Wirtschaft & Politik

Der nächste Crash: Blase bei Anleihen übertrifft sogar Internetblase

Dies berichtete CNBC unter Berufung auf den Chef-Marktstrategen von BNYConvergEx Group Nicholas Colas. Zwei Jahre nach dem Beginn einer verstärkten Flucht in Bonds seien in US-Anleihe-Investmentfonds rund 550 Milliarden Dollar geflossen. Unter Heranziehung von inflationsbereinigten Zahlen hätten Investoren im Rahmen des vergleichbaren Stadiums der Internetblase 499 Milliarden Dollar in entsprechende Fonds gesteckt. Jeder wisse darüber Bescheid, dass bei einer Blase die Chance für eine von keinem für möglich gehaltene Dauer gegeben ist. Der anhaltende Fluss von Beträgen vermittle nur das Gefühl, dass noch mehr Geld auf seinen Einsatz wartet.

Im weiteren Vergleich mit der Internetblase spricht Colas die 1996 vom damaligen US-Notenbankchef Alan Greenspan abgegebene Warnung über einen irrationalen Überschwang und den Beginn einer Blasenbildung an den Aktienmärkten an. Bei einer Gleichsetzung dieses Zeitpunkts mit der Entwicklung der Bonds biete sich die Phase des Zusammenbruchs der Investmentbank Bear Stearns im März 2008 an. Seit der Warnung Greenspans seien bis zum Allzeithoch des Nasdaq noch 840 Milliarden Dollar in den Aktienmarkt geflossen. Bis zum endgültigen Versiegen dieses Stroms habe der Aktienmarkt noch weitere Mittel von mehr als einer Billion Dollar erhalten. Falls sich diese blasenhafte Entwicklung auf Bonds überträgt müssten Anleihefonds bald weiteres Geld erhalten. Aufgrund der anhaltend verstärkten Hinwendung zu Bonds sieht der Händler Guy Adami von Drakon Capital die Möglichkeit für einer der bislang längsten Blasen. So gebe es etwa in Japan bereits seit 20 Jahren eine Bond-Blase.

Ein Markenzeichen für jede große Aufwärtsbewegung oder Blase stelle die nachfolgende Korrektur dar. Es erhebt sich nun für den Anleihemarkt die Frage, ob hier einmal eine vergleichbare Verkaufswelle stattfindet wie bei Technologieaktien ab dem Jahr 2000. Colas geht diesbezüglich davon aus, dass ein großer Ausverkauf bei Staatsanleihen unterbleibt, so lange die USA in der Lage ist ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Es gebe jedenfalls die Möglichkeit, dass die Anleihe-Investoren ihr Geld zurück erhalten.

(BörseGo)


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