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Die Ausbildung zum Steuerberater – das sollten Sie wissen!

Two Young Businesspeople Calculating Bills At Desk In Office

Die Steuerberaterprüfung gilt als „harte Nuss“. Die sehr hohe Durchfallquote zeigt, dass diese Klausur nicht zu unterschätzen ist. Foto: Depositphoto.com

Das Aufgabenfeld eines Steuerprüfers ist vielfältig. Engtgegen dem Volksglaubens erstellt und prüft der Berater nicht nur Steuererklärungen, sondern ist unter anderem auch in der Buchhaltung verschiedener Mandaten und Betriebe tätig. Er berät seine Kunden in Rechtsfragen und steht bei Existenzgründungen, sowie bei der Vermögensverwaltung beratend zur Seite. Die Erstellung von Jahresabschlüssen ist eine der Haupttätigkeiten des Beraters. Des Weiteren unterstützt der Steuerberater seine Mandanten bei Bankverhandlungen und Betriebsprüfungen.

Wer sich „Steuerberater“ nennen möchte, muss eine bundeseinheitliche Prüfung vor der Steuerbeamtenkammer ablegen. Sowohl der Weg zu dieser Prüfung, als auch die Prüfung selbst, ist an einige Voraussetzungen, Regeln und eine vorgegebene Jahresanzahl an praktischer Berufserfahrung gebunden.

Das sind die Hürden zur Steuerberaterprüfung

Im Grunde genommen gibt es zwei Möglichkeiten, um bei der Steuerberaterprüfung zugelassen zu werden. Dies geht zum einen über eine Ausbildung, zum anderen über den Weg des Hochschulstudiums. Anschließend muss der angehende Steuerberater/die angehende Steuerberaterin in beiden Fällen eine Praxistätigkeit nachweisen können.

Das Hochschulstudium

Ein erfolgreicher Abschluss in einem rechtswissenschaftlichen oder wirtschaftswissenschaftlichen Studiengang und ein Nachweis über eine praktische Tätigkeit im Bereich der Steuerberatung ist Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung. Ist das Studium nach einer Regelstudienzeit von vier Jahren abgeschlossen worden, so beträgt die geforderte praktische Phase mindestens zwei Jahre. Je kürzer die Studienzeit, desto mehr Praxisanwendung muss nachgewiesen werden. Welche Studiengänge im Detail anerkannt werden, ist in §36 Abs. 1 StBerG aufgeführt.

Die Steuerberater-Ausbildung

Tipp

Falls Sie sich mit diesem Thema ausführlicher beschäftigen wollen, stellt das Portal die-steuerausbilder.de weitere Artikel zur Steuerberater Ausbildung kostenlos zur Verfügung.

Für die Zulassung zur Steuerberaterprüfung muss eine anerkannte Berufsausbildung absolviert werden. Laut StBerG kann dies die Ausbildung zum Steuerfachangestellten, aber auch zu einer gleichwertigen kaufmännischen Ausbildung sein.

Auf die Ausbildung folgen mindestens zehn Jahre an praktischer Berufserfahrung. Wichtig ist auch hierbei, dass sich das Gebiet der Tätigkeit auf die von den Bundes- und Landesfinanzbehörden verwalteten Steuern erstreckt. Die zehn Jahre kann der angehende Berater durch eine Fortbildung zum Steuerfachwirt oder Bilanzbuchhalter auf sieben Jahre verringern.

Die praktische Berufserfahrung

Die Anerkennung der erbrachten praktischen Tätigkeit unterliegt ebenfalls einigen Voraussetzungen und Regeln. Die jeweiligen Tätigkeiten müssen natürlich die Haupttätigkeiten eines Steuerberaters abdecken. Besonders großen Wert wird dabei, neben der Erstellung von Steuererklärungen und Buchführung, auf die Erstellung von Jahresabschlüssen gelegt.

Wer einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer als Arbeitgeber wählt, bekommt seine praktische Tätigkeit definitiv problemlos angerechnet. Da sich die Mindestarbeitszeit auf nur 16 Wochenstunden beläuft und die Tätigkeit weder in Vollzeit noch am Stück erfolgen muss, kann schon neben dem Studium mit der Arbeit begonnen werden. Achtung, selbstständige Tätigkeiten werden nicht berücksichtigt!

Der Countdown zur Steuerberaterprüfung

Die Steuerberaterprüfung gilt als „harte Nuss“. Die sehr hohe Durchfallquote zeigt, dass diese Klausur nicht zu unterschätzen ist. Sie gliedert sich in drei Teile, die jeweils sechs Stunden umfassen. Zunächst werden Umsatzsteuer, Erbschaftsteuer, Verfahrens- und Bewertungsrecht geprüft. Im zweiten Teil lauten die Schwerpunkte Ertragsteuer, Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Internationales Steuerrecht und Umwandlungssteuerrecht. Zuletzt kommen Buchführung, Bilanzwesen und Umwandlungssteuerrecht dran. Es folgt eine mündliche Prüfung mit Einzelvortrag, sowie Gesprächsrunden mit Fragerunden.

Es bedarf einer ausgefeilten Technik, die verschachtelten Sachverhalte bei der Steuerberaterprüfung zu entschlüsseln, um die geforderten Aufgaben zu lösen. Hier bieten ausgewählte private Steuerakademien und Steuer-Fachschulen unterschiedliche Kurse und Seminare zur Prüfungsvorbereitung an. Die Seminare bereiten steuerrechtliche Themen auf und vermitteln relevante Prüfungsinhalte.

Außerdem stellen spezialisierte Dozenten kompaktes Lehrmaterial bereit und bearbeiten Beispielklausuren. Diese Form der Vorbereitung ist allerdings nicht ganz günstig. So kostet ein Kompaktkurs rund 4000-4500 Euro und ein Intensivkurs circa 2600 Euro. Dafür gibt es ein umfangendes Unterrichtsprogramm, Prüfungstraining und Literaturbereitstellung. Außerdem ist während der Bearbeitung der Probeklausuren die permanente Rücksprache zu einem Dozenten gegeben.

Wem dies zu teuer ist oder wer sich zutraut die Prüfungsvorbereitung in Eigenregie zu meisten, sollte statt eines Präsenzkurses eventuell auch einen Fernkurs in Erwägung ziehen. Solche sind in der Regel preiswerter, wenn auch eben nur für bestimmte Lerntypen zu empfehlen.
Die Gebühren von circa 1200 Euro für Anmeldung und Prüfung sind hingegen übrigens von jedem Prüfling zu entrichten. Steuerberater werden – weitere Infos zum Beruf gibt es hier!

Weblinks zum Thema
Steuerberater werden – weitere Infos zum Beruf können Sie hier nachlesen.


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