Weltwirtschaft

Wirtschaftshistoriker prognostiziert Währungskrieg wegen Donald Trump

Am Ende ständen ein Abwertungswettlauf und Protektionismus, wie zuletzt in den 30er-Jahren.
Harold James lehrt an der Princeton-Universität und gilt weltweit als einer der besten Kenner der transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen. Zum ersten Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ziele die Regierung in Washington darauf ab, Amerikas Handelspartner in Europa zu schwächen, sagte James. „Das Weiße Haus versucht, den Euro anzugreifen oder zu suggerieren, dass die Währungsunion zerfällt.“

Seit 80 Jahren habe kein US-Präsident derart isolationistische Töne angeschlagen wie Donald Trump. „Die Rhetorik mag Teil der Verhandlungsstrategie sein. Aber sie wird wohl kaum positive Ergebnisse bringen.“

Denn je mehr Kapital wegen der Verunsicherung aus der EU in den Dollar-Raum fliehe, desto mehr steige der Kurs der US-Währung. Desto schwieriger werde es also für US-Unternehmen, konkurrenzfähig zu bleiben. Trump werde darauf reagieren, indem er noch mehr Zölle und Beschränkungen für ausländische Unternehmen einführt, die in den USA Geschäfte machen wollen.

Diese Gefahr sehen inzwischen auch viele Top-Manager in Deutschland. Eine Mehrheit der deutschen Wirtschaftsführer hält einen Währungskrieg für die größte Gefahr, die von Trump ausgeht. Mehr als ein Drittel der Vorstände ist alarmiert, das ergab eine Umfrage der „Welt am Sonntag“. (dts)


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