Venture-Capital

Finanzierungsrunden: Was steckt hinter dem Start-up-Schlagwort?

Wie sich ein Start-up finanziert, hat Anna Vital vom „Funders and Founders“-Blog recherchiert und die Ergebnisse übersichtlich in einer Grafik zusammengefasst. Deutlich wird: Die Seed-Finanzierungsrunde, bei der vielversprechende Start-ups frisches Kapital erhalten sollen, erfolgt, nachdem die Gründer sowie deren Freunde und Familie ihren Teil zum Unternehmenskapital beigesteuert haben. Die Runde wird von Business Angels getragen, die ihr eigenes Geld investieren und im Regelfall entweder mindestens eine Million Dollar besitzen oder 200.000 Dollar jährlich verdienen.

Die Seed-Finanzierung bringt üblicherweise einen Betrag im unteren bis mittleren sechsstelligen Bereich ein, zumindest in der Internetbranche. Im nächsten Schritt folgen die Serie-Finanzierungen. An dieser Stelle kommen professionelle Venture-Capital-Geber ins Spiel, die aus ihrem Fonds eine Summe beisteuern, die im Beispiel von „Funders and Founders“ bei 500.000 Dollar beginnt. Die Serie-Finanzierungsrunden werden alphabetisch nummeriert: von Serie-A bis Serie-E und gegebenenfalls darüber hinaus.finazierungsrunde_infographic

 

Beispiel: Eve Mattress erhält 16 Mio. Euro in Series-B-Finanzierungsrunde

Beispielsweise hat sich das deutsch-britische Start-up Eve Sleep mit der perfektionierten, hippen Matratze Eve Mattress in der Series-B-Finanzierungsrunde im Oktober 2016 von Investoren 16 Millionen Euro sichern können. Angeführt wurde die Runde vom Woodford Investment Management. Ebenfalls beteiligt war Investor Paul Pindar, laut e-Commerce News Magazin wird er als Vorsitzender zur Unternehmensführung gehören. „eve Sleep ist ein Wachstumsgeschäft mit großen Ambitionen und einem konsequenten Führungsteam. Also war ich sehr daran interessiert, mich hier zu engagieren. Wir glauben, dass wir mit der Unterstützung hochkarätiger Investoren die Position der Marke als globale Lifestyle-Marke zementieren können“, so erläuterte Pindar seine Entscheidung, das Team zu unterstützen.

So läuft die Investition ab

Dass Investoren und Business Angels den von ihnen mitfinanzierten Unternehmen mit Rat und Tat zur Seite stehen, auch in Personalfragen, ist essenziell für die Entwicklung eines Start-ups. Denn nur mithilfe der richtigen Maßnahmen kann es den erhofften Erfolg erzielen. Investment Manager erwarten die Erfüllung bestimmter Kriterien, um eine Beteiligung überhaupt in Betracht zu ziehen.

Die grundsätzlichen Anforderungen nennt Andreas Olmes beispielhaft für den HTGF (High-Tech Gründerfonds), an dem er beteiligt ist: Das Unternehmen muss für die nächsten 12 bis 18 Monate eine gesicherte Finanzierung vorweisen, deutliche Wettbewerbsvorteile haben und einen Eigenanteil aufbringen. Die Kriterien ergeben sich sowohl aus den festgelegten Punkten des Investmentfonds als auch aus seinen Muss-Kriterien. Letztere können im Laufe der Zeit angepasst werden, um den Zielen des Fonds zu entsprechen.

Sind die Basisvoraussetzungen erfüllt und Businessplan sowie Management überzeugen die Manager und Projektleiter des Fonds, präsentiert das Start-up-Management das Konzept persönlich. Kann es auch einen Gutachter und schließlich das Komitee des Fonds überzeugen, wird die Finanzierung vertraglich fixiert und abhängig von Meilensteinen ausgezahlt. Laut Olmes kann eine solche Entscheidung bei neu gegründeten Start-ups zwischen sechs Wochen und mehreren Monaten dauern, je nachdem, wie ausgereift das Konzept bereits ist.

Finanzierungsrunden

In den Seed- und Series-Finanzierungsrunden versorgen Investoren das Unternehmen mit Kapital, damit es wachsen kann. Foto: Flickr Growing your money – pounds Images Money CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten.

 


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