Von der Idee zur Gründung

Wie Rafiki Power nach Tansania Energie bringt

Strom ist in Afrika nicht selbstverständlich – das Startup Rafiki Power bringt daher Energie nach Tansania. Foto: @Rafiki Power

Die ständige Verfügbarkeit von Elektrizität ist in Europa selbstverständlich, für 17% der Weltbevölkerung ist Strom jedoch ein Luxusgut und 40% davon leben in Afrika – und hier setzt Rafiki Power an. Der fehlende Zugang zu Strom schränkt die Lebensqualität der Menschen in Afrika massiv ein. Um diese Defizite abzubauen, hat Daniel Becker seine Idee, Dörfer mit Hilfe von Mini-Grids und Fotovoltaik-Batterie-Hybridsystemen mit Strom zu versorgen, in die Tat umgesetzt. Als erstes Startup nahm er an dem E.ON Accelerator :agile teil.

Was bisher geschah – Die ersten Schritte von Rafiki Power

Alles begann 2014 mit einem 20 Fuß großen Container in dem Dorf Komolo in Tansania, an
den über ein Mini-Grid 46 Haushalte angeschlossen und fortan mit Strom versorgt wurden.
Über 60% der in Tansania lebenden Menschen haben keinen Strom und leben zum Teil sehr
abgeschieden von der Außenwelt. Zudem fand das Startup Rafiki Power in den dortigen Dörfern sehr gute Voraussetzungen für den Einsatz von „Mini-Grids“ vor. Diese können verlässlich ein Dorf oder einen Industriekomplex mit ausreichend Energie versorgen.

Die Kunden erhalten jeweils ein Smart Meter mit ihrem Hausanschluss und können über Mobile Money Systeme zahlen sowie per SMS jederzeit ihren Verbrauch abfragen. Der Container besteht zur Hälfte aus einer Stromanlage, die autark vom nationalen Netz funktioniert, die andere Hälfte kann als Kiosk oder Raum für ein anderes Geschäft, z.B. Frisörsalon, genutzt werden. Dieser wird von einem ausgewählten Dorfbewohner betrieben. Durch die Installation von Mini-Grids werden u.a. Arbeitsplätze geschaffen, Lebensmittel und Medikamente kühl gelagert, Handy-Akkus aufgeladen oder kalte Getränke serviert. Durch die Nutzung von erneuerbaren Energien wie Solar anstelle von Dieselgeneratoren und Kerosin sind die Kosten geringer und der erzeugte Strom nachhaltig für die Umwelt.

Hindernisse und Hürden für Rafiki Power

Trotz der großen Fortschritte gibt es hin und wieder Schwierigkeiten, die das Startup
überstehen muss. Rafiki Power ist abhängig von Subventionen und politischen
Entscheidungen in Tansania, was oftmals Zeit, Aufwand und Geduld in Anspruch nimmt: „Ein
tragendes Geschäftsmodell in einem Entwicklungsland mit den dort herrschenden
Bedingungen zu entwickeln, ist eine Herausforderung“, sagt Daniel Becker. Monatelange
Vorarbeit mit Besuchen an möglichen Standorten, Klärung von Rechtsfragen und die Suche
nach geeigneten Partnern vor Ort waren notwendig. Die größte Aufgabe ist es,
regulatorische Sicherheit zu schaffen und ein politisches Umdenken zu unterstützen.

Trotzdem hat Rafiki Power bis heute viel geschafft: bereits 700 Haushalte in Tansania
werden rund um die Uhr mit Strom versorgt. Darüberhinaus können die Kunden neben dem
reinen Stromgeschäft elektronische Geräte wie Fernseher, Laptops oder Rasierer, aber auch
Mühlen, Bohrmaschinen oder Sägen für ein eigenes Business bei EOGS auf Raten erwerben
und ihren Lebensstandard auf diese Weise verbessern. Ausdauer, Vorstellungskraft und
Begeisterungsfähigkeit lassen das Rafiki Power Team positiv in die Zukunft blicken. Ihre
Vision ist es, so viele Menschen wie möglich ohne Zugang zum nationalen Stromnetz, mit
sauberen und bezahlbaren Strom zu versorgen.


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