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Löhne und Gehälter in Deutschland ziehen kräftig an

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Von Mitte der 90er bis Mitte der 2000er Jahre saßen die Arbeitnehmer in Sachen Gehalt an einem ziemlich kurzen Hebel. Dies hat sich inzwischen jedoch geändert. Foto:Depositphoto.com

Dies ist das Ergebnis einer Auswertung von Anzeigen von Internet-Jobbörsen des Online-Karriereportals „StepStone“ für die „Welt am Sonntag“. Besonders groß fällt das Lohnplus demnach in Bayern und in Großstädten aus.

Den Online-Stellenausschreibungen zufolge bekommen Vertriebsmitarbeiter heute im Durchschnitt 5,5 Prozent mehr Gehalt als noch vor einem Jahr. Wer in Einkauf und Logistik arbeitet, erhalte 3,3 Prozent mehr, Ingenieure und IT-Kräfte rund drei Prozent. Am größten seien die durchschnittlichen Gehaltssteigerungen im Süden der Republik und in großen Städten: Beschäftigte in Bayern bekommen im Durchschnitt vier Prozent mehr, es folgen Bremen (plus 3,6 Prozent), NRW (plus 3,2 Prozent), Hamburg (plus 3,2 Prozent) und Hessen (plus 2,7 Prozent).

Statistischen Bundesamt bestätigt den Trend

Jüngste Zahlen des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden bestätigen diesen Trend: Die Reallöhne in Deutschland waren im ersten Quartal des Jahres um 2,6 Prozent, im zweiten Quartal um 2,3 Prozent gewachsen. Zwischen 1993 und 2013 waren die Reallöhne in vielen Jahren zurückgegangen: Nach Abzug der Inflation hatten die Beschäftigten weniger Kaufkraft. „Nun ist ein Aufholprozess im Gang und einiges wird wettgemacht“, sagte der Forschungsbereichsleiter am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Enzo Weber, der „Welt am Sonntag“.

Arbeitnehmer saßen zuvor am kurzen Hebel

„Von Mitte der 90er bis Mitte der 2000er Jahre saßen die Arbeitnehmer an einem ziemlich kurzen Hebel.“ Auch für 2017 werden Gehaltssteigerungen erwartet. Die Personalberatung Korn Ferry Hay rechnet der Zeitung zufolge über alle Branchen hinweg mit einem durchschnittlichen Plus von 2,6 Prozent.

Profiteure seien besonders Spitzenkräfte, wie eine Prognose der Personalberatung Kienbaum zeige. Danach würden die Gehälter von deutschen Fach- und Führungskräften 2017 um über drei Prozent steigen, so viel wie in keinem anderen Land Westeuropas. Ziehe man die erwarteten Inflationsraten ab, bleibe ein reales Plus von 1,6 Prozent – darauf kämen sonst nur Frankreich und die Schweiz. In Ländern wie Norwegen, Schweden oder Belgien dürfe das Plus bei 0,4 Prozent liegen. Nicht nur für Führungskräfte verbessere sich die Situation am Arbeitsmarkt. Die Jobcenter verzeichneten im September 2016 knapp 690.000 offene Stellen, fast 15 Prozent mehr als im Vorjahr. (dts)


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