UnternehmensfinanzierungLohnen Aktiendepots zur Liquiditätshaltung?

Aber auch für etablierte Unternehmen sind Aktiendepots als Liquiditätsreserve aus dem gleichen Grund nur bedingt geeignet. Natürlich ist es attraktiv, Gelder, die definitiv nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt oder als wirklicher Notgroschen dienen, in Aktien zu investieren. Festgelder und Tagesgelder locken aktuell nicht wirklich als nachhaltige Kapitalanlage. Sinnvoll kann ein Aktieninvestment sein, wenn damit Rückstellungen für Pensionszusagen gebildet werden sollen.

Die steuerlichen Komponenten berücksichtigen

Der Gesetzgeber unterscheidet bei einem Aktiendepot für Unternehmen hinsichtlich der Besteuerung, ob es sich bei der Firma um eine Personengesellschaft handelt oder um eine Kapitalgesellschaft. Einer Personengesellschaft werden die Erträge aus dem Depot, Dividenden und Kursgewinne, den Erträgen aus dem Kerngeschäft gleichgesetzt. Damit unterliegen sie der Besteuerung gemäß dem privaten Steuersatz des Unternehmers.

Es fällt weder eine Abgeltungssteuer an noch kann ein Freistellungsauftrag genutzt werden. Einziger Lichtblick ist, dass für die Besteuerung das Halbeinkünfteverfahren greift. Dies besagt, dass nur 60 Prozent der Dividenden und Kursgewinne für die Besteuerung herangezogen werden. Für den Unternehmer ist es ein Rechenexempel, ob die Besteuerung mit dem vollen Steuersatz auf 60 Prozent der Gewinne oder die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent und die Ausnutzung des Freistellungsauftrages die interessantere Alternative darstellen.

Kapitalgesellschaften fahren günstiger

Hält eine Kapitalgesellschaften Aktien im Depot, fallen auf die Dividenden fünf Prozent Steuern an, sofern sie eine Beteiligung von mindestens zehn Prozent an der ausschüttenden Firma hält. Ist dies nicht der Fall, müssen die Erträge mit der vollen Körperschaftssteuer in Höhe von 15 Prozent zuzüglich der vollen Gewerbesteuer versteuert werden. Hält die Kapitalgesellschaft jedoch mindestens 15 Prozent der Aktien des ausschüttenden Unternehmens, entfällt die Gewerbesteuer. Die Gewerbesteuer ist bekanntermaßen gemeindeabhängig. Unabhängig davon, ob es sich um eine Personen- oder eine Kapitalgesellschaft handelt, an der Besteuerung der Erträge kann das Unternehmen nichts ändern.

Es hat aber sehr wohl an anderer Stelle Einflussmöglichkeiten auf die Nettorendite seiner Aktienbeteiligung. Die Kosten für ein Aktiendepot fallen unterschiedlich aus. Ein Brokervergleich, beispielsweise auf dem Fachportal aktiendepot.de, macht deutlich, welches Einsparpotenzial für die Anleger besteht. Diese Einsparungen beziehen sich nicht nur auf die Höhe der Depotverwaltungsgebühr, sondern darüber hinaus auch auf die Kosten für die einzelnen Orders. Die ersten Broker bieten inzwischen feste Sätze an, die völlig losgelöst vom Ordervolumen kalkuliert sind. Die Banken in der Fläche kalkulieren immer noch mit prozentual von der Ordergröße abhängigen Courtagen.


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