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Befristete Arbeitsverträge – Der richtige Umgang mit den damit verbundenen Ängsten

Viele Arbeitnehmer haben befristete Stellen, weil es sich beispielsweise um eine Schwangerschaftsvertretung handelt, oder der Arbeitgeber nicht weiß, ob er die Stelle ein weiteres Jahr finanzieren kann oder will. Eine unangenehme Situation für die Arbeitnehmer, weil sie immer zittern müssen, dass sie nach Ablauf der Verträge vor die Tür gesetzt werden. Es gibt Fälle, bei denen Arbeitnehmer seit sieben Jahren oder länger eine Schwangerschaftsvertretung inne haben und doch jedes Jahr zittern, ob ihre Existenz nicht bald gefährdet sein wird. Andere Akademiker schicken jedes Jahr Unmengen an Bewerbungen raus, weil ihre Stelle nicht verlängert wurde und ihnen der Gang zum Arbeitsamt bevorsteht. In beiden Fällen kommen Ängste in den Arbeitnehmern auf, die auf den weiteren Berufsweg langfristig hemmend wirken.

Ängste und Befürchtungen bei befristeten Arbeitsverträgen

1. Ängste bei der jetzigen Stelle

Die Hoffnung darauf, dass die Stelle nach Ablauf des Vertrages doch verlängert wird, lässt viele Arbeitnehmer zum „Jasager“ werden. Man hat Angst, eine kritische Meinung vor dem Chef zu äußern oder generell etwas Falsches zu machen, weil bald die Verlängerung des Arbeitsvertrags auf der Tagesordnung steht.

2. Angst vor der Dauerbefristung

Nicht selten steckt der betroffene Arbeitnehmer seit Jahren in der Befristungsmaschinerie. Sein Sicherheitsdenken und sein Vertrauen in die Arbeitswelt sind nicht stark ausgeprägt. Weil diese Situation bereits lange Zeit andauert, ist sein Denken auf ein unbesfristetes Arbeitsverhältnis extrem angelegt: Sein Selbstvertrauen ist so sehr angeschlagen, dass sich seine Situation schwer ins Positive wandeln könnte.

3. Angst vor der Zukunft

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Unsere Medien sind voll gepackt mit Horrorszenarien. Jede Massenentlassung wird regelrecht zelebriert in Form von detaillierten Hintergrundreportagen und Spezialsendungen in den größten Zeitungen und Fernsehsendern Deutschlands. Ängste vor der eigenen beruflichen Zukunft kommen unwillkürlich auf.

4. Angst, finanziell nicht mithalten zu können

Freunde planen den nächsten gemeinsamen Urlaub. Man selbst weiß nicht, ob man diesen überhaupt finanzieren kann, weil man eventuell bereits in der Arbeitslosigkeit steckt.

Ängste sind immer negativ für die eigenen Persönlichkeit, weil sie die Betroffenen hemmen, sie nicht klar denken können und sie sich scheuen, weitere Schritte zu gehen, obwohl sie dringend notwendig sind.

Was kann gegen die Ängste bei befristeten Arbeitsverträgen tun?

1. Die Arbeitssituation akzeptieren

Wichtig ist, dass der Arbeitnehmer den Status Quo innerlich annimmt. Ob der Arbeitsvertrag befristet ist oder verlängert wird, liegt im Enddefekt nicht an ihm selbst, sondern ist abhängig von äußeren Umständen. Viel Einfluss hat der Arbeitnehmer nicht darauf. In dem Moment, in dem man die Situation annimmt, wird man innerlich gelassener, man kann sich mehr auf die tägliche Arbeit konzentrieren. So macht man weniger Fehler. Und wenn der Arbeitnehmer in die Stelle oder in das Unternehmen gut hinein passt, werden sich auch dort auf lange Sicht Möglichkeiten ergeben.

2. Den befristeten Arbeitsvertrag als Chance betrachten

Jede neue Stelle sollte als ein weiterer Meilenstein der Entwicklung betrachtet werden, denn man gewinnt viel Erfahrungen und Wissen.

3. Sich als Teil der gesellschaftlichen Entwicklung betrachten

Die Schuld nicht bei sich selber suchen, sondern sich die Umstände vor Augen führen: Wir leben in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Befristete Arbeitsverträge sind mittlerweile keine Seltenheit mehr, sondern sind in vielen Branchen üblich. Jeder einzelne ist Teil dieser Gesellschaft und dieser gesellschaftlichen Entwicklung. Man sollte die Schuld für die Dauerbefristungen nicht bei sich selber suchen und sich nicht eigene Unzulänglichkeiten auf die Fahne schreiben.

4. Über Alternativen nachdenken

Die Situation nutzen, um wirkliche Alternativen einzugehen. Dazu zählt zum Beispiel, die Selbständigkeit mit einer kreativen Geschäftsidee einzugehen, vor der man sich immer gescheut hat. Ein Jahr eine Auszeit zu nehmen und das Land zu bereisen, in das man schon immer hin wollte. Eine Familie gründen, zu der vorher keine Zeit war und die nicht in den Berufsalltag passte. Sich für soziale Projekte engagieren, die einem immer am Herzen lagen, doch vor denen man zurück geschreckt ist, weil sie nicht in das eigene „Berufsraster“ passten.

5. Sich reflektieren

Manchmal ist der Schein trügerisch. Viele Arbeitnehmer sind so in den Berufsalltag und in ihre Routine verstrickt, ohne darüber nachzudenken, ob der Job, die Kollegen und das Unternehmen ihn wirklich glücklich machen. Man macht jeden Tag seine Arbeit, geht mittags gemeinsam mit den Kollegen in die Kantine, hört sich die Klatschgeschichten an und besucht jedes Jahr meist die gleichen Messen und Kongresse. Die Zeit vergeht, ohne dass man reflektiert, ob seine eigene Routine nicht auch Defizite aufweist. Ein neuer Job bietet auf jeden Fall die Möglichkeit, wenn auch nicht die Garantie, diese Defizite aus zu gleichen: Plötzlich wird einem bewusst, dass man im neuen Job mit dem Chef besser diskutieren kann als in dem alten, dass das Team kollegialer ist als vorher oder dass seine Arbeit mehr geschätzt wird.


Carolin Fischer

Über den Autor Carolin Fischer

Carolin Fischer ist Inhaberin der Agentur Text & PR Fischer. Sie ist spezialisiert auf die Erstellung redaktioneller Inhalte sowie auf die Konzeption und Realisierung von PR-Strategien.

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