Wirtschaft & Politik

Wall Street: 9 Gründe, die für einen Börsencrash sprechen

  1. Aktien sind überbewertet: So sei der Markt bereits als teuer zu betrachten. Unter Berufung auf den renommierten Wirtschaftsprofessor Robert Shiller betrage das Kurs-Gewinn-Verhältnis für Aktien unter Zugrundelegung bereinigter Gewinne rund 20. Dieses Niveau liege deutlich über dem historischen Durchschnitt von rund 16. Die Bewertung stelle für Investoren eine der wichtigsten Anhaltspunkte dar.
  2. Nervosität der Federal Reserve: Gleichzeitig zeige sich die Federal Reserve zunehmend nervös. Dies verdeutlichte sich in dieser Woche durch deren Warnung über eine Konjunkturverschlechterung und der Ankündigung, Erträge aus auslaufenden hypothekenbesicherten Wertpapieren für Staatsanleihekäufe zu verwenden. Dabei handle es sich um einer der letzten Werkzeuge der Notenbank im Kampf gegen Deflation.
  3. Zuviel Optimismus herrscht an den Börsen: Als dritten Faktor gebe es den Umstand, dass bereits viel zu viele Leute wieder zu sehr optimistisch geworden sind. Unter Berufung auf einer vom Branchenverband National Association of Active Investment Managers durchgeführten Umfrage gehen die Vermögensverwalter von einem Anziehen des Marktes aus.
  4. Deflation kehrt ein: Weiters habe die Deflation bereits um sich gegriffen. Ein Anhaltspunkt hiefür biete sich in der drei Monate anhaltenden Rückläufigkeit der Konsumpreise. Daneben veröffentlichte das statistische Büro zum abgelaufenen Quartal einen Bericht, wonach die realen Stundenlöhne auf Jahressicht um 0,7 Prozent gesunken sind.
  5. Überschuldung der Konsumenten: Ein wichtiger Punkt ergebe sich ebenso durch die anhaltende Überschuldung der Konsumenten. Unter Berufung auf die Federal Reserve ist die Gesamtverschuldung in den USA in den vergangenen zehn Jahren von 18 Billionen auf 35 Billionen Dollar gestiegen. Die Schuldenlast der Haushalte sei gegenüber dem bisherigen Allzeithoch lediglich um 3 Prozent zurückgegangen.
  6. Der Arbeitsmarkt sieht katastophal aus: Der Arbeitsmarkt weise in Wahrheit eine noch viel schlechtere Verfassung auf als es der Öffentlichkeit erzählt wird. Die offiziell verlautbarte Arbeitslosenrate von 9,5 Prozent habe keinen Wert. Gerade 61 Prozent der über 20 Jahre alten Erwachsenen verfüge über einen Job. Dies entspreche der niedrigsten Rate seit Anfang der 80er-Jahre, wo viele Frauen zu Hause geblieben sind und daher die Rate nach unten drückten. Viele der Arbeitenden hätten nur die Chance auf eine Teilzeitstelle. Nur 59 Prozent der über 20 Jahre alten Erwachsenen würden derzeit über einen Vollzeit-Job verfügen. Es stelle sich daher die Frage, warum angesichts dieser Zahlen Leute optimistisch sind.
  7. Desaster am Immobilienmarkt: Der Hausmarkt bleibe ein Desaster. Die Zwangsvollstreckungen sind gemäß dem Immobilien-Informationsdienstleister RealtyTrac erneut gestiegen. Die Zahl der von Kreditgebern beschlagnahmten bzw. gepfändeten Immobilien ist im abgelaufenen Monat im Vergleich zu Juni um 9 Prozent auf 93.000 gestiegen. RealtyTrac geht zudem davon aus, dass die Rate an Beschlagnahmungen im laufenden Jahr auf ein beispielloses Niveau von über einer Million steigt.
  8. Stillstand in der Politik: Darüber hinaus gebe es einen Stillstand in der Politik. Die regierenden Demokraten dürften bei den Parlamentswahlen im November in beiden Abgeordnetenhäusern Sitze verlieren. Gleichzeitig sei der politische Dialog kollabiert.
  9. Konjunkturelle Indikatoren zeigen nach unten:  Als letztes müsse angeführt werden, dass sämtliche konjunkturelle Indikatoren nach unten zeigen oder vor der Alarmstufe Rot auf Gelb geschaltet haben. Auch die Industrieproduktion der Eurozone lag anhand jüngster Daten deutlich deutlich unter den Erwartungen. Daneben habe der Netzwerkriese Cisco Systems in seinem Geschäftsausblick eine große Vorsicht erkennen lassen.

(BörseGo)


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