Marktbereinigung

Beratungsunternehmen sagt Massensterben im Einzelhandel voraus

Vor allem im Lebensmittelhandel werde sich die Zahl der Geschäfte durch den Erfolg der Online-Händler verringern. In diesem umsatzstärksten und wettbewerbsintensivsten Zweig des deutschen Einzelhandels seien die Gewinnmargen seit jeher gering, sagte Wyman-Handelsexperte Sirko Siemssen. „Wenn dann drei oder vier Prozent des Geschäfts ins Internet abwandern, drohen sehr schnell Verluste. Denn die Kosten für Miete, Personal oder Energie lassen sich nur schwer senken.“ Diesen Filialen drohe die Schließung. Auch die Zahl von derzeit rund drei Millionen Arbeitsplätzen im Einzelhandel werde sich nicht halten lassen.

Künftig würden Algorithmen und künstliche Intelligenz in den Konzernzentralen viele Routineaufgaben im Einkauf und in der Angebotssteuerung übernehmen, auch in den Filialen nehme der Technikeinsatz zu, bis hin zu selbstfahrenden Lieferwagen. Im Jahr 2016 hat der deutsche Einzelhandel nach Angaben des Handelsverbands Deutschland noch 23.000 zusätzliche Jobs geschaffen.(dts)


1Kommentare

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  1. 1 Anja Stephan | 15. Februar 2017

    Der Bericht ist ja hoch interessant. Mein Name ist Anja Stephan und ich war 30 Jahre im Einzelhandel tätig. 30 Jahre Handel im Bereich Fleisch und Wurst, haben nicht nur Körperlich sondern auch Geistig ihre Spuren hinterlassen. Ich war Führungskraft und habe AZUBIS während der Lehre begleitet. All das habe ich mit Laib und Seele getan. Es muss endlich ein Umdenken der Einzelhändler stattfinden. Die Bezeichnung von Personal als KOSTENSTELLE ist eine Abwertung , die keiner Erklärung mehr bedarf. Die Mitarbeiter sind das KAPITAL. Es ist an der Zeit mal mit dem Mythos der unqualifizierten und unmotivierten Verkäuferin aufzuräumen. Es gibt auch keinen Fachkräftemangel in diesem Bereich. Wenn Mitarbeiter als höchstes Gut endlich erkannt,wertgeschätzt und gefördert werden würden, hätten wir dieses Problem nicht. Ich habe keinen Einzelhändler kennengelernt der mir nur im Ansatz seinen LEITFADEN ,nach den der sein Unternehmen führt ,erklären konnte. Wenn ein Leitfaden da war konnte man ihn auch als Auflistungen von Forderungen bezeichnen. Wenn kein klarer Weg vorhanden ist, wohin sollen Mitarbeiter denn folgen? Produktivität und der ständige Wechsel von Personal sind der größte KOSTENFAKTOR eines Unternehmens. Was geht denn in einem Mitarbeiter vor, der schon innerlich gekündigt hat? Ist der noch Produktiv? Was kostet die Suche nach neuem Personal? Was kostet die Einarbeitung? Es ist nur noch das Personal dessen Fachkompetenz und Leistungsbereitschaft, was einen Einzelhändler vom Mitbewerber unterscheidet. Leider ist das in den Köpfen der Verantwortlichen noch nicht angekommen. Der Kunde kann Butter und Zucker Überall kaufen, aber ein freundliches Wort nicht.Gerade in der heutigen Zeit, wo der einzelne nicht mehr zählt, ist das wichtiger den je. Kaufleute unterhalten sich immer nur mit gleich gesinnten. Die manchmal weitaus klügeren Ratschläge würden aber von motivierten Mitarbeitern kommen. Aber dazu müssten diese Menschen erst mal wissen wer für sie im Unternehmen tätig ist. Was die Person ausmacht. Das erfordert aber ein höchstes Maß an Interesse. Ich habe es anders erlebt. Das Interesse und Einsatzbereitschaft als Bedrohung gesehen wurden . Das der Gedanke von Macht haben über allem stand. Als ich im Betrieb nach einem Zwischenzeugnis fragte, wurde ich nur noch wie Luft behandelt. Es fand kein Austausch mehr statt. Ich bekam ein Zeugnis ja super. Danach war ich letzte Graupe auf diesem Erdball. Ich gab meinem Chef die Kündigung nach fast zehn Jahren und meine Kollegin nach 25 Jahren. Nach uns haben noch 4 weitere Kolleginnen das Unternehmen verlassen. Bei meinem letzten Gespräch mit meinem Chef versuchte ich ihm zu erklären, was mich dazu bewogen hat. Ich erklärte ihm das er für mich nicht mehr greifbar ist,ich ihn nicht mehr erreiche. Da kamen nur Floskeln aus irgendwelchen Psycho Seminaren. Null Einsicht. Ich habe in gefragt wer ihn denn mal den Spiegel vor hält. Wer ihn mal eine Einschätzung seiner selbst gibt. Das brauche er nicht, er sei auf einem guten Weg. Da wusste ich das meine Entscheidung richtig war. Ein Arbeitsplatz der demotiviert und krank macht ist nicht der richtige. Ich könnte zahlreiche und ziemlich üble Beispiele aufzeigen die uns begegnet sind, die belegen das dieses System krank ist. Ich bin ausgestiegen und habe die Reißleine gezogen. Meine berufliche Neuausrichtung geht in den Bereich Coaching. Ich möchte jungen Menschen dabei helfen einen guten Start ins Berufsleben zu finden.
    Schade ich habe gedacht das ich in den Köpfen etwas bewegt habe. Die Zahlreichen Wünsche von Kunden zeigen mir doch, das ich mein Bestes getan habe. Das das Einkaufen von Salami und Schnitzel auch ein Event sein kann,haben wir bewiesen und erlebt. Das eine Warteschlange die durch den ganzen Laden geht, keine Zukunftsvision bleiben muss, auch. Das Verkauf nicht nur BITTE UND DANKE ist war für mich und meine Kollegin selbstverständlich.Ich bin fest davon überzeugt das sich Produktivität erhöhen und der Personalwechsel sinken kann. In meinem kleine Bereich haben meine Kollegin und ich dieses bewiesen.So das waren ein paar Worte zum Thema Einzelhandel und Personalpolitik.

    Liebe Grüße Anja Stephan