E-Business

Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die IPTV Branche

IPTV ist bislang ein noch junger Bereich, der sich gerade sukzessiv aus einem Randgebiet heraus entwickelt. Ähnlich wie die IP basierte Telefonie vor gut zehn Jahren eine schweren Stand gegen die qualitativ sehr hochwertige ISDN Telefonie hatte und sich erst langsam – einhergehend mit einer leichten Verschlechterung der durchschnittlichen Sprachqualität aber auch mit extrem reduzierten Kosten durchsetzte, wird dieses Phänomenen des Durchbruchs auch beim Thema IPTV der Fall sein und da hilft die Wirtschaftskrise mit der überall auftauchenden Frage nach einer Reduzierung von Kosten extrem.

Was ist überhaupt IPTV?

Zunächst ist es wichtig den Scope von IPTV zu definieren. IP basiertes Fernsehen ist auf der einen Seite das vielen bekannte WebTV – zum Beispiel auf Kanälen wie sevenload.de, clipfish.de oder auch youtube.de – auf der anderen Seite zählen auch Services wie das IPTV Angebot der Deutschen Telekom AG dazu, die unter der Bezeichnung T-Home ein komplettes auf IP Technologie basierendes Programm auf den eigenen Fernseher holt, hierzu ist aber eine spezielle Settop-Box notwendig.

Wie wirkt sich die Wirtschaftskrise auf die IPTV Branche aus?

Generell kann man sagen dass der Kostendruck allein schon dazu führt, dass sehr viele Anbieter und auch Kunden über die Nutzung von IP basiertem Fernsehen nachdenken. Die Produktions- und vor allem die Distributionskosten von IPTV sind immer noch deutlich günstiger als beim klassischen Fernsehen. Das führt gerade in Zeiten von begrenzten Budgets zu einer stärkeren Umschichtung in neue und potenziell kostengünstigere Übertragungswege. Des weiteren macht der technologische Fortschritt auch ständig schnellere und qualitativ hochwertigere Übertragungen möglich, so dass der Abstand zum klassischen Fernsehen in dessen Stärken (u.a. hohe Reichweite durch schnelle und qualitativ gute Übertragung) schrumpft und die zusätzlichen Interaktions-Möglichkeiten von IP basiertem Fernsehen (Stichwort Rückkanal für direkte Kommunikation oder auch die Verknüpfung mit E-Commerce Funktionen) schon fast zu einem klaren Vorsprung der neuen Technologie führen.

Geringere Budgets wirken auf die Contentproduktion

Der Nachteil, dass die Budgets geringer werden ist auf der Inhalte (Content) Seite natürlich deutlich spürbar. Insbesondere für die Produzenten die mit immer kleineren Budgets immer mehr erreichen müssen. Hierbei macht den kleinen, unabhängigen Produzenten zu schaffen, dass die Anzahl der IP basierenden Kanäle drastisch zunimmt – alleine iptv.de listet aktuell 873 verschiedene IP basierende TV Sender auf – aber auch das diese dann teilweise Inhalte für eine sehr kleine Zielgruppe benötigen, die gerade auf der Kostenseite extrem effizient und damit kostengünstig produziert werden müssen.

Es lässt sich also sagen, dass die Wirtschaftskrise ein zweischneidiges Schwert für die IPTV Branche ist. Auf der einen Seite beschleunigt sie die Durchdringung des Marktes mit der Technologie, weil diese Kostensenkungspotenziale bietet, auf der anderen Seite setzt sie gerade im Bereich der Produktionen noch mehr Druck auf die dort arbeitenden Unternehmen aus.

Autor:  Nils T. Kohle, Erweiterter Vorstand für Marketing und PR im Deutschen IPTV Verband e.V. und Geschäftsführender Gesellschafter der Internetagentur Interwall
(DJ)


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