Freihandelsabkommen

Warum Donald Trump gegen TPP und TTIP ist

Donald Trump betrachtet den Freihandel als Feind der amerikanischen Wirtschaft. Stattdessen möchte er auf bilaterale Abkommen mit einzelnen Ländern setzen. Foto: Depositphotos.com, © olania

Seitdem werfen viele Anleger momentan ein gutes Auge auf aktuelle Realtimekurse. Doch wofür genau stehen Freihandelsabkommen wie TPP und TTIP eigentlich und warum ist Trump gegen sie?

Was genau ist TPP?

TPP steht für “Trans-Pacific Partnership”. Dabei handelt es sich um ein geplantes Handelsabkommen zwischen (nach dem Ausstieg der USA) 11 Ländern: Australien, Brunei, Chile, Japan, Kanada, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Peru, Singapur und Vietnam. Die Transpazifische Partnerschaft ist die größte Freihandelszone der Welt und ihre Mitglieder machen fast 40 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts aus. Das Abkommen sieht eine deutliche Absenkung der Zölle vor. Ca. 18.000 Zollvorschriften sollen verschwinden. Da TPP eine Partnerschaft zwischen Ländern mit wirtschaftlich unterschiedlichen Stärken ist, befürchten Kritiker eine Abwärtsspirale der Löhne durch eine Abwanderung der Produktionsstandorte in ärmere Länder.

Und was bedeutet TTIP?

TTIP steht für “Transatlantic Trade and Investment Partnership”. Dieses Transatlantische Freihandelsabkommen ist ein geplanter völkerrechtlicher Vertrag zwischen den USA und der EU. Ob er jemals unterschrieben werden wird, ist noch nicht klar, da Donald Trump Freihandelsabkommen während seiner Wahlkampagne immer wieder scharf kritisiert hat. Bei einer Durchsetzung des Abkommens würde TTIP die größte Freihandelszone der Welt werden, denn der Handel der USA und der EU machen ein Drittel des weltweiten Handelsvolumens aus.

Zölle, die in der Zone bereits eh niedrig sind, sollen nach Möglichkeit komplett wegfallen. Unternehmen könnten so viel Geld sparen, was die Preise senken würde. Dienstleister sollen außerdem leichteren Zugang auf den Wirtschaftsraum der Teilnehmerstaaten bekommen, was wiederum den Wettbewerb erhöhen würde.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Einführung von Standards und Normen. Das TTIP-Abkommen möchte, dass auf beiden Seiten des Atlantiks die gleichen Standards gelten. Ein Produkt müsste dann nicht mehr in vielen verschiedenen Ausführungen produziert werden, um den verschiedenen Standards der Länder gerecht zu werden.

Befürworter des Abkommens rechnen mit einem massiven Wirtschaftswachstum der teilnehmenden Länder, einer Verringerung der Arbeitslosenzahlen und einem erhöhten Durchschnittseinkommen. Kritiker sehen diese Prognosen als viel zu optimistisch an. Sie befürchten außerdem, dass Wirtschaft und Industrie zu viel Macht bei der TTIP-Gesetzgebung erhalten, was negative Folgen auf soziale und ökologische Standards haben könnte.

Was genau ist Donald Trumps Plan?

Trump sieht den Freihandel als Feind der amerikanischen Wirtschaft an. Er ist der Meinung, dass Abkommen wie TPP den Verlust von amerikanischen Arbeitsplätzen und Fabrikschließungen bewirken würden, da das Abkommen diese Jobs in asiatische Niedriglohnländer auslagern würde. Einige Wirtschaftsexperten werfen dem US-Präsidenten aus diesem Grund Protektionismus und Isolationismus vor. Trump möchte stattdessen auf bilaterale Abkommen mit einzelnen Ländern setzen.

Info

Ein Handelskrieg ist ein Wettstreit zwischen zwei oder mehr Ländern um internationale oder inländische Handelsanteile. Es handelt sich hierbei um aggressive politische Maßnahmen, welche die eigene Volkswirtschaft auf Kosten anderer Länder besser positionieren sollen.

Es könnte zu einem Handelskrieg kommen. Trump hat beispielsweise bereits damit gedroht, dass jedes im Ausland hergestellte Auto, das in den USA verkauft werden soll, mit 35 Prozent Strafzoll belastet wird. Solche Zölle hätten auch Auswirkungen für deutsche Hersteller. Audi hätte die größten Schwierigkeiten, da der Konzern den amerikanischen Markt komplett aus dem Ausland beliefert. Trumps Wunsch nach Strafzöllen war eine Reaktion auf BMWs Pläne, ein riesiges Werk im mexikanischen San Luis Potosí zu bauen. Dieses Werk soll den ganzen Weltmarkt beliefern. Andere Länder würden diese Strafmaßnahmen natürlich nicht einfach so hinnehmen, sondern ihrerseits ebenfalls neue Zölle erstellen. Im schlimmsten Fall könnten Handelsbeziehungen vollständig zerstört werden.

Trump ist erpicht darauf, sein Wahlversprechen durchsetzen. Freihandelsabkommen wie TPP und TTIP passen nicht zu seinem Motto “America First”. Er befürchtet, dass eine solche Globalisierung der amerikanischen Wirtschaft schaden würde. Aus diesem Grund setzt er auf Mauern und Protektionismus.


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