Marketing

Die verschiedenen Arten von Werbeartikeln

Werbegeschenke sollen auch zeigen: Treue macht sich bezahlt. Einer Studie zum Effekt solcher Werbegeschenke von Wirtschaftswissenschaftlern der Universität Münster zufolge können Werbegeschenke die Wahrnehmung der Kunden und deren Ausgaben tatsächlich „bedeutsam“ beeinflussen. So buchten beispielsweise beschenkte Kunden sogar nach Ablauf eines Fluggutscheins als Werbegeschenk weiter bei der Airline, von der das Präsent kam. Quelle: Depositphoto.com

In dieser Hinsicht funktionieren Werbeartikel deutlich besser als Radio-, TV- oder Printwerbung. Studien haben gezeigt, dass Geschenke in 78% der Fälle zu einer positiven Markenerinnerung führen, während Radiowerbung das nur bei knapp 30% der Hörer schafft. Die Erfolgszahlen von TV-Werbung und Zeitschriftenwerbung liegen noch darunter.

Werbegeschenke werden meist als positiv empfunden

Auch von der anderen Seite kann das Pferd aufgezäumt werden: 66% der Befragten fühlen sich von Kaufempfehlungen im Fernsehen gestört, sogar 78% sind genervt von Werbung, die ungefragt in den Briefkasten geworfen wird. Werbeartikel dagegen stören nur 21%.

Die Gründe dafür sind relativ klar: Schließlich freut sich fast jeder zunächst mal, wenn er etwas umsonst bekommt, so dass der Schenkende direkt positiv besetzt wird. TV-Werbung dagegen unterbricht Spielfilme und Briefkastenflyer haben oft nur den Effekt, dass man direkt zum Mülleimer laufen muss.

Der Marketingmix muss stimmen

Es ist für Unternehmen also sehr sinnvoll, auf Werbeartikel zu setzen, um im Endeffekt ihren Umsatz zu erhöhen. Wichtig ist dabei, dass sie sinnvoll in den Marketingmix eingebunden werden. Dieser besteht – in seiner einfachsten Form, auf die erweiterten Modelle soll in diesem Rahmen nicht eingegangen werden – aus den sogenannten vier Ps:

  • Product: Das Fundament des Marketingmixes ist das Produkt. Es muss zur Zielgruppe passen und dieser einen echten Mehrwert bieten.
  • Price: Die Preispolitik setzt sich zusammen aus dem Verkaufspreis, eventuellen Rabatten und Finanzierungsmöglichkeiten.
  • Promotion: Hier wird festgelegt, auf welchen Kanälen das Produkt beim Kunden bekannt gemacht werden soll – hierbei kommen also auch die Werbeartikel zum Einsatz.
  • Place: Dieser Punkt bestimmt, wo bzw. auf welchen Wegen das Produkt verkauft werden soll. Unterschieden wird zwischen direktem und indirektem Vertrieb.

Diese Komponenten müssen aufeinander abgestimmt sein, damit ein Unternehmen sein Produkt erfolgreich verkaufen kann. Passt beispielsweise der Preis nicht zum Produkt, bleibt der Erfolg definitiv aus – eine Flasche Wasser für 13 € würde schließlich keiner kaufen. Und so müssen natürlich auch die Werbeartikel in dieses Modell eingegliedert werden. Je günstiger das Produkt, desto günstiger sollten auch die Geschenke sein, mit denen es beworben wird. Denn die Ausgaben für die Werbung mindern selbstredend die Gewinnmarge – zumindest kurzfristig.

Welche Werbeartikel gibt es?

Egal wie die anderen Komponenten des Marketingmixes aussehen – es gibt in jedem Fall den passenden Werbeartikel, mit dem als Unternehmen seinen Kunden im Gedächtnis bleibt und dabei auch noch positiv besetzt wird. Die verschiedenen Möglichkeiten sollen im Folgenden kurz vorgestellt werden.

Add-Ons/Inpacks/Outpacks

Add-ons und Outpacks sind ein beliebtes und probates Mittel, um bei Zeitschriften für besondere Aufmerksamkeit zu sorgen. Besonders gut kommen sie Studien zufolge bei Frauen und Kindern an. Ein Beispiel für ein Outpack sind kleine Spielzeuge, die als kostenlose Beigabe zu Kindermagazinen wie der Micky Maus gepackt werden, um bei der Zielgruppe zusätzliche Kaufinteresse zu wecken.

Inpacks funktionieren ähnlich, sind aber eben nicht außen beigegeben, sondern befinden sich im Inneren der Packung. Viele Hersteller von Cornflakes und ähnlichen Frühstücksprodukten steigern die Attraktivität ihres Angebots mit Spielzeugen. Handelt es sich nicht um ein einzelnes Stück, sondern um den Teil eines Sets – wie etwa beim Überraschungsei – erhöht man die Chance, dass der Artikel immer wieder gekauft wird.

Incentive/Prämie

Incentive bedeutet auf Deutsch „Anreiz“. Potentielle Kunden sollen also zum Kauf animiert werden, indem man ihnen etwas in Aussicht stellt, das den Produktwert bei weitem übersteigt. Wie das gelingt, zeigen zahlreiche Beispiele, unter anderem McDonald’s mit dem jährlich stattfindenden Monopoly-Gewinnspiel. Mit ein wenig Glück kann man beim Kauf einiger weniger Produkte extrem wertvolle Sachpreise oder hohe Geldbeträge gewinnen. Die Tatsache, dass es sehr unwahrscheinlich ist, einen der Hauptpreise zu gewinnen, tut der Beliebtheit dieses Gewinnspiels keinen Abbruch. Dass statt Nieten kleine Sofortgewinne ausgegeben werden, trägt sicherlich dazu bei.

Das Prämiensystem garantiert einen kostenlosen Artikel, wenn für einen bestimmten Betrag eingekauft wird. Das wohl bekannteste Beispiel ist die Paybackkarte, auch wenn es hier streng genommen keine Gratisartikel, sondern Rabatte gibt. Im Endeffekt läuft es aber auf dasselbe hinaus: Wer oft genug einkauft, erhält eine attraktive Vergünstigung.

Kontaktpräsent

Sie werden klassischerweise auf Messen und im Rahmen von Promotionsaktionen verteilt. Da sie in der Regel in einer sehr hohen Stückzahl produziert werden, muss hier besonders auf den Preis geachtet werden. Günstige Artikel, die sich individuell mit dem Firmenlogo bedrucken lassen, findet man unter anderem bei diesem Anbieter.

Die Tatsache, dass es sich meist um nicht allzu wertvolle Geschenke handelt, wird beim Kontaktpräsent dadurch kompensiert, dass man direkt mit dem Interessenten sprechen kann und der Werbeartikel lediglich dazu dient, ins Gespräch zu kommen oder den anderen im Nachhinein an genau dieses zu erinnern.

Zugabe

Besonders in der Gastronomie ist dieser Werbeartikel weit verbreitet. Wer seinen Gästen nach dem Essen einen kostenlosen Schnaps serviert, sorgt dafür, dass er positiv in ihrem Gedächtnis bleibt. Selbstverständlich kann die Zugabe auch in jeder anderen Branche zum Einsatz kommen. Ihre Wirkung ist sogar wissenschaftlich erwiesen: Beim Geldausgeben wird nämlich das Schmerzzentrum des Gehirns aktiviert; durch eine unerwartete, kostenlose Zugabe wird dieser Effekt relativiert.


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