Wirtschaft & Politik

Deutsche Auftragseingänge: Mit Vollgas durch den Sommer

Die Jahresrate sank im Juni nur leicht auf 24,6% Y/Y, was im wesentlichen auf Basiseffekte zurückzuführen ist. Damit komplettiert sich das Bild für das zweite Quartal, das kaum rosiger gezeichnet werden könnte: Die Auftragseingänge legten im zweiten Quartal um 7,6% Q/Q gegenüber dem Vorquartal zu – auch eine hervorragende Vorlage für die morgen zur Veröffentlichung anstehenden Zahlen zur Industrieproduktion, die erneut im Vormonatsvergleich zulegen sollte.

Zudem haben sich nochmals die Vorzeichen für die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts im Frühjahrsquartal, für das in der kommenden Woche das Statistische Bundesamt eine erste Schnellschätzung veröffentlicht, verbessert. War der Start in das Jahr 2010 nach dem dramatischen Wirtschaftseinbruch im vergangenen Jahr noch sehr verhalten (+0,2% Q/Q im I. Quartal), wird das BIP im II. Quartal deutlich mehr als ein Prozent im Vorjahresvergleich zugelegt haben. Insbesondere der verarbeitende Sektor ist im Frühjahr durchgestartet und rauscht mit Vollgas durch den Sommer. Auch für das laufende Quartal mehren sich die Anzeichen eines nochmals sehr kräftigen Wirtschaftswachstums.

Die hohe Nachfrage nach Investitionsgütern (+6,4% M/M) hat die Auftragsbücher der Unternehmen im Juni gefüllt, wovon ein wesentlicher Anteil auf die Bestellungen aus dem Ausland (+10,3% M/M!) zurückgeht. Die Produzenten von Konsumgütern verzeichneten nur einen schwachen Orderzuwachs (+ 0,9% M/M), die Bestellungen von Vorleistungsgütern waren wie schon im Vormonat rückläufig (-0,9% M/M). Insgesamt profitiert die deutsche Wirtschaft sehr stark vom weltweiten Lager- und Investitionszyklus, wobei die deutschen Unternehmen ihre Vorteile im internationalen Wettbewerb ausspielen können.

Fazit: Die Auftragseingänge kletterten im Juni saison- und kalenderbereinigt nochmals deutlich um 3,2% M/M – eine erneute Bestätigung für einen äußerst kräftigen Aufschwung im Frühjahr und eine gute Vorgabe für das dritte Quartal. Die Neuaufträge liegen nun 24,6% Y/Y über dem Niveau vom Juni 2009 – womit der verarbeitende Sektor die Krise weitgehend hinter sich gelassen hat. Besonders stark profitieren die deutschen Unternehmen von der hohen Auslandsnachfrage nach Investitionsgütern, die um mehr als 10% im Vergleich zum Mai zugelegt hat. In der kommenden Woche veröffentlicht das Statistische Bundesamt eine erste Schnellschätzung zum deutschen BIP im II. Quartal. Das Wachstum wird sicher deutlich oberhalb von 1% Q/Q liegen. Die vollen Auftragsbücher weisen zudem auf ein nochmals robustes III. Quartal – der verarbeitende Sektor ist derzeit mit Vollgas unterwegs.


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