Richtige VorgehensweiseUmgang mit Neid und fehlender Anerkennung im Job

Oftmals ist Neid auch mit gefühlter eigener Minderwertigkeit verbunden und insofern auch als Begriff sehr negativ verankert. Es geht um Menschen, die unbewusst und unverschuldet Neid in anderen Menschen scheinbar erwecken können und es dreht sich darum, wie man Neidern begegnen kann, wenn man mit Neidattacken konfrontiert wird.

Wie entsteht Neid?

Doch Neid kann man nicht erwecken, denn dieses Gefühl erzeugen Neider leider in der Regel nur selbst. Die eigene Unzufriedenheit und Unfähigkeit steuert dieses unschöne Gefühl. Doch wie entsteht es genau in solchen Situationen?

Vergleiche von sich selbst mit einem Neidobjekt:

  • Empfindung der Ungerechtigkeit
  • Empfindung der Schadhaftigkeit (Vermutung der kriminellen Energie, Ausbeutung etc.)
  • Empfindung des Ausgeliefertseins
  • Empfindung der Chancenlosigkeit
  • Empfindung der kommunikativen Ungleichheit
  • Vergleich mit eigenen Wünschen und Träumen, unabhängig vom Neidobjekt
  • Konditionierte und unreflektierte Denkmuster aus Kindheit und Jugend
  • Gesellschaftliches konditioniertes Gut-/Schlecht-Denken, auch Schwarz-/Weiß-Denken genannt

Beachtet man diese Punkte, so kann man auch unreflektierte Neider besser einschätzen und deren Beweggründe besser nachvollziehen. Beziehen Sie es weitgehend nicht auf Ihre Person, denn Sie wissen nicht, was der wirkliche Impulsgeber des Neiders in Ihrem Fall ist.

Tipp

Versuchen Sie eine neutrale und offene Haltung zu bewahren, bleiben Sie bitte bei sich. In schwierigen Fällen empfiehlt es sich, den Neider komplett zu ignorieren und die Gedanken wieder auf positive Dinge zu lenken. Frei nach dem Motto: „Das Neue und das Bessere, sind des Alten stetiger Lieblingsfeind“

Was bedeutet „fehlende Anerkennung“?

Bei der fehlenden beruflichen Anerkennung hört man häufig thematische Erläuterungen über klassische Vorgesetzten- und Mitarbeitersituationen.

Diese sind materieller Art, wie z.B. das Ausbleiben von folgenden Faktoren:

  • Sonderstatus
  • Bonuszahlung
  • Gehaltssteigerung
  • Firmenfahrzeug

Es gibt diese Faktoren jedoch auch in immaterieller Ausprägung:

  • Fehlende Dankbarkeit, Danksagungen
  • Fehlendes Vertrauen, trotz Gabe von Eigenvertrauen
  • Fehlende Freiheiten, trotz Zusage
  • Fehlende Aufgabensteigerung (Qualitätsanspruch der Aufgaben)
  • Fehlende Budgetverantwortung
  • Fehlende Entscheidungsverantwortung

Entsteht eine solche fehlende Anerkennung, so sorgt dies für folgende Faktoren beim jeweiligen Mitarbeiter bzw. Leidtragenden:

  • Deutliche Irritation
  • Fühlbare Demotivation
  • Mögliche Illoyalität zum Unternehmen
  • Fehlende Verbundenheit zum Unternehmen

Welche Abwärtsspirale findet man häufig in solchen Situationen wieder?

  • Der betroffene Mitarbeiter hinterfragt seine Aufgaben und Ziele kritischer
  • Die Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns wird kritisch hinterfragt
  • Das geleistete Arbeitspensum kann sich spürbar verringern
  • Die Arbeitsleistung und Arbeitsqualität können nachlassen
  • Die Frustration kann zunehmen und einen negativen Stimmungsimpuls im Team auslösen
  • Als Fazit bleibt der Wunsch nach beruflicher Veränderung und Entwicklung in einem anderen Unternehmen, hierbei wird nicht selten hoher Eigendruck und hohes Tempo vorgelegt
  • Als Alternative hierzu auch häufig das starre Unterordnen und Einigeln, was aber beidseitig keinen Gewinn darstellen kann

