Unternehmensführung

Entwicklungen und Trends in der deutschen Fitnessbranche

Wer gut aussehen möchte, braucht genau drei Dinge: Ausdauer- und Krafttraining kombiniert mit der richtigen Ernährung. Er braucht keine Sauna, keinen Whirlpool und keine Bar mit Erfrischungsgetränken – Angebote, die zwangsläufig die Mitgliedsbeiträge in die Höhe treiben. Deshalb hat sich der Fitnessmarkt in zwei Segmente gespalten – in Look-Good-Fitness und Feel-Good-Fitness.

Die tödliche Mitte

Der Trend für die Zukunft in der Fitnessbranche: Das Luxus-Segment mit zusätzlichen, aufwendigen Wellness-Angeboten wird weiter florieren ebenso wie das Segment, das sich auf die wesentlichen Komponenten für ein erfolgreiches Fitnesstraining konzentriert. Für beide gibt es eine ausreichend große Zielgruppe. „Die Mitte ist tödlich“ – was der Zukunftsforscher Matthias Horx sagt, trifft auch auf den Fitnessmarkt zu. Das mittlere Preissegment, in dem von allem ein wenig angeboten wird, wird es zunehmend schwer haben.

Auch Studios, die mit dem Arnold-Schwarzenegger-Boom in den Siebziegerjahren groß geworden sind, haben Probleme. Sie sind 1.000 bis 1.500 Quadratmeter groß, bieten ein paar Trainingsgeräte und eine Sauna und das war es. Sie werden untergehen. Horx spricht außerdem davon, mit Design und smarten Services zu überzeugen. Das gilt auch für das Fitnesstraining der Zukunft, das sich durch intelligente, internetbasierte Zusatzleistungen auszeichnen wird – und damit der Lebenswelt der jungen Generation entspricht.

Wenn man auf Europa blickt, zeigt sich, dass in vielen Ländern Fitnessangebote für ältere Menschen ein zunehmender Wachstumsfaktor sein könnte.

Auf dem Fitnessmarkt in Deutschland ist noch Potenzial vorhanden, hier trainieren rund 6 Millionen Menschen in einem Fitnessstudio. Das sind etwa 7,2 Prozent der Bevölkerung. Deutschland liegt damit im Mittelfeld. Zum Vergleich: Spitzenreiter sind die Spanier – hier trainieren rund 16,6 Prozent der Landesbevölkerung in Fitness-Studios.

Künftig wird es darum gehen, auf das Bedürfnis der Kunden nach Attraktivität einzugehen und Fitnesstraining als Produkt so weiterzuentwickeln, dass es zur modernen Lebenswelt der Menschen passt. Dann fühlen sich die Kunden wohl. Auch ohne Wellness.

Autor: Rainer Schaller, Gründer und Geschäftsführer der Fitness-Studiokette McFit


1Kommentare

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  1. 1 Stefan Scheuer | 4. März 2011

    Eine Chance für private Investoren gibt es oftmals nur noch in ländlichen Gebieten. Darüber hinaus befindet sich die Fitnessbranche, meiner Meinung nach, im Wandel. Zum Einen wird die Branche dem demographischen Wandel Rechnung tragen müssen, in Form von reinen Gesundheitsstudios für sogenannte “ Best Ager“ und zum Anderen wird der Markt von Discountern bestimmt werden, wobei auch hier unterschieden werden muss. Das Premium Segment kann nur in den wenigen Namhaften Großstädten dieses Landes überleben, wo die Manager, Doktoren und Anwälte Geld für ihr Image bezahlen. Entscheidend für alle Studios ist aber immernoch das Personal, welches einen entscheidenen Faktor für Erfolg darstellt, denn jeder sollte dieser Tage begriffen haben, dass Kundenbindung wesentlich günstiger ist als die Aquise neuer Mitglieder. Gez. angehender Sportmanager BA (FH)