrentabilität = Betriebsergebnis x 100 : wirtschaftliches Eigenkapital
  • Personalaufwandsquote = Personalkosten x 100 : Gesamtumsatz
  • Materialaufwandsquote = Materialeinsatz x 100 : Gesamtumsatz
  • Abschreibungsquote = Abschreibungen x 100 : Gesamtumsatz

Zusätzliche Informationen schaffen Vertrauen

Halten Sie Ihre Bank auf dem Laufenden. Über alle Entwicklungen, die sich auf Ihren Unternehmenserfolg auswirken, sollte die Bank zu jedem Zeitpunkt genau informiert sein.

Finden Sie heraus, welche Informationen die Bank besonders interessieren. Fragen Sie aktiv danach, ob noch Zusatzinformationen benötigt werden.

Viele Mittelständler sind sich unsicher, welche Informationen sie den Banken gegenüber kommunizieren sollen und geben unternehmens- und finanzbezogene Informationen nicht gerne heraus. Mehr oder aktuellere Informationen könnten sich aber durchaus positiv auf Ihr Rating auswirken.

Zusatzinformationen sind für die Bank wichtig, damit diese die wahre Situation Ihres Unternehmens beurteilen kann. Auch Kleinigkeiten können von Bedeutung sein und Ihnen Vorteile bei der Beurteilung bringen.

Beispiel 1 – Gewinn

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Gewinn für die Banken deutlich erkennbar ist. Wenn sich eine größere Summe hinter Positionen versteckt, wo kein Gewinn zu vermuten ist, ist er für die Kreditinstitute aus dem Jahresabschluss heraus nicht ersichtlich.

Beispiel 2 – Personalkosten

Gestiegene Personalkosten können von Ihrer Bank negativ bewertet werden. Für das Kreditinstitut liegt die Vermutung nahe, dass Sie entweder den Personalbedarf überschätzt oder die Leistungen Ihres Personals nachgelassen haben.

Drehen Sie den Spieß um und lassen Sie Ihre Bank das Ganze von einer anderen Seite betrachten: Sie haben in die Weiterentwicklung Ihrer Mitarbeiter investiert und sie auf Seminare und Schulungen geschickt. Vor diesem Hintergrund könnte die Bank diesen Punkt sogar positiv bewerten.

Vollständige Unterlagen vermeiden Nachfragen

Die Unterlagen, die Sie Ihrer Bank zur Verfügung stellen, sollten vollständig und gut aufbereitet sein.

Dazu gehören:

  • die Jahresabschlüsse
  • eine aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung mit Summen- und Saldenliste
  • die Debitoren- und Kreditorenliste
  • eine Aufstellung über das Auftragsvolumen
  • der Liquiditätsplan und die Liquidätsübersicht für die nächsten zwei bis drei Monate
  • eine Planrechnung für das laufende Jahr bzw. das nächste Geschäftsjahr
  • aktualisierte strategische Aussagen – Konzept, Investitionsrechnung und Business-Plan.

Bereiten Sie sich auf mögliche Rückfragen vor. Im Gespräch mit Ihrer Bank müssen Sie in der Lage sein, einzelne Zahlen und Positionen plausibel zu erläutern.


Wolfgang  Lang

Über den Autor Wolfgang Lang

Wolfgang Lang zählt zu den führenden Großhandelsexperten. Er ist selbst gestandener Unternehmer und kennt die Herausforderungen des Großhandels aus seiner täglichen Praxis. Er weiß, wie man sich als Großhändler optimal auf die nächsten Jahre vorbereitet, um allen Herausforderungen gewachsen zu sein.

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