Kryptowährungen

Wie Unternehmen in die Bitcoin-Wirtschaft einsteigen

Bitcoin bleib jedoch nicht lange ein Randphänomen sondern verbreitete sich bei technologieaffinen Usern rasant und es dauerte nicht lange bis auch Investoren auf die Kryptowährung aufmerksam wurden.

Heutzutage ist Bitcoin an verschiedenen Online-Börsen handelbar und dessen Wert ist in den letzten Jahren beträchtlich gestiegen. Während die digitale Währung Ende 2015 zu EUR 268,50 gehandelt wurde, verdreifachte sich der Preis im Jahr 2016. Im Juni 2017 erreichte Bitcoin ein Allzeithoch von EUR 2.669,80. Dies entspricht mehr als einer Verzehnfachung des Wertes innerhalb von zwei Jahren. Die Nachfrage nach Bitcoin steigt seitens der Anleger kontinuierlich und mittlerweile hat sogar die New Yorker Börse Bitcoin-Derivate zum geregelten Handel zugelassen, was auch institutionellen Investoren Zugang zur Kryptowährung gewährt.

Wertentwicklung der Bitcoin-Währung im Jahr 2017. Bildquelle: etoro.com

Wertentwicklung der Bitcoin-Währung im Jahr 2017. Bildquelle: etoro.com

Neben Investoren ist auch die Offline-Wirtschaft auf Bitcoin aufmerksam geworden und die digitale Währung fasst Schritt für Schritt im Alltag Fuß. Die Banken- und Finanzbranche beschäftigt sich seit einigen Jahren mit der Blockchain-Technologie, die potenziell die heutigen Abwicklungssysteme in der Finanzindustrie ersetzen könnte. Namhafte Institute wie UBS, PWC und sogar die Bank of England starteten Forschungseinrichtungen, um die Anwendung dieser Technologie für ihre Zwecke zu testen. Bisweilen sind sich die Geldinstitute jedoch noch nicht sicher, ob die Blockchain und die dazugehörigen Währungen ein Fluch oder Segen für das eigene Geschäftsmodell sind. Immerhin könnte die Blockchain viele Funktionen des Geldsystems ersetzen, für die Banken momentan Gebühren verlangen. In der Zwischenzeit preschen FinTech Start-Ups vor und decken die Nachfrage interessierter Kunden.

Die ersten auf diesem Gebiet waren online Bitcoin-Börsen, die User erlaubten reguläre Währungen gegen Bitcoin einzutauschen. Bevor dieser Service angeboten wurde, war der Erwerb von Bitcoins mit hohem Arbeitsaufwand verbunden. Somit trugen die Börsen wesentlich zur Verbreitung der Kryptowährung bei. Je mehr User sich für Bitcoins interessierten, desto mehr innovative Unternehmen fanden Wege, um die digitale Währung mit der Realwirtschaft zu verknüpfen.

Anfänglich boten Onlineshops ihren Kunden an, Bitcoins an die Adresse des Händlers zu überweisen, um für Realgüter zu bezahlen. Bei hohen Kundenzahlen wurde das jedoch aufwändig. Unternehmen wie z.B. Bitwala oder Bitpay erkannten dies und brachten Software auf den Markt, die Händlern die Akzeptanz von Bitcoin erleichtert. Geschäftskunden können nun unkompliziert weltweit Zahlungen in digitalen Währungen für ihre Güter und Leistungen akzeptieren. Dies beschränkt sich nicht nur auf den Online-Handel; auch reguläre Gewerbetreibende können heutzutage Kryptowährungen als Zahlungsmittel annehmen.

Mittlerweile gibt es zahlreiche Dinge, die man mit Bitcoin bei den über 9.400 Annahmestellen weltweit kaufen kann. Die Waren reichen von Lebensmitteln bis zur Mode, Konzerttickets oder Kunstwerken. Im Jahr 2015 kaufte sogar das Wiener Museum der Angewandten Kunst ein digitales Kunstwerk von Harm van den Dorpel mit Bitcoin. Einige Großkonzerne, wie zum Beispiel der Computerhersteller Dell, sind ebenfalls auf diesen Zug aufgesprungen. Der Großteil der Bitcoin-Akzeptanzstellen sind jedoch Klein- und Mittelbetriebe.

Im deutschsprachigen Raum bieten neben Handelsbetrieben auch einige Restaurants und Kaffeehäuser ihren Gästen die Möglichkeit, mit der Kryptowährung zu bezahlen. Nicht nur physische Waren, sondern auch beliebte digitale Güter wie Appstore- und Netflixgutscheine oder Dienstleistungen kann man heutzutage bereits mit Bitcoin erstehen. Vor allem Unternehmen im Technologiebereich bieten ihre Leistungen gegen Bitcoin an. Darunter fallen zum Beispiel Softwareentwickler oder Onlinemarketing-Agenturen, aber auch einige Anbieter, von denen man es vielleicht nicht unbedingt erwarten würde. In der Schweiz gibt es sogar einen Zahnarzt, bei dem Kunden ihre Behandlung mit Bitcoin begleichen können.

Kleine Unternehmen erhoffen sich durch digitale Währungen Zugang zu neuen Kundensegmenten, nicht zuletzt am internationalen Markt. Die Volatilität von Bitcoin stellt aktuell noch eine Hürde dar. Kursschwankungen im zweistelligen Prozentbereich sind keine Seltenheit, was sich negativ auf die Margen von Händlern auswirken kann. Einige Unternehmen schützen sich damit, in dem sie erhaltenen Bitcoins sofort in Euro oder U.S. Dollar umtauschen. Ein Restrisiko bleibt jedoch. Trotzdem steigt die Anzahl der Bitcoin-Akzeptanzstellen stetig und die Kryptowährung gewinnt auch im alltäglichen Wirtschaftsleben an Bedeutung.

Quellenangabe/Thumbnail: ©aa-w/Depositphotos.com


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