Wirtschaft & Politik

Die Rückkehr der Staatsschuldenkrise

Die Gemeinschaftswährung fiel vergangenen Dienstag unter die Marke von 1,27 Dollar. Zuletzt stellte sich eine Erholung um 0,2 Prozent auf 1,2709 Dollar ein.

Für Unruhe sorgte unter anderem ein Bericht des “Wall Street Journal”. Darin wird das Ergebnis der von der Europäischen Union vorgenommenen Stresstests zum Europäischen Bankensektor angezweifelt. Danach gebe es eine Verharmlosung von Risiken. Zudem seien von Banken einige Positionen bei riskanten Anleihen nicht im vollen Umfang angegeben worden. Unter Berufung auf die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich halten allein französische Banken Anleihen von hochverschuldeten Peripherie-Ländern im Volumen von 69,8 Milliarden Euro. Der Stresstest wies dagegen nur ein entsprechendes Volumen von 23,1 Milliarden Euro aus. Auch für den Anleihe-Investmentfondsriesen Pimco ist die Krise in der Eurozone längst nicht ausgestanden. Griechenland sieht sich gemäß Pimco-Fondsmanager Andrew Bosomworth noch immer mit einer hohen Gefahr für eine Pleite konfrontiert. Er geht davon aus, dass die Schulden des Landes auf rund 150 Prozent des Bruttoinlandsprodukts klettern.

Ebenso stehen Portugal und Irland deutlich unter Druck. In Portugal lässt die Sanierung des Staatshaushalts weiter auf sich warten. So ist im ersten Halbjahr das bereits sehr hohe Defizit erneut gestiegen. Der Renditeabstand von portugiesischen Staatsanleihen gegenüber deutschen Bundesanleihen zog auf ein Rekordniveau an. Vergangenen Dienstag stand die Rendite für zehnjährige portugiesische Anleihen bei 5,87 Prozent. Damit wurde das Niveau der für Europa als Richtschnur geltenden Rendite vergleichbarer deutscher Bonds um 3,53 Prozent übertroffen. In Irland schießen die Kosten für den angeschlagenen Bankensektor weiter nach oben. Zuletzt bezifferte die Regierung den Aufwand zur Rettung der Allied Irish Bank mit 70 Milliarden Euro. Im Zuge dessen kletterte die Rendite für zehnjährige irische Staatsanleihen vergangenen Dienstag auf nahe 6 Prozent. Dies entspricht dem höchsten Niveau seit Einführung des Euros. Anhand der derzeitigen Entwicklung steige die Wahrscheinlichkeit eines Rückgriffs auf den von der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) implementierten 750 Milliarden Euro schweren Rettungsschirm für die Eurozone. Zudem rechnen Experten mit einer Fortsetzung der Euro-Schwäche.

(BörseGo)


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