Finanzen5 elementare Tipps zur effektiven Kostenreduzierung in Unternehmen

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Auch in wirtschaftlich guten Zeiten ist eine Kostensenkung von großer Bedeutung. Das dadurch eingesparte Kapital kann die Rendite der Eigentümer erhöhen oder für Investitionen genutzt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Foto: Depositphoto.com

Die Kostenoptimierung ist daher gleich in vielerlei Hinsicht sinnvoll, zumal sie insbesondere in Krisensituationen dazu dient, die Kosten zu drücken und damit die Gefahr für eine drohende Zahlungsunfähigkeit abzuwenden. Aber auch in konjunkturell guten Phasen ist die Kostensenkung von großer Bedeutung, denn das auf diesem Weg eingesparte Kapital kann sowohl für den Aufbau einer höheren Eigenkapitalquote als auch für wichtige Innovationen eingesetzt werden, die sich auf die Zukunftsfähigkeit jedes Unternehmens auswirken. Sparpotenziale bietet jedes Unternehmen, zu beachten ist an dieser Stelle aber, dass niemals planlos vorgegangen werden sollte, denn so manche kurzfristige Kostenersparnis kommt Unternehmen im Nachhinein teuer zu stehen.

Aufgeblähtes Portfolio reduzieren

Beginnen sollte die Suche nach Einsparpotenzialen nicht im Detail, sondern auf der strategischen Makroebene. Insbesondere viele kleine Unternehmen versuchen ihren Erfolg am Markt durch ein breit gefächertes Portfolio aus unterschiedlichen Dienstleistungen oder Fertigungssträngen zu steigern. Oft ist aber genau das Gegenteil der Fall, denn gerade Kleinunternehmen verheben sich bei diesem Versuch und investieren viele Ressourcen in die Breite des Portfolios, die in der Spitze deutlich besser aufgehoben wären.

Es lohnt sich also, die eigene Geschäftsstrategie genau zu durchdenken und Kalkulationen anzustellen, welche Unternehmenszweige das größte Potenzial bergen und welche einen dauerhaft negativen oder zumindest deutlich zu niedrigen Ertrag generieren. Die Entschlackung des Portfolios zugunsten der Spezialisierung ist damit bereits ein wichtiger Schritt der Kostensenkung.

Lagerbestand senken und Produktionsprozesse anpassen

Vor allem Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe respektive dem Handel haben hohe Kosten durch ihre Lagerhaltung, da sowohl Waren- als auch Materiallager Kapital binden und damit Opportunitätskosten generieren. Hinzu kommen laufende Kosten für Lagerflächen, Miete, Lagerpflege sowie die Versicherung der gelagerten Güter. Diese Kosten können beispielsweise durch Sonderabverkäufe deutlich gesenkt werden.

Zudem ist auch die Anpassung der Produktionskette von der vollständigen Lagerhaltung hin zu dynamischeren Modellen wie der Just-in-Time-Produktion eine veritable Option für die Kostensenkung. Diesbezüglich sollten aber detaillierte Kosten-Nutzen-Rechnungen angestellt werden, um herauszufinden, ob sich eine solche Änderung langfristig beispielsweise durch einen geringeren Bedarf an Lagerfläche bezahlt macht.

Geschickter Material- und Wareneinkauf

Der alte Kaufmannsspruch »im Einkauf liegt der Gewinn« hat bis heute nichts an seiner Gültigkeit verloren und lässt sich auf nahezu alle Unternehmen ummünzen, um Kosten zu senken. Die Grundlage der Kostensenkung über den Einkauf ist eine Auflistung des Güterbedarfs sowie der bisherigen Lieferanten. Zumeist ergeben sich aus dieser Aufstellung bereits erste Optimierungspotenziale, da sich durch den Einkauf mehrerer Güter bei nur einem Lieferanten auch dann Kosten sparen lassen, wenn einzelne Güter etwas teurer sind. Ursächlich sind gleich zweierlei Dinge. Einerseits die Reduktion der Logistikkosten durch die Bündelung der Bestellungen und andererseits das Aushandeln von Rabatten für größere Abnahmemengen. Speziell dieser Aspekt sollte aber im Einklang mit der Optimierung der Lagerhaltung stehen, um die größten Einspareffekte zu erzielen. Zusätzliche Kostensenkungen in Höhe von zwei bis vier Prozent können durch das unmittelbare Begleichen von Rechnungen innerhalb der Skontofrist erzielt werden.

Gebühren beim Geschäftskonto sparen

Im unternehmerischen Alltag stehen Bankgebühren und Kontoführungskosten deutlich weniger im Fokus als dies bei Mieten, Personal- oder Materialkosten der Fall ist. Nichtsdestotrotz lässt sich auch in diesem Bereich viel Geld sparen, denn Bankgebühren sind in keinem Fall fix. Eine Bank ist im Grunde genommen auch nur ein Lieferant, mit dem jeder Unternehmer individuelle Konditionen für den Zahlungsverkehr aushandeln kann. Zu diesem Zweck sollten sich Unternehmer einschlägiger Online-Vergleichsportale bedienen und mit deren Hilfe das günstigste Geschäftskonto für die unternehmerische Tätigkeit herausfiltern. Die Ergebnisse des Geschäftskontovergleichs, u.a. von girokontovergleich.eu, können indes auch als Anker für die Verhandlungen mit der bisherigen Bank dienen, denn aufgrund des Drucks, dem sich Banken aktuell ausgesetzt sehen, müssen diese auch kleinen Kunden entgegenkommen.

Bewusster Umgang mit Verbrauchsmaterial

Auch das Verbrauchsmaterial, das in jedem Betrieb verwendet wird, birgt erhebliches Einsparungspotenzial, auch wenn dies im Einzelfall nicht unbedingt auffällt. Zu den klassischen Kostenpositionen gehören dabei neben Papier auch Tonerkartuschen respektive Druckerpatronen. Jedoch lassen sich die Kosten mit einigen simplen Maßnahmen deutlich senken, indem Dokumente, sofern nicht unbedingt notwendig, nicht in Farbe und zudem im Tintensparmodus gedruckt werden.

Gerade im Fall größerer Betriebe summiert sich die jährliche Einsparung schnell auf mehrere hundert bis tausend Euro. Zudem sollten speziell für Entwürfe und Notizen die Rückseiten bereits bedruckter Seiten verwendet werden, womit sich der Verbrauch um gut 50 Prozent reduzieren lässt. Kosteneinsparungen beim Verbrauchsmaterial beschränken sich jedoch nicht auf Bürobetriebe, sondern können auch von Handwerksbetrieben umgesetzt werden, indem Materialreste konsequent wiederverwendet werden.

Fazit

Mit Sicherheit existieren noch weitere Optionen, mit deren Hilfe Unternehmen ihre Kosten signifikant senken können, jedoch stellen die genannten Punkte bereits einen sehr guten Anfang da. Bei allem Spareifer sollte jedoch nicht vergessen werden, dass die Kommunikation im Rahmen der Durchsetzung von Kostensenkungsmaßnahmen nicht vernachlässigt wird, zumal sich gegenüber den Mitarbeitern ein falscher Eindruck breitmachen könnte, der für Unsicherheit sorgt.

 


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