Unternehmensführung

TUI will wieder reiner Reisekonzern werden

Das Management und der Aufsichtsrat beraten nun bei einer zweitägigen Aufsichtsratssitzung auf Mallorca über einen geeigneten Weg dafür. TUI sieht dabei offenbar nur ein kleines Zeitfenster. Denn nach dem größten Einbruch in der Geschichte der Containerschifffahrt wird die transportierte Menge im laufenden Jahr wieder mit zweistelligen Prozentraten zulegen. Die Reederei erzielte von April bis Juni beim operativen Ergebnis den höchsten Quartalsgewinn ihrer Geschichte. Beobachter sehen daher Anzeichen dafür, dass die Zeit für die angekündigte Trennung gekommen sein könnte.

Auf Sperrminorität von 25% bei Hapag-Loyd ausbauen

Das weckt Begehrlichkeiten auch nach Anteilen an Hapag-Lloyd. Die restlichen Anteile an Hapag-Lloyd gehören dem Hamburger Konsortium Albert Ballin, das maßgeblich von der Stadt Hamburg und dem Transportunternehmer Klaus-Michael Kühne angeführt wird. Der Unternehmer hat Anfang des Jahres öffentlich über sein Interesse an Hapag-Lloyd gesprochen. Kühne hält 15 Prozent an Hapag-Lloyd, möchte dies aber auf eine Sperrminorität von 25 Prozent ausbauen. Noch soll es dazu keine Gespräche mit TUI-Chef Michael Frenzel gegeben haben.

Voraussetzung für eine weitere Expansion ist, dass TUI die Mittel dazu aufbringen kann. Die wiederum steht und fällt mit einem Verkauf ihrer Beteiligung an Hapag-Lloyd. So schließt sich der Kreis. Das Paket wird derzeit mit etwa 1,2 Milliarden  Euro bewertet.

Frenzel könnte dann ins Reisegeschäft investieren. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Eine Option ist nun der Rückkauf der Aktien der TUI, in der das gesamte Reiseveranstalter-Geschäft gebündelt und die in London mit 43 Prozent an der Börse gelistet ist. Dort wird unter der Leitung des Briten Peter Long das operative Geschäft von Europas größtem Reisekonzern gesteuert. Die TUI in Hannover besitzt an diesem Unternehmen 57,5 Prozent. Bei einer kompletten Übernahme ließen sich angeblich weitere Synergien heben. Denkbar ist aber auch, dass TUI erneut in Europa oder auch in Übersee auf Einkaufstour geht. Möglich wäre aber auch eine Verstärkung der Hotelsparte. Zur Hotelsparte gehören unter anderem die Beteiligungen an der spanischen Hotelkette RIU oder die Robinson-Clubs.

(BoerseGo)


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