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Wie Frauen Beruf und Familie optimal vereinen

Der deutsche Staat bietet jede Menge Unterstützung für Familien, wie zum Beispiel Erziehungsurlaub, Elterngeld und Kindergeld. Dennoch mangelt es hierzulande an guter öffentlicher Kinderbetreuung. Weil aufgrund des Ehegattensplittings viele Frauen zu den geringer Verdienenden gehören, sind sie es, die oft mit dem Nachwuchs zu Hause bleiben.

Skandinavien als Vorbild Beruf und Familie

In Deutschland stehen weniger als zwei Drittel aller Mütter dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Es sind allerdings nicht nur allein erziehende Mütter, die selten einen Job nachgehen können, sondern oft auch hochqualifizierte, verheiratete Mütter. Im internationalem Vergleich schneidet Deutschland daher bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie schlecht ab. Vorreiterrolle diesbezüglich nehmen dagegen die Skandinavier ein. Dort arbeiten drei Viertel aller Frauen, und dennnoch ist die Geburtenrate bei Kindern weit aus höher als bei uns. Grund dafür ist, dass die Kinderbetreuung in diesen Ländern besser und ausgefeilter geregelt ist.

Abgestimmte Öffnungszeiten für Vorschultagesstätten

In Schweden zum Beispiel sind die Gemeinden für die öffentliche Kinderbetreuung verantwortlich. Da die Anzahl der erwerbstätigen Frauen seit den 70-er Jahren zunehmend gewachsen ist, haben sich auch diese Einrichtungen immer mehr etabliert. [asa]3892049319[/asa]Es ist gesetzlich geregelt, dass alle Eltern, die arbeiten, ihre Kinder auf Vorschultagesstätten für Jungen und Mädchen zwischen eins und sechs Jahren schicken dürfen. Für Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren stehen Freizeitzentren zur Verfügung. Die Öffnungszeiten sind auf die Arbeitszeiten der Väter und Mütter abgestimmt. Die Eltern müssen einen relativ geringen prozentualen Anteil ihres Einkommens für diese Einrichtungen entrichten.

Wie sieht die Kinderbetreuung in Deutschland aus?

Vor allem das Krippenangebot für Jungen und Mädchen unter drei Jahren lässt in Deutschland zu wünschen übrig. Auch das Ganztagesangebot für Kinder vom dritten bis zum sechsten Lebensjahr ist noch nicht wirklich ausgereift. Deshalb sind bis heute Alternativen zur Kinderbetreuung gefragt. Folgende können Sie in Betracht ziehen um Beruf und Familie optimal zu vereinen:

  1. Eine Möglichkeit sind Tagesmütter. Sie stehen stundenweise oder ganztägig zur Verfügung und haben einen Stundenlohn zwischen drei und sieben Euro.
  2. Eine weitere Alternative ist ein Au Pair. Hier liegen die Kosten bei 250 bis 300 Euro, hinzu kommen Kost und Unterkunft.
  3. Auch ein Netzwerk von Freunden – bestenfalls selbst mit Kindern – und Verwandten sind eine gute Option zur Kinderbetreuung.
  4. Elterninitiativen sind eine weitere Möglichkeit, damit Ihr Kind gut betreut wird.
  5. Einige Unternehmen bieten mittlerweile firmeninterne Kinderkrippen, mit Öffnungszeiten, die den Arbeitszeiten der Eltern entsprechen, an.

Bei all diesen Möglichkeiten ist es selbstverständlich wichtig, dass die Person – auch wenn sie nur stundenweise Ihr Kind betreut – in den Alltag des Familienlebens passt. Spielen Sie ruhig Chefin: Ein ausgereiftes „Vorstellungsgespräch“ und eine gemeinsame „Einarbeitungszeit“ zeigen Ihnen sehr schnell, ob die Tagesmutter bzw. der Au Pair die Richtige für Ihre Familie sind.

Die Frauenquote als Chance

Auch die Frauenquote wird in Deutschland zunehmend diskutiert. So beschloss als erstes deutsches Unternehmen die Telekom, dass bis zum Jahre 2015 30% ihrer Führungspositionen mit Frauen besetzt werden sollen. Als großes Vorbild ist in diesem Zusammenhang ein weiteres skandinavisches Land zu nennen: Norwegen. Vor sieben Jahren hat die norwegische Regierung den einheimischen Aktiengesellschaften mit Strafen gedroht, wenn sie in den nächsten fünf Jahren nicht 40% ihrer Aufsichtsratposten mit Frauen besetzten. Gesagt, getan: Heutzutage ist es in norwegischen Firmen an der Tagesordnung, dass dort weibliche Personen in den Führungsetagen sitzen, die Jobsharing oder Teilzeitjobs inne haben.

Auch wenn die Frauenquote hierzuland gerne belächelt wird – frei nach dem Motto: „Eine Frau die per Quote eine Führungsposition inne hat, ist schlichtweg eine Quotenfrau“, bietet sie dennoch eine große Chance: Denn auch am Ende eines Auswahlprozesses in einer Firma entscheidet sich die Chefetage für „Die Beste“ zwischen den Bewerberinnen.


Carolin Fischer

Über den Autor Carolin Fischer

Carolin Fischer ist Inhaberin der Agentur Text & PR Fischer. Sie ist spezialisiert auf die Erstellung redaktioneller Inhalte sowie auf die Konzeption und Realisierung von PR-Strategien.

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