UnternehmensführungWie Sie mit „soft facts“ den Unternehmenserfolg steigern

Zu diesen „weichen“ Erfolgsfaktoren zählen Images, Stimmungen, aber auch Wissen und daraus resultierendes Verhalten sowie Handlungsweisen. Häufig konzentrieren sich Geschäftsführer jedoch vor allem auf die harten Fakten. Denn an diesen Zahlen wird ihre Leistung gemessen: So gibt ein geringer Umsatz beispielsweise Auskunft darüber, dass Verbesserungsbedarf im Unternehmen besteht. Laut Karrieremagazin.de reicht diese Information allein aber nicht aus, um den Gewinn der Firma zu steuern: Die Zahlen allein geben keinen Hinweis darauf, warum der Umsatz zu gering ist und was getan werden müsste, um diese Ursachen zu bekämpfen. Denn hinter den roten Zahlen stehen oft „soft facts“, die unter anderem zur Abnahme der Mitarbeitermotivation oder der Unterstützung des Betriebs führen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Unternehmer sich neben den Daten auch intensiv mit den „weichen“ Faktoren und ihrem Personal beschäftigen, um den Erfolg der Firma zu steigern.

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1. Das Image des Unternehmens verbessern

Das „Corporate Image“ ist ein wichtiger „soft fact“: Wenn Angestellte sich nicht mit dem Bild des Unternehmens identifizieren können oder nicht mit dessen Werten und Grundsätzen einverstanden sind, fällt es ihnen oft schwer, sich für die Arbeit in diesem Betrieb zu motivieren. So würde es gesundheitsbewussten Arbeitnehmern beispielsweise nicht gefallen, in der PR-Abteilung eines Zigaretten- und Tabakkonzerns zu arbeiten. Daher sollten Führungskräfte versuchen, für einen positiven Ruf der Firma zu sorgen, für die ihre Mitarbeiter gerne arbeiten.

„Corporate Social Responsibility“ und „Corporate Citizenship”

Mit einer „Corporate Social Responsibilty“ können Unternehmen ihre Reputation verbessern: Das soziale Verantwortungsbewusstsein bringt die Firma dazu, einen Beitrag zur Gesellschaft und zur Nachhaltigkeit zu leisten. Dies kann sowohl soziale als auch ökologische und ökonomische Aspekte umfassen und muss einen Bezug zur eigenen Geschäftstätigkeit aufweisen. Daneben kann ein Betrieb sich gemeinnützig engagieren, beispielsweise mit Spenden und Stiftungsaktivitäten. Dieses Engagement, das als „Corporate Citizenship“ bezeichnet wird, geht über die eigentliche Geschäftstätigkeit hinaus und unterstützt bestimmte Zwecke, wie beispielsweise das Sammeln von Spenden für die Flüchtlingshilfe oder für krebskranke Kinder.

Betriebliches Gesundheitsmanagement

Firmen können versuchen, mit Programmen zur Gesundheitsförderung zum attraktiveren Arbeitgeber für die Mitarbeiter zu werden und so deren Wohlbefinden zu steigern. Dazu gehören beispielsweise ergonomische Arbeitsplätze und flexible Arbeitszeiten, die eine bessere Work-Life-Balance ermöglichen. Darüber hinaus kann ein Betrieb Sport- und Meditationskurse oder gesundheitsorientierte Seminare anbieten, um die Gesundheit der Angestellten zu fördern: Egal ob Pilates, Sophrologie oder ein Seminar zum Thema Stressbewältigung, das betriebliche Gesundheitsmanagement sollte in die Unternehmensstrategie integriert werden, um die Mitarbeiterzufriedenheit und damit den Erfolg zu steigern.

2. Die Stimmung im Unternehmen verbessern

Eine gute Stimmung im Betrieb ist eine Grundvoraussetzung für die Mitarbeiterzufriedenheit und –motivation und gehört damit ebenfalls zu „weichen“ Erfolgsfaktoren von Unternehmen. Firmen können mit vielen Maßnahmen für ein besseres Arbeitsklima sorgen.

