FinanzierungRücklagen als finanzielles Polster für Unternehmensgründungen

Nachfinanzierung ist schwierig

Wurde die Finanzierung nach Vorlage aller Unterlagen, auch des Businessplan, abgesegnet und ausgezahlt, steht der Aufnahme des Geschäftsbetriebs eigentlich nichts mehr im Weg. Kritisch wird es jedoch, wenn kurzfristig neuer Kapitalbedarf entsteht. Dies passiert eher selten durch eine unsaubere Kalkulation, als vielmehr durch mögliche Reparaturkosten oder unerwartete Aufwendungen im privaten Bereich.

Eine Nachfinanzierung, die Erhöhung des in Anspruch genommenen Kredites, zeigt sich in den meisten Fällen als schwierig. Häufig entspricht die monatliche Belastung dem, was der Gründer in der Anfangszeit „stemmen“ kann. Natürlich bietet sich die Möglichkeit, über einen Familienangehörigen einen Kredit aufzunehmen. Optionen bieten sich hier genug, wie beispielsweise das Vergleichsportal www.qomparo.de belegt. Auf der anderen Seite bedeutet dies aber eine weitere finanzielle Verpflichtung. Sinnvoller ist es, im Rahmen der Gründung nicht die gesamten Eigenmittel einfließen zu lassen, sondern eben Rücklagen zu bilden.

Rücklagen spielen bei vielen Neugründungen eine untergeordnete Rolle. Zu Beginn der Gründung fehlt es oft an den erforderlichen Umsätzen, um Rücklagen bilden zu können.

Rücklagen spielen bei vielen Neugründungen eine untergeordnete Rolle. Zu Beginn der Gründung fehlt es oft an den erforderlichen Umsätzen, um Rücklagen bilden zu können.

Mietkaution ersetzen

Einen erheblichen Faktor der Liquiditätsbindung stellt die Kaution für angemietete Geschäftsräume dar. Diese darf im gewerblichen Sektor das Sechsfache der monatlichen Kaltmiete betragen. Um in diesem Zusammenhang Liquidität zu schonen, empfiehlt sich der Abschluss einer Mietkautionsversicherung. Diese kostet einerseits den monatlichen Beitrag, andererseits bleibt ein mindestens vierstelliger Betrag als Reserve erhalten. Darüber hinaus bietet diese Versicherung dem Vermieter die Möglichkeit der Schufa-Anfrage, ein Entgegenkommen, welches bei der Vermietung sicher Punkte bringt. Die sinnvollste Variante, dieses Geld anzulegen, ist zweifelsfrei ein Tagesgeldkonto.

Auch wenn die Verzinsung im Rahmen der aktuellen Niedrigzinsphase eher Bescheiden ausfällt, gibt es keine sinnvollere Option. Festgelder können nur nach Ablauf der Zinsbindung genutzt werden, Sparbücher sehen für Auszahlungen von mehr als 2.000 Euro im Monat Vorschusszinsen vor. Das Tagesgeldkonto sollte allerdings zunächst nicht der Firma zugerechnet werden, da die Zinsen dem Geschäftsertrag zugerechnet werden und am Ende mit dem vollen persönlichen Steuersatz versteuert werden. Es greifen weder die Abgeltungssteuer noch ein Freistellungsauftrag. Klassische Fonds oder ETFs sind ebenfalls denkbar ungeeignet. Börsen unterliegen kurzfristigen Schwankungen. Es könnte kritisch werden, wenn gerade bei akutem Geldbedarf ein Abwärtstrend stattfand und die Anteilswerte nachgegeben haben.


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