Bürogeschichten

Mein Chef, der Super-Geizhals (Teil 2): Vermietung als zweites Standbein

Der Chef vermietet Büroräume in seinem Agenturhaus und Zimmer in seiner Wohnung. Er vermietet tatsächlich alles, was zu vermieten ist. Es ist verwunderlich, dass er nicht auch noch die Toiletten im Bürohaus vermietet.

Eines Tages im Sommer kam Bernd B. in die Agentur und das Gemeinschaftszimmer war mit fünf fremden Leuten belegt. Er dachte sich: Wahrscheinlich Kunden. Doch da kreuzte sein Chef auf und verkündete stolz: „Ich habe neue Untermieter für unser Gemeinschaftszimmer. Es ist ein neugegründetes Unternehmen und ich will ihnen die Chance auf einen erfolgreichen Start bei mir geben.“ Wie edelmütig – dachte sich Bernd B. „Und wo halten wir und die anderen Mieter jetzt unsere Besprechungen ab?“ fragte sich der einzige Angestellte. Doch auch hier hatte sein fündiger Chef eine Lösung parat: „Kein Problem. Ich habe mit dem neuen Mieter ausgemacht, wenn einer das Gemeinschaftszimmer nutzen will, muss er vorher Bescheid sagen. Die neue Firma unterbricht dann für ein paar Stunden ihre Arbeit.“ Na, toll: Welcher Selbständige lässt sich schon gerne diktieren, wann er vor allem für sein Start-up die Arbeit unterbrechen soll? Das war ja wieder wunderbar ausgedacht.

Spontanes Kaffetrinken in Start-up Atmosphäre

Die Realität sah folgendermaßen aus: Die feinfühligen Untermieter nutzten gar nicht mehr das Besprechungszimmer für Kundentermine und verlegten diese nach auswärts. Nur der Boss nahm das Besprechungszimmer weiterhin in Anspruch: Entweder für ein paar Stunden, wenn ein Kunde kam, den er bereits Tage vorher angekündigt hatte oder spontan. Gerade diese Spontanaktionen übertrafen alle menschenmöglichen Vorstellungen. An einem Nachmittag passierte folgende Skurilität: Ein persönlicher Freund des Chefs tauchte in der Agentur auf. Man schwatzte kurz und entschied sich dann, mit Kaffee und Gebäckstückchen in das Gemeinschaftszimmer zwischen den fünf Leuten des Start-ups Platz zu nehmen. Diese telefonierten, redeten und hackten fleißig in ihre Notebooks. Der Boss trank gemütlich in der Start-up Atmosphäre mit dem Freund Kaffee und redete über Privates.

Homeoffice im Holzhäuschen

Doch das ist nur die Spitze des Eisberges. Der Cheffe ist, wie bereits erwähnt wurde, sehr fündig, wenn es ums Geldanhäufen geht. Diesmal plante er, die eigenen vier Wände bis auf den letzten Winkel zu vermieten – wir sprechen von seiner Vier-Zimmer-Eigentumswohnung.

Sein Plan realisierte er folgendermaßen: Er vermietete drei seiner Zimmer an Studenten zu teuren WG-Großstadtpreisen. In dem Wohnzimmer, das Durchgangs- und Gemeinschaftszimmer war, stellte er seine eigene Behausung auf. Das ist kein Witz: Er kaufte sich ein billiges Holzgartenhaus, stellte es an der einen Seite seines Wohnzimmers auf, strich es weiß und zog dort selbst ein. Da sein Wohnzimmer sehr geräumig und auch das Häuschen nicht wirklich klein ist, stellt der Boss in der Holzbehausung noch einen winzigen Schreibtisch auf: „Ab sofort habe ich auch ein eigenes Homeoffice“, verkündete er stolz.

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