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Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz: Was können Sie dagegen tun?

Gesetz gegen sexuelle Belästigung

2006 ist das Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) in Kraft getreten. Es besagt, dass der Arbeitgeber die Angestellten vor sexuellen Übergriffen bewahren soll. Oft geht die Belästigung von Vorgesetzten aus, aber auch von Kollegen. Viele der Männer wollen durch ihre Bemerkungen ihre Macht demonstrieren und die Angestellte erniedrigen und demütigen. Opfer sind meistens alleinstehende Frauen zwischen 20 und 30 Jahren, die in der Hierarchieebene sehr weit unten sind – wie Sekretärinnen, Auszubildende, Buchhalterinnen und Reinigungskräfte. Aber auch Akademikerinnen werden immer wieder mit Situationen konfrontiert, in denen sie sich belästigt fühlen.

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Manchmal beginnt die sexuelle Belästigung ganz subtil und erst später werden sich die Betroffenen bewusst, dass die eine oder andere Bemerkung oder Aussage bereits „unter die Gürtellinie“ ging. Hinzukommt, dass viele Angst um ihren Arbeitsplatz haben, deshalb wehren sie sich nicht. Treten die Demütigungen vermehrt auf, sind psychische Belastungen wie Angstzustände, Schlafstörungen oder Depressionen die Folgen.

Was können Betroffenen gegen sexuelle Belästigung tun?

  1. Sprechen Sie mit demjenigen, der sie belästigt. Setzen Sie klare Grenzen und machen Sie ihm deutlich, dass Sie sein Verhalten missbilligen. Sagen Sie ihm, dass Sie den Übergriff in die Öffentlichkeit bringen werden.
  2. Gemeinsam ist man stark – suchen Sie sich, wenn möglich, Verbündete. Gehen Sie zusammen gegen die sexuellen Belästigungen vor.
  3. Dokumentieren Sie schriftlich die Vorgänge. Falls die Angelegenheit vor Gericht kommt, können diese Aufzeichnungen sehr nützlich sein.
  4. Belegen Sie einen Rhetorik- oder Selbstverteidigungskurs und trainieren Sie, wie Sie sich verbal und körperlich wehren können.
  5. Reichen Sie beim nächst höheren Vorgesetzten eine Beschwerde ein, die Sie eventuell mit dem Betriebsrat vorbereiten können. Hier ist es wichtig, die Belästigungen zu beweisen. Ist dies nicht der Fall, sollten Sie – falls es erneut zu einem solchen Vorfall kommen sollte – darauf achten, dass Zeugen mit dabei sind.Der Vorgesetzte muss die Beschwerde zunächst prüfen. Gemäß dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ist der Vorgesetzte verpflichtet, das Opfer zu schützen. Dies kann mit einer Abmahnung des Täters beginnen und bis hin zu einer Kündigung führen. Sollte es zu handgreiflichen Übergriffen kommen, kann ihm auch ohne vorhergehende Abmahnung gekündigt werden.
  6. Erfüllt der Arbeitgeber nicht seine Fürsorgepflicht, kann der Arbeitnehmer den Job bei vollem Lohnausgleich verweigern. Eventuell kann er Schadensersatzanspruch gegenüber dem Arbeitgeber geltend machen.

Sexuelle Belästigung nimmt in unserer heutigen Gesellschaft immer kroteskere Formen an. Erst kürzlich berichteten verschiedene Medien von einem Mitarbeiter des Londoner Flughafens, der eine Kollegin im Nacktscanner begaffte. Mit Recht fühlte sich die Frau belästigt und beschwerte sich bei ihrem Chef über den Vorfall. Dem Kollege droht jetzt die Kündigung.


Carolin Fischer

Über den Autor Carolin Fischer

Carolin Fischer ist Inhaberin der Agentur Text & PR Fischer. Sie ist spezialisiert auf die Erstellung redaktioneller Inhalte sowie auf die Konzeption und Realisierung von PR-Strategien.

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