Unterschiedliche Büro-Typen

Das verrät die Einrichtung über den Mensch hinterm Schreibtisch

Wer arbeitet wohl an einem Schreibtisch wie diesem? Ein Blick in die Büro-Typen könnte das Rätsel lösen. Foto: pixabay.com © ErikaWittlieb (CC0 Public Domain)

1. Der familiäre Typ

Wer ins Büro des Teamleiters oder Vorgesetzten stolpert und dort ein warmes Ambiente erfährt, steht vielleicht im Büro des familiären Büro-Typen. Ein angenehmer Wohlfühl-Einrichtungsstil ist ihm wichtig. Es wirkt fast so als stamme die Einrichtung aus einem Einrichtungsshop wie wohnen.de oder dergleichen. Bei den Möbeln handelt es sich nicht etwa um Einzelstücke, sondern eher um Mobiliar, das so auch im heimischen Büro stehen könnte. Die Dekoration des Raumes ist individuell gehalten. Private Bilder gibt es, doch diese wirken nicht wie Trophäen an der Wand, sondern sind bewusst direkt am Arbeitsplatz drapiert, damit die Familie auch immer im Blick ist. Mit dem familiären Büro-Typ kann man meistens gute Gespräche führen. Gerade Probleme bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder private Themen kann man in diesem gemütlich anmutenden Büro gut besprechen.

2. Der Business-Typ

Beim Business-Typ beherrschen häufig Kontraste den Raum. Die Kombination aus schwarzen und weißen Akzenten in der Innenraumgestaltung ist typisch. Markant ist der schwarze, mächtige Chefsessel, der sich hinter einem ebenfalls großen Schreibtisch befindet. Dieser ist meist sehr clean gehalten. Die Möbel haben keinen warmen Holz-Ton, sondern sind in schwarz, weiß oder grau gehalten. Ordnung dominiert das Büro. Die Schrankwände sind mit Ordnungssystemen ausgestattet, die Ordner sind perfekt beschriftet. An den Wänden hängen Zertifikate, die große Meilensteine im Leben des hier Agierenden dokumentieren. Wer in ein Büro wie dieses zum Gespräch geladen wird, der könnte leicht in Panik verfallen, denn: Der Business-Typ ist reduziert – aufs Geschäft. Es gibt hier wenig Ansatzpunkte für einen Smalltalk, es geht ums Business, um Projektmanagement, um Webanalysen, um Trends.

3. Der puristische Typ

In einem Büro-Ambiente wie diesem könnte sich der puristische Typ durchaus wohlfühlen. Foto: pixabay.com © purplejuice (CC0 Public Domain)

Im Büro des puristischen Typs sieht es nur selten nach Arbeit aus. Ein großer Schreibtisch, der letztlich nur eine Tischplatte auf vier Füßen ist, steht im Mittelpunkt. Häufig verfolgen diese Büro-Typen auch die Idee, des papierlosen Arbeitens, was ihnen dabei hilft, den Schreibtisch fast schon „unbenutzt“ aussehen zu lassen. Allerdings ist alles Wissenswerte im Laptop gespeichert, der das dominante Element auf dem Schreibtisch ist. Daneben gibt es noch ein Smartphone, einen Notizblock, einen Stift.

So reduziert wie der Schreibtisch des puristischen Typs wirkt, so ist auch der Rest des Büros. Das Mobiliar ist rar und wird auch weitestgehend nicht benötigt. Statt Schrankwänden findet man eher einen Besprechungstisch im Büro des puristischen Typs. Meist dominieren auch hier eher die Farben Schwarz, Grau und Weiß. Der puristische Typ ist als Mensch nur sehr schwer greifbar, denn die Reduziertheit seiner Büroausstattung ist nicht etwa das Spiegelbild seiner Persönlichkeit. Wer hier authentisch und transparent agiert und auftritt, bekommt in dem doch sehr spärlich eingerichteten Büro jede Menge Raum, um Visionen und Gedanken zu entfalten.

4. Der Herrscher im Chaos

Bei diesem Büro-Typ ist die Auswahl des Mobiliars fast völlig irrelevant, denn er verbreitet überall Chaos, egal welche Möbel sich in seinem Büro befinden. Zugegeben, meist sind die Büros nicht sehr zweckmäßig eingerichtet. Ordnungssysteme, die eben diesem Typ vermeintliche Sicherheit bieten, werden als Option genutzt, kurzfristig das Gefühl von Ordnung vorzugaukeln, doch was einmal in den A bis Z-Mappen verschwunden ist oder in den Ablagefächern versenkt wurde, wird nur selten wieder hervorgekramt. Der Herrscher im Chaos hätte aber nicht etwa genau diesen Namen, wenn er nicht genau wüsste, wo er nach einem bestimmten Schriftstück zu suchen hat. Und so wäre es der schlimmste Fehler, eben diesem Herrscher respektlos zu begegnen, auch wenn es nur die gutgemeinte Idee war, ihm die Unterlagen einfach nochmal mitzubringen. Das unterstellt dem Herrscher im Chaos nämlich, dass er seinen Namen gar nicht zu Recht trägt – und die nötigen Papiere im Chaos nicht finden würde. Das kommt nicht gut an und sollte unterlassen werden.

5. Der büro-lose Bürotyp

So sieht das Büro eines Digitalen Nomaden häufig aus. Alles was er braucht, ist es Laptop, ein Smartphone und eine Internetverbindung. Wo diese Dinge sich befinden, entscheidet er regelmäßig neu. Foto: pixabay.com © Unsplash (CC0 Public Domain)

Die Zunft derer, die ortsunabhängig arbeiten, ist mittlerweile deutlich größer geworden. Digitale Nomaden heißen sie. Ein klassisches Büro, wie die eben vorgestellten Büro-Typen, haben sie keineswegs. Ihr Büro besteht aus einem Laptop. Und eben dieses klappen sie überall dort auf, wo sie sich gerade befinden. Die utopische Idee eines papierlosen Büros haben sie längst zur Überlebensstrategie für sich auserkoren, denn: Unmengen an Papieren möchten sie nicht schleppen, wenn sie von einem Arbeitsort zum anderen ziehen.

Thorsten Kolsch, der gemeinsam mit Tim Jonischkat bereits zwei Filme über eben diese Digitalen Nomaden gedreht hat, verrät im Interview auch die Gefahr am bürolosen Leben: „Tatsächlich wird durch ein ortsunabhängiges Leben die Freiheit ermöglicht, selbst entscheiden zu können, von wo aus man sein Geschäft ausübt. Das kann im Coworking-Space genauso geschehen, wie in der Eigentumswohnung oder auf Reisen. Am Ende ist es eine individuelle Entscheidung, die im Kopf beginnt. Auch ich habe Bilder von digitalen Nomaden am Strand oder in Hängematten im Kopf (und auf meiner Facebook-Startseite). Ich weiß aber auch, dass eine solche Lebensweise viel Disziplin erfordert. Wer kann und will sich schon an den schönsten Plätzen der Welt auf die Arbeit konzentrieren?“ (Quelle: digitalistbesser.org)


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