Finanzen

Die massiven Probleme in Europa bleiben trotz Rettungspaket bestehen

Das gesamte Rettungsgeld basiere auf einer massiven steuerlichen Verdichtung. Große Sparpakete wie etwa das vor kurzem im griechischen Parlament verabschiedete, würden mit weniger öffentlichen Jobs, geringeren Gehältern und höheren Steuern einhergehen. Dies betreffe vor allem Länder, wo vergleichsweise viele Leute im öffentlichen Sektor beschäftigt sind und wo bereits jetzt relativ hohe Steuern zu zahlen sind.

Nouriel Roubini, Wirtschaftsprofessor (Bildrechte: Kjetil Ree)

Nouriel Roubini, Wirtschaftsprofessor (Bildrechte: Kjetil Ree)

Bei einer entsprechenden politischen Umsetzung könne es in solchen Ländern zu Unruhen und Streiks kommen, wodurch Sparmaßnahmen möglicherweise limitiert ausfallen. Eine Erhöhung der Steuern und Reduzierung von öffentlichen Ausgaben könne die Schuldenkrise in den mit PIIGS bezeichneten südeuropäischen Ländern kurzfristig mildern, aber dieser Weg führt vermutlich in eine Rezession und möglicherweise sogar in eine Deflation.

Dadurch erschwere sich für diese Länder deren Sparbemühungen. Es habe in den Straßen Athens bereits Unruhen und Gewalt gegeben. Es stelle sich die Frage, ob derartiges auch in Lissabon, Madrid oder an einem anderen Ort in der Eurozone geschieht.

Ursache der Euro-Krise: Nur wenige Länder sind wettbewerbsfähig

Dieses Durcheinander in der Europäischen Union basiere auf dem Umstand, dass nur wenige Mitgliedsländer innerhalb der globalen Wirtschaft als konkurrenzfähig zu bezeichnen sind. Dieser Trend mache sich insbesonders seit dem Fehlen der Möglichkeit für eine Währungs-Inflationsbremse bemerkbar.

Deutschland habe 15 Jahre zur Restrukturierung seines privaten Sektors benötigt, um dabei die Arbeitskosten für die Herstellung von internationaler Konkurrenzfähigkeit zu senken. Länder wie Griechenland, Portugal und Spanien würden zur Sanierung vor einer langen, harten und sogar von Prügel geplagten Zeit stehen, falls schmerzhafte Programme zur unverzüglichen Einführung gelangen. Im übrigen sei in Volkswirtschaft und Märkten auf absehbare Zeit mit Volatilität zu rechnen, führte Roubini gegenüber Tech Ticker weiter aus.

(BörseGo)


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