Unternehmensführung

IBM CEO Studie: Wie Top-Unternehmen wachsender Komplexität begegnen

Dies geht aus der aktuellen CEO Studie 2010 von IBM hervor, bei der 1.541 Führungskräfte von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen in 60 Ländern und 33 Branchen persönlich befragt wurden.

Insgesamt nimmt die Unsicherheit in den Führungsetagen weiter zu: Demnach erwarten 79 Prozent der Top-Manager, dass die Komplexität des wirtschaftlichen Umfelds auch zukünftig noch deutlich steigen wird. In allen Unternehmen sind deshalb Kreativität (60 Prozent), Integrität (52 Prozent ) und Globales Denken (35 Prozent) die wichtigsten Führungsqualitäten der Zukunft. Offenheit (28 Prozent), Bescheidenheit und Fairness (jeweils 12 Prozent) spielen hingegen eine eklatant schwächere Rolle – das Klima in den Unternehmen scheint noch rauer zu werden.

Die Marschrichtung in den Unternehmen heißt zudem klar „Noch engere Vernetzung mit den Kunden!“ (88 Prozent). Die Top-Manager sehen hier deutlich steigende Erwartungen ihrer Kunden hinsichtlich eines verbesserten Kundenverständnisses (82 Prozent) sowie einer neuen Qualität der Zusammenarbeit (69 Prozent). [asa]389749793X[/asa]

Überraschend sind außerdem die Zahlen zum Thema Talentsuche und Fachkräfte-Ausstattung. In Nordamerika sehen 58 Prozent der befragten Top-Manager einen ausgeprägten Mangel an Talenten, in Deutschland stimmen dieser Aussage nur 50 Prozent der Befragten zu, in der gesamten EU 45 Prozent. China und Japan liegen mit 78 Prozent beziehungsweise 71 Prozent am anderen Ende der Skala.

„Standouts“ auf der Überholspur

Die Studie widmete sich auch der Fragestellung, welche Unternehmen warum besonders erfolgreich sind. Die so genannten Standouts, die in den letzten Jahren, einschließlich der Krise, besonders erfolgreich waren, sehen sich vor allem für eine komplexe, volatile Wirtschaftswelt gut gerüstet. Sie haben das unter anderem mit weit überdurchschnittlichen Wachstumsraten, die sechs Mal höher waren als die ihrer Wettbewerber, eindrücklich unter Beweis gestellt.

Typische Merkmale von „Standouts“:

  • „Standouts“ sind im Vergleich zu allen anderen Unternehmen deutlich stärker bereit, ihre Geschäftsmodelle (15 Prozent mehr) und ihre Organisation zu verändern (23 Prozent mehr).
  • Sie verfolgen sehr viel konsequenter radikale Vereinfachungen, sowohl in ihren Produkten, als auch in ihren Prozessen und Strukturen (30 Prozent mehr).
  • Insbesondere die Geschwindigkeit zählt: „Standouts“ entscheiden schneller (54 Prozent mehr) – und sind schneller in der Umsetzung (16 Prozent mehr).
  • „Standouts“ streben darüber hinaus eine stärkere Flexibilisierung ihrer Kostenstrukturen an – und erhöhen damit ihre „Atmungsfähigkeit“ bei Beschäftigungsschwankungen (27 Prozent mehr)
  • Mit Blick auf ihren Führungsstil setzen „Standouts“ vor allem auf Überzeugungskraft (58 Prozent) und weniger auf ein tradiertes „Anordnen und Kontrollieren“ (17 Prozent). Einen solchen „überzeugenden“ Führungsstil streben vor allem deutsche Unternehmen an (78 Prozent).

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