WirtschaftspolitikBGA sieht nach Trump-Wahl Gefahr einer globalen Wirtschaftskrise

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Wird der Sieg von Donald Trump als US-Präsident eine Wirtschaftskrise auslösen? Foto: Depositphoto.com

Dies hätte zum einen „katastrophale Auswirkungen auf die US-Ökonomie“, sagte Börner der „Berliner Zeitung“. Zum anderen wären in Deutschland unmittelbar alle großen Branchen wie die Automobilindustrie, Medizintechnik, Maschinenbau, Elektrotechnik sowie der Chemie- und Pharmabereich betroffen.

Dominoeffekt des Protektionismus durch Donald Trump

Noch größere Sorge äußerte Börner mit Blick auf mittelbare Wirkungen: „Wenn die Amerikaner beispielsweise keine chinesischen Produkte mehr einführen, hat auch China ein erhebliches Problem, und in der Folge auch Europa und Deutschland. Es entstünde eine Art Dominoeffekt des Protektionismus. Die ganze Architektur des Welthandels geriete ins Wanken.“

Nachdrücklich unterstrich Börner die „überragende Bedeutung“ der USA für Deutschland, Europa und die Weltwirtschaft: „Ohne die USA läuft nichts auf der Welt. Die USA sind nicht nur von für Europa, sondern mittlerweile auch Deutschlands wichtigster Handelspartner.“ Dabei gehe es nicht nur um Ein- und Ausfuhren, sondern auch um den Transfer von Wissen und Know How.

„Wir haben einen sehr engen wissenschaftlichen Austausch, die ganze Software-Industrie, Google, Apple, Facebook – das alles ist amerikanisch“, sagte Börner. Zudem seien die USA immer der Garant für Frieden und Stabilität gewesen – ein auch und gerade für Wirtschaft bedeutsamer Faktor. Denn „alles was nach Instabilität und Krise riecht, ist Gift für die Wirtschaft“.

Es besteht jedoch auch Hoffnung

Zugleich äußerte Börner die Hoffnung, „dass Trump nach der Wahl vieles von dem, was er vor der Wahl angekündigt hat, nicht umsetzen wird, und zwar aus innenpolitischen Gründen“. So sei die Altersversorgung der US-Bevölkerung fast komplett an den Börsen angelegt: „Wenn Wirtschaftswachstum und Börsenkurse dauerhaft einbrechen, ist auch die Altersversorgung im Eimer. Das kann kein US-Präsident aushalten, auch Donald Trump nicht.“

Dem Handelsabkommen TTIP zwischen den USA und der EU räumt Börner in absehbarer Zeit keine Chance mehr ein. „Es liegt wohl erst einmal und bis auf Weiteres auf Eis.“ Gleichwohl dürfe man jetzt nicht in Hysterie verfallen. „Auch in den USA kocht das Wasser bei 100 Grad. Soll heißen: Die normative Kraft der Vernunft wird allzu Schlimmes verhindern“ sagte Börner. Trump wisse als Unternehmer schließlich, wie Märkte und Wettbewerb funktionierten.

Börner appellierte an hiesige Vertreter aus Politik und Wirtschaft, ein Krisenmanagement der kleinen Schritte zu betreiben: „Was wir tun können und müssen ist: das Schlimmste verhindern. Das heißt: Kontakt zu den Entscheidungsträgern in den USA suchen, Gespräche führen, Überzeugungsarbeit leisten, Klinken putzen und viele kleine Schritte tun, damit wieder Vernunft einkehrt. Ich glaube da an die normative Kraft des Faktischen. Und ich weigere mich, an den Weltuntergang zu glauben.“ (dts)


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