Cyber-KriminalitätHackerangriff auf Telekom immer wahrscheinlicher

Hackerangriff vermutlich durch Mirai-Netzwerk

Vieles deute darauf hin, dass es sich um Attacken des sogenannten Mirai-Netzwerks gehandelt habe, sagte Schönbohm. Dabei handelt es sich um ein Netz, das aus einer großen Anzahl manipulierter Geräte aus dem sogenannten „Internet der Dinge“ zusammengestellt worden ist. Dazu zählen vor allem Geräte aus dem digitalen Zuhause: schlecht gesicherte Router, Webcams und digitale Videorekorder.

Experten schätzen, dass das Mirai-Netzwerk aus Hunderttausenden solcher Geräte besteht, die dann gemeinsam Attacken ausführen wie auf die Telekom. Angriffe seien auch im geschützten Netz der Bundesregierung registriert worden, teilte das BSI mit. „Es gibt eben nicht nur Chancen der Digitalisierung, sondern auch Risiken“, sagte Schönbohm.

Deshalb sei eine Cyber-Sicherheitsstrategie sehr wichtig. Über 900.000 Kundenanschlüsse der Deutschen Telekom waren von den Internet- und Telefonieausfällen seit Sonntag betroffen.

Telekom will Router-Probleme am Dienstag vollständig beheben

Die Telekom geht davon aus, dass die Probleme mit ihren Routern im Laufe des Dienstags vollständig behoben werden können. Die am Montag vom Unternehmen aufgespielte Filtersoftware habe funktioniert, die Zahl der betroffenen Router sei bereits am Montagnachmittag spürbar zurückgegangen, sagte Telekom-Sprecher Georg von Wagner am Dienstag im RBB-„Inforadio“. Die Schadsoftware sei „schlecht programmiert, sie hat nicht funktioniert und hat nicht das getan, was sie hätte tun sollen. Ansonsten wären die Folgen des Angriffs noch viel schlimmer gewesen“.

Die Zahl der akut betroffenen Router sei von 900.000 „dramatisch zurückgegangen, wir gehen davon aus, dass wir heute keine Probleme mehr sehen werden“. Auf wen der Hackerangriff auf die Telekom-Router zurückgeht, wisse das Unternehmen noch nicht, so von Wagner: „Wer dafür verantwortlich ist, wissen wir nicht. An Spekulationen wollen wir uns nicht beteiligen.“ Ähnliche Angriffe auch in Zukunft wollte von Wagner nicht ausschließen: „Es gibt keine hundertprozentige Sicherheit gegen Hackerangriffe“, betonte er. (dts)

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