Rhetorik

Schlagfertigkeit: Erfolgreich Provokationen im Job abwehren

Schlagfertigeit ist erlernbar, denn: Man muss sich nicht alles vom Chef oder Kollegen gefallen lassen. Foto: ©olly18/Depositphotos.com

Natürlich gibt es auch besondere Talente, denen Schlagfertigkeit scheinbar in die Wiege gelegt wurde, aber auch dies kann aufgeholt werden. Es gibt wenig, was nicht erlernbar ist, wenn man die richtige Grundeinstellung dazu vorweisen kann. Manchmal sind es minimale Aufhänger, die Menschen dazu einladen, Ihnen mit verbalen Angriffen buchstäblich den Tag zu ruinieren. Manchmal ist es nur ein winziger Kaffeefleck auf Ihrer Jacke oder auch nur ein Zuspätkommen zu einer Besprechung. Mitunter in manchen Fällen ein Glas, dass Ihnen aus Unachtsamkeit umgefallen ist oder vergleichbare Situationen, die einfach sporadisch passieren können. Die Kunst liegt im gekonnten Reagieren und in der richtigen inneren Einstellung zu sich selbst.

Schlagfertigkeit? Wo kann ich sie  herbekommen?

Allgemein lässt sich hierzu sagen, dass Schlagfertigkeit grundsätzlich das Können und die Kunst ist, in einer unangenehmen Situation gewitzt, souverän und anteilig auch verbal ausbremsend reagieren zu können.

Welche „Zutaten“ braucht man zur Erlangung von einer guten Schlagfertigkeit?

  • Eine gute Portion Humor ist sehr hilfreich.
  • Die Fähigkeit, ein Gegenargument liefern zu können, ist elementar.
  • Eine Portion Mut und Aktivität zur Reaktionsdurchsetzung ist wichtig.

Ist der Weg lohnenswert und was wartet auf der Ziellinie?

Grundsätzlich lohnt sich ein Entwicklungsprozess immer, denn er zielt darauf ab, Ihr Selbstwertgefühl zu erhöhen. Die Schlagfertigkeit soll nicht dazu dienen, aktiv verbal auf andere Menschen einzuprügeln, sondern zur effektiven Verteidigung.

Ein Ziel dieser Verteidigung ist die Souveränität, die Sie natürlich für Ihre Arbeit benötigen und auch ausstrahlen müssen, damit andere Kolleginnen und Kollegen Sie als ernstzunehmende Person wahrnehmen können. Dies schafft Vertrauen und sorgt für gegenseitigen respektvollen Umgang.

Jedoch bleibt auch anzumerken, dass hierfür nicht nur die verbale Schlagkraft entscheidend ist, sondern auch die Körpersprache, welche für einen elementaren Außeneindruck sorgt.

Manche Menschen gehen gerne gebeugt, vermeiden die aufrechte Körperhaltung und haben regelrecht Ängste vor einem direkten Blickkontakt im Dialog. Genau dies sorgt leider nicht für eine souveräne Ausstrahlung.

Ist der Sprachstil und der Wortschatz für eine erstrebenswerte Schlagfertigkeit bedeutend?

Ein breiter Wortschatz sorgt für eine erstrebenswerte Schlagfertigkeit, denn angepasste Worte transportieren Witz und Intelligenz in einer spontanen Antwort auf eine Verbalattacke. Der Faktor Zeit spielt natürlich auch mit, denn Schlagfertigkeit erfordert ein schnelles Agieren und kein minutenlanges Grübeln nach einer Antwort.

Üben Sie ruhig für sich alleine, wie Sie auf verbale Attacken reagieren würden. Bevor Sie in der Lage sind, sehr spontan und überaus gewitzt auf solche Angriffe reagieren zu können, empfiehlt es sich, ein paar Standardantworten im Geiste zurecht zulegen.

Dies ist mehr eine Art „verbales Erst-Hilfe-Set“, jedoch für die sprachliche Entwicklung und Schlagfertigkeitssteigerung ein empfehlenswerter erster Schritt.

Standardisierte Antworten auf Verbalangriffe könnten beispielhaft sein:

  • Danke, dass ich nun auch Ihre Meinung dazu erfahren darf.
  • Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass Sie sich irren könnten.
  • Das müssen wir unbedingt irgendwann mal in Ruhe diskutieren.
  • Das ist doch auch mal eine Meinung.

Alles mit der richtigen Körperhaltung, einem Lächeln und ggf. auch mit einem Augenzwinkern gut und gerne auf viele Verbalattacken nutzbar.

Welche Taktiken können Ihnen helfen?

Lernen Sie bitte zum Selbstschutz, sich nicht „jeden Schuh anzuziehen“. Dies würde Ihnen ansonsten weitere Selbstzweifel und eine schlechte Zeit verschaffen und Sie für eine verbale Gegenwehr weitgehend blockieren.

Gehen Sie lieber taktisch klüger vor und probieren Sie folgende Gegenwehrmöglichkeiten:

  • Weichen Sie dem Angriff gezielt aus!
  • Drehen Sie dem Angreifer das Wort im Mund um!
  • Verstehen Sie jeden Angriff als Kompliment!
  • Kehren Sie den Effekt des Angriffs um!

Natürlich lassen sich noch weitere Taktiken und Beispiele kreieren, jedoch sind die o.g. vier Varianten für den Einstieg sehr gut geeignet und werden Ihnen bei der Entwicklung Ihrer eigenen Schlagfertigkeit sehr gut helfen können. Dennoch bleibt anzumerken, dass es nicht empfehlenswert ist, bei der Arbeit blind auf jeden Verdacht von Verbalattacke zu reagieren. Übertreibt man ein solches Verhalten, erzeugt man sehr schnell Antipathie und hat mit der Zeit viele Menschen gegen sich aufgebracht.

Ein altes Zitat besagt: „Die Dosis macht das Gift.“

Wichtig ist, dass man als Person weiterhin authentisch und echt wirkt! Charisma, Souveränität und eine allgemeine gute Durchsetzungskraft lassen im Grunde viele Verbalattacken auch komplett unkommentiert „verpuffen“.


Über den Autor Christian Flick

Christian Flick (MBA) aus Melle verfügt über langjährige Berufserfahrung im Industrieeinkauf bei renommierten Unternehmen. Von der Motivation angetrieben, die betriebswirtschaftlichen Potenziale für diverse Sektoren zu durchleuchten, entstanden seine zahlreichen praxisnahen Fachbücher. Sein Amazon-Autorenprofil finden Sie unter: www.christian-flick.de und seine ehrenamtliche „betriebswirtschaftliche Initiative“ unter: www.youneo.de

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