Mitarbeiterkommunikation

Durch Mitarbeitergespräche können Probleme identifiziert und gelöst werden. (Bildquelle: Peggy_Marco (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Durch Mitarbeitergespräche können Probleme identifiziert und gelöst werden. (Bildquelle: Peggy_Marco (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Die interne Kommunikation nimmt einen hohen Stellenwert in einem Betrieb ein: Zum einen trägt sie dazu bei, dass Missverständnisse vermieden und so auch Arbeitsabläufe optimiert werden. Zum anderen stärkt sie die Verbundenheit zu den Kollegen und führt zu einem einheitlichen Unternehmensbild beim Personal. Mit Meetings oder einzelnen Feedback-Gesprächen mit den Mitarbeitern können sich Führungskräfte beispielsweise regelmäßig einen Überblick über die Stimmung in der Firma verschaffen und Handlungsbedarf identifizieren: Wenn sich ein Angestellter beispielsweise überfordert fühlt, kann er das im Mitarbeitergespräch ansprechen, woraufhin der Geschäftsführer Verbesserungsmaßnahmen in die Wege leiten sollte.

Anerkennung und Belohnung

Unternehmer sollten ihre Mitarbeiter regelmäßig für gute Leistungen loben. Denn Anerkennung und Wertschätzung der Arbeit hat einen wichtigen Einfluss auf deren Zufriedenheit. Schon ein „Gut gemacht!“ kann das Personal anspornen, wenn sie sonst nur auf ihre Fehler aufmerksam gemacht werden. Auch Belohnungen für gute Arbeit können das Wohlbefinden steigern: Viele Unternehmen geben ihren Angestellten beispielsweise zusätzlich zum Monatsgehalt Gutscheine für Restaurants oder machen ihnen ein kleines Weihnachtsgeschenk. Auch ein monatlicher Umtrunk im Betrieb oder eine jährliche Personalfeier stärken den Zusammenhalt und das Gefühl, wertgeschätzt zu werden. Solche Kleinigkeiten geben Mitarbeitern das Gefühl, dass sie als Mensch für die Firma zählen – ein bedeutendes Kriterium für die Stimmung.

Führungskultur und Zusammenarbeit

Gemeinsam sind wir stark: Zusammenarbeit kann zum Unternehmenserfolg beitragen. (Bildquelle: Peggy_Marco (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Gemeinsam sind wir stark: Zusammenarbeit kann zum Unternehmenserfolg beitragen. (Bildquelle: Peggy_Marco (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Wie die Führungskräfte mit ihrem Personal umgehen, wirkt sich ebenfalls auf die Stimmung im Unternehmen aus. Gemeint ist damit der Führungsstil, der je nach Persönlichkeit und Situation variiert. Ein partizipativer oder kooperativer Führungsstil ist bei vielen Angestellten beliebt, weil die Zusammenarbeit dadurch gefördert wird und sie sich mit eigenen Ideen einbringen können. Ein unpersönlicher und überkritischer Geschäftsführer hemmt dagegen unter Umständen die Mitarbeiterzufriedenheit. Der Unternehmer muss also zum einen zeigen, dass er die Angestellten und ihre Arbeit respektiert. Zum anderen sollte er aber auch Überzeugungskraft und seine eigene Motivation zeigen, um die Mitarbeiter mitzureißen.

3. Das Wissen der Mitarbeiter verbessern

Auch fehlendes Wissen des Personals kann eine Quelle für deren mangelnde Motivation sein. Manche können sich beispielsweise nicht mit Produkten oder Zielen des Unternehmens identifizieren oder kennen sie nicht gut genug. Des Weiteren bleibt in stressigen Phasen kaum Zeit, Mitarbeiter richtig einzuarbeiten. Haben die Angestellten das Gefühl, ihre Arbeit und deren Bedeutung nicht zu verstehen, fühlen sie sich schnell überfordert und verlieren den Ansporn. Daher ist es wichtig, dem Personal regelmäßig Fortbildungsmaßnahmen anzubieten. Bei einem Bürojob können Mitarbeiter beispielsweise an einer Weiterbildung zum Programm Excel teilnehmen. Sich weiterzubilden erhöht das Gefühl der Selbstwirksamkeit bei Angestellten und damit auch ihre Zufriedenheit, weil sie einen Sinn in dem erkennen, was sie tun.

Fazit

„Soft facts“ werden häufig zu „hard facts“: Denn Image, Stimmung und Wissen beeinflussen die Mitarbeiterzufriedenheit und –motivation. Diese wirkt sich wiederum auf die Leistung aus, die auch den Erfolg des Unternehmens mitbestimmt. Schreibt ein Betrieb also rote Zahlen, sollte er sich in Zukunft nicht mehr nur auf „harte“ Fakten und Daten konzentrieren.

 


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