Aktive Mitarbeiter möchten aus einer solchen Situation heraus und eine nachhaltige Lösung finden. Diese Lösungen stellen in der Regel die folgenden Optionen dar:

  • Veränderung der ungewollten Demotivation durch Fachgespräche mit Vorgesetzten
  • Leistungsanpassung auf beidseitig fairen Level (Leistung vs. Bezahlung und Anerkennung)
  • Souveräne anderweitige interne oder externe Jobsuche mit Ruhe, Fokussierung und Verstand

Sollten Sie von einer solchen Situation aktiv betroffen sein, bewahren Sie einen kühlen Kopf und handeln Sie nicht aus dem Affekt heraus. Generell lässt sich hierzu folgendes festhalten: Je nach Ausprägung dieser fehlenden Anerkennung, gibt es kein allseitig gültiges Patentrezept für das Problem. Die ausbleibende und erhoffte Anerkennung hat ihren Ursprung nicht zwingend in Ihrer Leistung oder Ihrer Person. Der Ursprung kann auch unmittelbar beim Vorgesetzten sein, der nicht loben kann und nicht anerkennen möchte. Der sich selbst klein und gar in seiner Position bedroht fühlt, da Sie in manchem Facetten ggf. agiler und nüchtern betrachtet besser sind als er es ist. Dies sind Gründe, die Sie alleine nicht lösen können und solche Blockaden sollten auch nicht Ihre Baustelle des Alltags werden. Beachten Sie Folgendes:

  • Versuchen Sie sich über solche Verhaltensmuster so wenig wie möglich zu ärgern oder gar aufzuregen. Schonen Sie Ihre Energie für konstruktive Dinge, die Sie nachhaltig weiterbringen
  • Betrachten Sie Ihre eigenen Wünsche, prüfen Sie, wie Sie diese objektiv erreichen können und wie bzw. wo man Ihnen diese Reifechance ermöglichen könnte
  • Final bleibt häufig nur ein überlegter und gut geprüfter Arbeitsplatzwechsel bzw. Arbeitgeberwechsel. Solange dies nicht jedes Jahr bei Ihnen erfolgt, ist gegen einen seltenen Arbeitgeberwechsel auch nichts Negatives in der Vita bzw. im Lebenslauf zu sagen
  • Alternativ würde auch die Möglichkeit bleiben, sich beim Bestandsarbeitsplatz stillschweigend mit den unliebsamen Situationen zu arrangieren. Doch denken wir nicht, dass ein hochagiler und smarter Arbeitnehmer dies im Zielfokus seines Berufslebens haben wird

Wir können andere Menschen fast nie ändern, aber die Einstellung von uns gegenüber anderen Menschen und Situationen

Christian Flick

Der gute Schlüssel für Problemlösungen sollte häufig intrinsischen Grundcharakter besitzen.
Bitte beachten Sie, dass man mit der richtigen Einstellung, fast alles im Leben erreichen kann. Verstecken Sie sich bitte nicht in der sog. eigenen „Komfortzone“, denn dieser Bereich ist zwar erprobt, bekannt und auch innerer Rückzugspunkt mit Sicherheitsversprechen, doch bringt Sie dieser Punkt in der Regel auch nie weiter als an die Stelle, an der Sie sich jetzt gerade auch schon befinden.

Wirkliche smarte Menschen und sog. „Macher“ sind fast immer sehr mutig, denn Sie verstehen mit gezielten Mut und hoher Agilität zu wachsen. Sie fallen hin und lernen daraus, wieder schneller aufzustehen. Sie machen Fehler, analysieren diese, lernen daraus und nehmen wieder erneuten Anlauf, um den siegreichen „Sprung“ zu schaffen.


Christian Flick

Über den Autor Christian Flick

Christian Flick (MBA) aus Melle verfügt über langjährige Berufserfahrung im Industrieeinkauf bei renommierten Unternehmen. Von der Motivation angetrieben, die betriebswirtschaftlichen Potenziale für diverse Sektoren zu durchleuchten, entstanden seine zahlreichen praxisnahen Fachbücher. Sein Amazon-Autorenprofil finden Sie unter: www.christian-flick.de und seine ehrenamtliche „betriebswirtschaftliche Initiative“ unter: www.youneo.de

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