E-Business

Zeitungsverlage setzen auf Paid-Content

Vor allem mobile Anwendungen, etwa die so genannten Apps für das iPhone, stehen bei gut 40 Prozent der Verlage im Fokus der Paid-Content-Strategie. Das sind einige der zentralen Erkenntnisse einer vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) in Auftrag gegebenen Studie, die am 29. April 2010 in Berlin präsentiert wurde.

Vom 20. Januar bis 25. Februar 2010 haben die Verlagsberaterin Katja Riefler und der Medienwissenschaftler und Strategieberater Robin Meyer-Lucht dafür Entscheider in 124 deutschen Zeitungshäusern befragt. Danach rechnet jedes fünfte Haus damit, dass in den kommenden drei Jahren aus Paid Content bis zu 40 Prozent des Umsatzes mit digitalen Medien erwirtschaftet wird. Weitere 35 Prozent erwarten bis zu 15 Prozent Umsatzanteil. „Die Tendenz ist eindeutig, die Verlage glauben an Bezahlinhalte im Netz und auf mobilen Endgeräten“, resümierte Katja Riefler. Dafür hätten sie auch gute Gründe: Bisher werde die Bereitschaft der Nutzer, für exklusive Inhalte im Netz Geld auszugeben, deutlich unterschätzt.

Wichtig für den Erfolg von Paid Content sei ein differenziertes Angebot für unterschiedliche Nutzergruppen, erläuterte Robin Meyer-Lucht. Dabei müsse es den Verlagen vor allem gelingen, aus gelegentlichen Website-Besuchern regelmäßige User zu machen. Derzeit seien 15 Prozent der Nutzer für rund 75 Prozent der Seitenaufrufe auf den Verlagswebsites verantwortlich. „Die Verlage haben bereits beeindruckende Reichweiten im Netz. Die Zahl der Unique User liegt bei 40 Prozent, daraus müssen die Verlage nun ein Stammpublikum machen“, ergänzte Hans-Joachim Fuhrmann, Mitglied der BDZV-Geschäftsleitung. Dann würden kostenpflichtige Internetangebote auch noch stärker als bisher angenommen.


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