Konjunkturerwartungen

Drastischer Stimmungsumschwung in deutschen Unternehmen

Deutsche Unternehmens schauen optimistisch in die Zukunft. Foto: ©PixelsAway/Depositphotos.com

Erstaunlich ist dies vor allem vor dem Hintergrund, dass noch bei der letzten derartigen Umfrage im Oktober 2016 kein einziges der befragten Unternehmen von einer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage ausging. „Die Stimmung in den Großunternehmen ist derzeit trotz der schwierigen politischen Großwetterlage ausgesprochen gut: Der europäische Markt entwickelt sich stabil, das USA-Geschäft dürfte durch den gesunkenen Euro-Kurs angekurbelt werden, China wuchs im ersten Quartal besser als erwartet“, sagt Alexander Kron, Partner bei EY in Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Angesichts der positiven wirtschaftlichen Entwicklungen sind die Manager in den Führungsetagen der deutschen Großunternehmen deshalb optimistisch für den weiteren Jahresverlauf.“

Dennoch sehen die Führungskräfte auch Gefahren. Weltweit machen ihnen vor allem die schwankenden Devisen- und Rohstoffpreise Sorgen. Für die deutschen Unternehmen steht dagegen vor allem die Computer- und Netzsicherheit im Fokus.

Hier haben 14 Prozent der Befragten konkrete Ängste, weltweit trifft dies nur auf acht Prozent der Firmen zu. Auch beim Thema Übernahmen und Fusionen zeigt die Befragung eine drastische Veränderung im Stimmungsbild der deutschen Unternehmenslenker. Noch im Herbst hatten drei von fünf angekündigt, dass sie in den kommenden Monaten eine größere Übernahme eines Konkurrenten planen oder eine Fusion ins Auge fassen.

Dieser Wert hat sich seither glatt halbiert. Ganz anders sieht das weltweite Bild aus: Hier ist der entsprechende Wert nur von 57 auf 56 Prozent gesunken. Ein wesentlicher Grund dafür dürfte die große Konkurrenz und ein relativ leergefegter Markt sein. Zudem trägt laut Alexander Kron auch die gute wirtschaftliche Entwicklung dazu bei. „In den vergangenen Monaten haben die Unternehmen gut verdient und ihre Finanzkraft für Übernahmen gesteigert“, sagt er. Gleichzeitig hätten aber auch mögliche Übernahmekandidaten ihren Wert steigern können. Übrig blieben daher vor allem verhältnismäßig teure und weniger attraktive Unternehmen. Und die wolle dann oft einfach keiner mehr. (dts)


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