Unternehmensführung

Veränderungen in der Logistikbranche und die Chance in China

Viel wurde in den vergangenen Monaten über die Wirtschaftskrise geschrieben: Dass sie vorbei sei, dass sie noch andauert, dass die wirkliche Krise erst noch kommt. Diese viel zitierten Aussagen, die mittlerweile fast schon redundant erscheinen, werden für den klassischen Maschinen- und Anlagenbau jetzt erst wirklich relevant. Die Wirtschaftskrise hat die deutsche Exportwirtschaft schwer getroffen – aber viele Unternehmen in der Maschinenbaubranche bekommen dies erst mit einer Verspätung von eineinhalb Jahren wirklich zu spüren. Aufträge für große Maschinen und vor allem auch im Anlagenbau bedürfen in der Regel einer Vorlaufzeit von ein bis zwei Jahren, daher schlägt die Krise hier mit Verzögerung zu Buche.

32800 Herr Wülfing Gastkommentar von Dirk Wülfing, Leiter Verkauf der akf siemers hamburg GmbH

Gastkommentar von Dirk Wülfing, Leiter Verkauf der akf siemers hamburg GmbH

Die Stimmung in der Branche ist daher gemischt. Für die einen hellt sich die Lage gerade wieder auf; bei den Firmen gehen wieder konkrete Anfragen und Aufträge ein. Für die anderen macht sich die Krise aber jetzt erst bemerkbar, da den bisherigen Projekten noch keine neuen folgen. Logistikunternehmen, vor allem jene, die auf den Transport schwerer und empfindlicher Maschinen spezialisiert sind, stellt diese Entwicklung vor schwierige Aufgaben. Wie können sie darauf reagieren?

Dabei liegen die Probleme nicht nur in der allgegenwärtigen Wirtschaftskrise, sondern haben auch damit zu tun, dass. In dem Maße, wie vor allem die asiatischen Riesen China und Indien wirtschaftlich zum Westen aufschließen, verändern sich auch die Waren-Wege. Mittlerweile produzieren viele Maschinenbauer ihre Anlagen nicht mehr nur in Deutschland und exportieren sie dann in die Welt, sondern sie produzieren auch  in China und müssen den Export von dort aus organisieren.

Gerade diese Entwicklung, die den Effekt der Wirtschafskrise für Logistikunternehmen noch zu verstärken scheint, bietet aber auch die Chance, die Krise zu meistern. Unternehmen in China suchen verstärkt nach kompetenten und zuverlässigen Partnern, die weltweite Speditionsdienstleistungen anbieten und die nötige Erfahrung mitbringen. Hier bieten sich neue Möglichkeiten. Vor allem in Joint Venture-Projekten mit chinesischen Firmen könnten Logistikunternehmen die Situation für sich nutzen.

Dabei liegt der Vorteil nicht in den geringeren Kosten. Gerade bei schweren Anlagen sind Industrieverpacker beispielsweise auf Holz als Rohstoff angewiesen, der erst aufwändig nach China importiert werden muss. Der Gewinn liegt aber in der Erschließung eines großen Marktes, der jetzt erst anfängt, wirklich ins Rollen zu kommen.

Autor: Dirk Wülfing, Leiter Verkauf der akf siemers hamburg GmbH (DJ)


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